Protest Helmut Kohl verlässt Stiftung seiner verstorbenen Frau

Altkanzler Helmut Kohl hat seine Ämter in der von seiner verstorbenen Frau gegründeten Hannelore-Kohl-Stiftung niedergelegt. Grund sind personelle Veränderungen. Es habe eine "unerfreuliche Übernahme" gegeben, begründete Kohl seinen Rückzug - die Stiftung ist von dem Schritt überrascht.


Berlin - Der Rückzug kam plötzlich, und Helmut Kohl teilte seine Entscheidung per Brief mit: Der Altkanzler verlässt die von seiner verstorbenen Frau Hannelore gegründete gleichnamige Stiftung.

Kohls Büro bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Danach will der Altkanzler seine Ämter unter anderem als Ehrenvorsitzender des Stiftungskuratoriums mit sofortiger Wirkung niederlegen.

In seinem Schreiben an die Mitglieder des Kuratoriums und des Vorstandes der Stiftung begründete der Alt-Kanzler seinen Rückzug mit einer "unerfreulichen Übernahme" der Stiftung durch Personen, "die in keiner Beziehung zu meiner verstorbenen Frau standen". Die Mehrheitsverhältnisse hätten sich während Kohls eigener schweren Erkrankung im vergangenen Jahr verschoben, so dass seine Vorschläge für eine neue Satzung abgelehnt wurden. Die Stiftung repräsentiere "in ihrer derzeitigen Verfassung nicht mehr die Interessen meiner verstorbenen Frau", schreibt Kohl weiter. In dem Schreiben bittet Kohl laut "Bild"-Zeitung auch darum, "den Namen meiner verstorbenen Ehefrau Hannelore als Stiftungsnamen nicht fortzuführen".

Die Stiftung zeigte sich von dem Schritt "überrascht". Dafür habe es "keine Signale" gegeben, sagte Annegret Ritz, Vizepräsidentin der in Bonn ansässigen Stiftung.

Hannelore Kohl hatte die ZNS-Hannelore-Kohl-Stiftung, die sich um Unfall-Opfer mit Schädelhirn-Verletzungen kümmert, 1983 gegründet und stand dieser als Präsidentin bis zu ihrem Tod 2001 vor. Präsidentin der Stiftung ist seit 2002 Ute-Henriette Ohoven.

hen/ddp/dpa



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