Aufgelöste rechte Partei AfD will Mitglieder von Pro Deutschland nicht haben

Man wolle der AfD keine Konkurrenz machen: Die rechtsextreme Splitterpartei Pro Deutschland hat ihre Auflösung beschlossen - und ihre Mitglieder aufgefordert, zur AfD zu wechseln. Doch dort sind sie nicht willkommen.

Wahlkampftour von Pro Deutschland in Berlin (2013)
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Wahlkampftour von Pro Deutschland in Berlin (2013)


Die rechtspopulistische Partei Pro Deutschland hat zwölf Jahre nach ihrer Gründung aufgegeben. Die Bundesversammlung habe am Samstag in Wuppertal die Auflösung der Partei beschlossen. Die bisherigen Mitglieder und kommunalen Mandatsträger seien aufgefordert, sich der AfD anzuschließen, teilte die Partei auf ihrer Homepage mit.

Die Ursprünge der rechtspopulistischen Splitterpartei liegen in der islamfeindlichen Initiative Pro Köln. Diese war mit ihrer Agitation gegen einen Moscheebau in der Domstadt bekannt geworden. Mitglieder des Vereins waren maßgeblich an der Gründung der Partei 2005 beteiligt gewesen.

Pro Deutschland begründete die Auflösung unter anderem mit dem Einzug der AfD in den Bundestag. Mit der AfD-Fraktion sei dort "erstmals eine freiheitliche Kraft" vertreten. Es gelte künftig, "die AfD stark zu machen, statt sie durch Konkurrenzkandidaturen bei Wahlen zu schwächen". Ihre Ziele werde die Partei künftig in der AfD weiterverfolgen.

Bei der AfD sind Ex-Mitglieder von Pro Deutschland jedoch nicht willkommen. "Diese Partei steht auf unserer Unvereinbarkeitsliste, sie können gar nicht aufgenommen werden", sagte Parteisprecher Christian Lüth der Nachrichtenagentur dpa.

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz stellte in seinem Jahresbericht 2016 fest: "Die Partei Pro Deutschland vertritt rechtsextremistische Positionen. Insbesondere diffamiert sie Migranten und schürt Ängste vor Muslimen und Flüchtlingen."

lov/dpa



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