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Onlinepetition: Pro Pegida gibt auf

Pegida-Kundgebung in Dresden: Online-Petition am Ende Zur Großansicht
DPA

Pegida-Kundgebung in Dresden: Online-Petition am Ende

Nur drei Tage war die Pro-Pegida-Petition im Netz. Dann beendete der anonyme Aktivist seine Aktion, mit der er die Islamfeinde unterstützen wollte. Es hatte Streit um rassistische Kommentare gegeben.

Berlin/Hannover - "Mit der Unterschrift sagt Ihr Ja zu Pegida." So lautete der Aufruf eines Unbekannten, der bei change.org Stimmung für die Islamfeinde von Pegida machen wollte. "Kann Pegida einen Großteil der Bevölkerung erreichen?", wollte er seit Weihnachten wissen. In der Nacht zum Montag schloss der Mann die Befragung, berichtet der "Tagespiegel".

Zur Begründung gab er demnach an: "Ich habe die Umfrage geschlossen, weil zu viele Kommentare gegen die Regeln verstoßen. Solche Kommentare möchte ich nicht in meiner Petition haben. Mir fehlt leider die Zeit, die Kommentare zu moderieren."

Laut dem Deutschlandchef von Change.org, Gregor Hackmack, stellte der Aktivist die Petition von sich aus ein. Allerdings hatten die Betreiber der Plattform bereits eine Überprüfung der Umfrage eingeleitet und den Ersteller laut "Tagesspiegel" zur Moderation aufgefordert. Hackmack sagte demnach, seine Organisation habe bereits am Wochenende ein paar Hundert Kommentare durchgelesen "und das Schlimmste gelöscht".

Doch noch immer sind auf der Seite ausländerfeindliche Posts zu finden. So schrieb etwa ein Unterstützer, er sei "gegen die Überfremdung Deutschlands, Asylanten und Ausländer, die hier Straftaten begehen". Er wolle "nachts durch die Stadt laufen können ohne mehr arabisch als deutsch zu hören". Ein andere schrieb: "Ich bin dagegen, dass eine Minderheit in Deutschland bestimmt, wie wir Deutsche zu Leben haben."

Reaktion auf Pro-Pegida

Die Pro-"Pegida"-Aktion galt als Reaktion auf die Initiative "Für ein buntes Deutschland", die seit Heiligabend läuft. Bis zum frühen Montagabend fand sie mehr als 223.000 Unterstützer. Gestartet wurde sie von dem 49-jährigen Karl Lempert aus Hannover. "Ich fand ziemlich erschreckend und unfassbar, was da in Dresden zwei Tage vor Weihnachten passiert ist", sagt er SPIEGEL ONLINE zur Begründung.

Am 22. Dezember waren 17.500 Menschen zur einer Kundgebung der Pegida in Dresden gekommen, die seit Wochen Stimmung gegen die angebliche Überfremdung Deutschlands und die Asylpolitik der Bundesregierung macht. Die Bewegung hatte zum Weihnachtssingen aufgerufen. "Ich will zeigen, dass es deutlich mehr Andersdenkende als Anhänger von Pegida oder Mügida gibt", so Lempert, der von sich sagt, parteilos zu sein.

Pegida-Faktencheck

ler

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