Prominente für die Homo-Ehe Der offene Brief an den Bundestag

Mit diesen Worten haben sich zahlreiche Prominente, Künstler und Intellektuelle an den deutschen Bundestag gewandt.


Offener Brief an die Mitglieder des Bundestages

Stellt gleich, was gleich ist!

Sehr geehrte Mitglieder des Bundestages,

es gibt Momente in unserer Geschichte, da öffnet sich ein Tor der Vernunft und wir als Gesellschaft haben die Chance hindurchzutreten. Hinein in eine menschlichere Zukunft. Die Frage um die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ist genau so ein besonderer Moment. Es ist eine Frage, die uns alle betrifft und die uns alle bewegt. Denn es geht um nichts Geringeres als den Kern unseres gesellschaftlichen Selbstverständnisses; unser Bild von Ehe, Familie - und Liebe. Die große gesellschaftliche Frage lautet: Wollen wir, die Bürger dieser Republik, wirklich die Liebe zwischen zwei Menschen mit zweierlei Maß messen?

Wir und drei Viertel der Bevölkerung sagen nein! Denn Liebe kennt kein Geschlecht. Gleichgeschlechtliche Liebe ist Liebe wie jede andere auch. Sie kennt Freude, Trauer, Schmerz und Zuversicht. Sie wird unter Herzschlagen geboren, bleibt erhalten, kann aber auch unter Tränen

vergehen. Sie ist Teil unserer menschlichen Natur, Teil der Schöpfung und so alt wie wir selbst. Und damit trägt sie auch etwas tief Menschliches in sich; den Willen zur Verantwortung. Für sich selbst und die Zukunft, unsere Kinder!

Die Zeit ist gekommen, dass wir den Irrglauben der Jahrhunderte hinter uns lassen und die Augen für die Realität öffnen. Frei von ideologischer Verblendung und der Angst vor dem Morgen. Denn Wahrheit ist: Liebe ist das, was uns zum Menschen macht. Sie in zwei Klassen zu unterteilen ist alles, nur nicht menschlich. Wenn zwei Menschen egal welchen Geschlechts sich füreinander entscheiden und Verantwortung für sich, die Gesellschaft und die

geborene als auch ungeborene Zukunft übernehmen wollen, dann ist dies zutiefst schützenswert. Denn es ist jenes Band der Verantwortung, das unsere Gesellschaft im Kern zusammenhält. Familie und Ehe ist, wo Liebe wohnt! Wir wenden uns mit diesem Brief an alle Mitglieder des Bundestages und treten für die vollständige Öffnung der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare ein. Wir appellieren:

Überwindet Parteigrenzen und stellt gleich, was gleich ist!

Denn Liebe ist das, was uns zusammenhält.

Mit zukunftsgewandten Grüßen,

Die Unterzeichner

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
JaWeb 13.05.2013
1. Ja
"Die Zeit ist gekommen, dass wir den Irrglauben der Jahrhunderte hinter uns lassen und die Augen für die Realität öffnen. Frei von ideologischer Verblendung und der Angst vor dem Morgen. Denn Wahrheit ist: Liebe ist das, was uns zum Menschen macht. Sie in zwei Klassen zu unterteilen ist alles, nur nicht menschlich. Wenn zwei Menschen egal welchen Geschlechts sich füreinander entscheiden und Verantwortung für sich, die Gesellschaft und die geborene als auch ungeborene Zukunft übernehmen wollen, dann ist dies zutiefst schützenswert. Denn es ist jenes Band der Verantwortung, das unsere Gesellschaft im Kern zusammenhält. Familie und Ehe ist, wo Liebe wohnt!" Schön, dass sich Prominente hinter diesen Brief stellen. Ich hoffe, es werden in den nächsten Tagen noch mehr werden.
asasello23 13.05.2013
2. Ehe <> Liebe
Ich kann dem Aufruf nicht viel abgewinnen. Ehe ist doch kein Liebesbeweis sondern die zusage, ein Leben lang für einander einzustehen. Auch diese Zusage wird in fast allen Kulturen und zu fast allen Zeiten nur deshalb geschützt und gefördert, weil sie für Erziehung von Kindern so wichtig ist. Nur in der Einheit mit Familie macht Ehe Sinn. Da aus einer homosexuellen Beziehung erst mal keine Kinder entstehen sind nun mal nicht beide Formen des Zusammenlebens gleich. Das zu suggerieren halte ich für falsch. Man kann Ehe natürlich auch als reine Versorungseinheit definieren. Finde ich einen sehr sympathischen Gedanken, aber dann bitte unabhängig von der sexuellen Orientierung und der Personenzahl. Z.B. für polygame Ehen oder ein sozialer Verbund mit Verwandten und Freunden.
spiegelfreak 13.05.2013
3. optional
Das Beste was ich seit sehr langem gelesen habe. Ich hatte Tränen in den Augen (und ich bin hetero). Wer im Bundestag DAZU nicht "ja" sagen kann, der vertritt NICHT die Interessen des Volkes.
Eva K. 13.05.2013
4. Romantiktick!
Nee, was'n romantisches Geschnulze. Den Autor sollte man dazu verurteilen, den Rest seines Lebens als Drehbuchschreiber für Telenovelas oder Autor für Heimatromane sein Dasein zu fristen. Ehe hat nichts mit Liebe zu tun, sondern ist ein zivilrechtlicher Vertrag über eine Lebensgemeinschaft nach BGB zwischen zwei Erwachsenen. Wie die das ausfüllen, das ist deren Sache. Und nach all den schönen Formulierungen sollte es auch herzlich egal sein, ob eine Frau und ein Mann, zwei Frauen oder zwei Männer die Ehe miteinander eingehen. Also steht einer Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare nur die ideologische Verbohrtheit ewiggesttriger Reakionäre und die geifernde Wut der Homosexuellenhasser entgegen - also alles nichts, was von gesundem Verstand, Logik und Rationalität zeugt.
KarloFilipovic 13.05.2013
5. An asasello
Ich verstehe Ihren Standpunkt, was die Kinder angeht, jedoch würde ich sie im Namen aller im 21. Jahrhundert willkommen heißen. Künstliche Befruchtung, Leihmutterschaften, oder die Adoption von Kindern ist schon lange keine Zukunftsmusik mehr. Aber wie gesagt, das mit dem "Schützen des Nachwuchses durch Förderung" finde ich eigentlich ziemlich gut. Die Steuervorteile einer jeden Ehe sollten erst greifen, wenn Nachwuchs vorhanden ist. Aber das hat wiederum natürlich nichts mit Hetero- oder Homosexualität zu tun.
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