Provokateure global Die anderen Sarrazins

Von , , Yassin Musharbash, Dominik Peters, , , , und

Viktor Orbán, Ungarn: Nationalpopulist


Ungarns Premier Viktor Orbán: Anti-Roma-Rhetorik
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Ungarns Premier Viktor Orbán: Anti-Roma-Rhetorik

In Ungarn ist die Ausgrenzung von Minderheiten Mainstream: Besonders die rassistische Jobbik-Partei hetzt offen gegen die Roma - und Premier Viktor Orbán hat geholfen die Rechtsausleger hoffähig zu machen.

In Ungarn hätte ein Thilo Sarrazin keine Chance. Er würde mit seinen Thesen hoffnungslos hinterherhinken. Wohl eine Mehrheit der Bevölkerung ist schon lange überzeugt, dass die Roma - in der ungarischen Integrationsdebatte geht es um Roma statt um Muslime - eigentlich nicht nach Ungarn gehören. Zu sagen, dass die Roma-Integration angeblich auf immer gescheitert ist, ist in der politischen Szene des Landes alles andere als ein Tabubruch, sondern ganz normal.

Am radikalsten artikuliert die rechtsradikale Partei Jobbik den Hass der Mehrheit. In ihren Augen kommen Roma schon als Kriminelle auf die Welt, deren Familien dem Staat auf der Tasche liegen und die so gebärfreudig sind, dass das Ungarntum ernstlich in Gefahr ist. Die uniformierten Schlägertrupps von Jobbik spielen sich in Stadtvierteln mit hohem Roma-Anteil als Bürgerwehr auf, die die Menschen vor dem Verbrechen schützt.

Orbán macht die rechtsradikalen Jobbiks hoffähig

Und die politische Klasse gibt ihnen im Prinzip recht: Das "Roma-Problem" müsse dringend angegangen werden, hatte Viktor Orbán immer gesagt, bevor er vor hundert Tagen Ministerpräsident wurde. Gewonnen hat er die Wahl zwar mit nationalistischer Rhetorik, aber nicht mit dem Roma-Thema und vor allem, weil er die vorher regierenden Sozialdemokraten als Versager in der Finanzkrise vorführen konnte.

Aber Orbán hat einen Beitrag geleistet, die rassistischen Jobbik-Thesen hoffähig zu machen. Erschreckende 16,7 Prozent konnte die Truppe in der ersten Runde der Parlamentswahl ergattern.

Orbán versucht jetzt, die Irrläufer am rechten Rand wieder einzufangen: Er versprach neue Gesetze, die Bagatelldelikte schärfer bestrafen - und lässt die Polizei scharf gegen die Jobbik-Garden einschreiten. Er wolle weder den "Hühnerdieb" davonkommen lassen, noch paramilitärischen Verbänden Raum geben, sagte Orbán.

Forum - Diskussion über diesen Artikel
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rolo 09.09.2010
1. Und noch mehr Sarrazin-Bashing...
Zitat von sysopAngst vor dem Islam, Integrationsprobleme, Ausländerfeindlichkeit: Nicht nur in Deutschland wird darüber heftig gestritten. In fast jedem Land gibt es Provokateure wie Thilo Sarrazin - SPIEGEL-ONLINE-Korrespondeten zeigen, wie Populisten weltweit gegen Minderheiten Stimmung machen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,716117,00.html
Seit dem Wut-Artikel von Matussek habe ich geglaubt, der SPIEGEL online sei zur Besinnung gekommen und zur sachlichen Berichterstattung übergegangen. Scheint aber wohl nur eine Eintagsfliege gewesen zu sein, jetzt haben die Berufsempörer wieder das Wort und stellen ihn in eine Reihe mit einigen wirklich zwielichtigen Gestalten. Na herzlichen Dank, so verkauft man seine Leser für dumm...
lorberost 09.09.2010
2. ???
Was haben die Genannten alle mit Sarrazin zu tun? Überhaupt nichts. Wieso muß man nun Sarrazin in eine reihe mit ihnen stellen? Arme Würstchen. Die Angst vor Sarrazin muß ja schon zur Panik werden sein.
peter hammer 09.09.2010
3. Schönes Gruppenbild...
...und Sarrazin paßt da bestens rein. Zwischen Schirinowski und Wilders.
VorwaertsImmer, 09.09.2010
4. Die verlorene Ehre....
Zitat von sysopAngst vor dem Islam, Integrationsprobleme, Ausländerfeindlichkeit: Nicht nur in Deutschland wird darüber heftig gestritten. In fast jedem Land gibt es Provokateure wie Thilo Sarrazin - SPIEGEL-ONLINE-Korrespondeten zeigen, wie Populisten weltweit gegen Minderheiten Stimmung machen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,716117,00.html
...und der Spiegel zeigt wie man Stimmung gegen eine Person macht. Man nehme die schlimmsten der Welt und vergleiche sie mit einer Person hierzulande. Selbst wenn der Vergleich hinkt. Ähnlich den Rechten, die Osama bin Laden mit ... vergleichen.
DJ Doena 09.09.2010
5. Hmb
Wie gar kein Henryk M. Broder in der Liste? Oder hat der als Spiegel-Online-Schreiber diplomatische Immunität?
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