Programmdebatte Linken-Chef rechnet mit Ostalgikern ab

Linken-Chef Ernst ist genervt von Querelen in den eigenen Reihen: Eine inhaltliche Auseinandersetzung über das künftige Parteiprogramm sei zwar notwendig - "aber die Diffamierung der eigenen Leute muss aufhören", sagte er, und kritisierte vor allem seine Gegner aus Ostdeutschland.

Linken-Chef Ernst: "Mich ärgert die Unvernunft, die ich teilweise erlebe"
dapd

Linken-Chef Ernst: "Mich ärgert die Unvernunft, die ich teilweise erlebe"


München - Linken-Chef Klaus Ernst hadert mit seinen eigenen Genossen und hat schwere Kritik an der politischen Kultur in seiner Partei geübt. "Mich ärgert die Unvernunft, die ich teilweise erlebe", sagte Ernst der "Süddeutschen Zeitung". Zu oft gerate der Zweck der Partei - "die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen" - aus dem Blick.

Derzeit wird in der Linken kontrovers über ein neues Grundsatzprogramm diskutiert, das im kommenden Jahr beschlossen werden soll. Dabei seien einige "bereit, mit allem, was sie haben, dafür einzutreten, dass ein Punkt, der keinen Hund hinter dem Ofenrohr hervorlockt, ins Programm geschrieben wird. Dafür sind sie auch bereit, in der Öffentlichkeit übereinander herzufallen", beklagte Ernst. Es sei gut zu debattieren, "aber die Diffamierung der eigenen Leute muss aufhören".

Kritik äußerte Ernst an seinen innerparteilichen Gegnern aus Ostdeutschland. "Die überwältigende Mehrheit der Mitglieder und Funktionäre im Osten findet die neue Linke gut. Aber wir haben einige Leute, die sich nicht damit abfinden können, dass es jetzt nicht mehr die alte PDS gibt. Diese Leute haben durch die Fusion an Einfluss verloren", sagte Ernst.

Ernst war in der Vergangenheit vor allem von führenden Parteivertretern aus dem Osten unter anderem wegen seiner damaligen Mehrfachbezüge aus Fraktion und Partei kritisiert worden - er sei "kein Raffke", verteidigte sich Ernst. Später verzichtete er auf einen Teil seiner Einkünfte.

hen/dapd



insgesamt 25 Beiträge
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avollmer 28.12.2010
1. Ja, ist ja schon gut ...
... wir haben Sie nicht vergessen. Wir wissen noch, dass es Sie gibt. Oder? Wer waren Sie nochmal, Herr Ernst?
Bre-Men, 28.12.2010
2. Streit
Wenn die Linke nicht untereinander streiten würde, wäre garnichts mehr von ihr zu hören. Ernst tritt doch überhaupt nicht in Erscheinung, geschweige denn seine Mitschweigerin. Hier soll ein braver Hasenstall wie die spd geformt werden. Sehr gefährlich für die Linke, was da gerade, von oben gewünscht, abläuft.
zappa99 28.12.2010
3. Man hätte ihm vielleicht sagen sollen,
dass diese Partei vor allem von exSED-Mitgliedern getragen wird. Mit der Sozialismus-Utopie haben die nichts am Hut, vielmehr etwas mit dem real existierten Sozialismus. Die wenigen, versprengten Ex-SPDler sind eh in der Minderheit, nur sind es halt die Medienprofis mit Netzwerken.
vHayekFan 28.12.2010
4. Informationsgehalt
Der einzige Informationswert des Artikels ist: wer was über die Linke wissen will, oder gar von der Linken, kann den Spiegel vergessen. Inzwischen hat auch der letzte gemerkt, dass egal was irgendjemand von der Linken dem Spiegel erzählt, eine Schmierkampagne draus wird. Entsprechend dürfte das Bedürfnis sein, sich über dieses Medium mitzuteilen. Die Leute vom Spiegel sind jedenfalls mitlerweile darauf angewiesen, Versatzstücke aus Interviews in anderen Medien zu verwerten. Gut so.
CHANGE-WECHSEL 28.12.2010
5. Komiker Ernst
Zitat von sysopLinke-Chef Ernst ist genervt von Querelen in den eigenen Reihen: In der Debatte über das künftige Parteiprogramm sei eine inhaltliche Auseinandersetzung notwendig - "aber die Diffamierung der eigenen Leute muss aufhören", sagte er laut einem Zeitungsbericht. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,736785,00.html
Wer Bereicherung und Politik nach Gutsherrenart anprangert, tut noch nach nicht diffamieren. Ernst ist und bleibt ein schlechte Wahl als Linke-Chef.
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