Geldauflage statt Urteil Glaeseker kann auf Einstellung des Verfahrens hoffen

Der Korruptionsprozess gegen den ehemaligen Sprecher von Ex-Bundespräsident Wulff könnte schon bald eingestellt werden. Staatsanwaltschaft und Verteidigung vereinbarten das Ende des Verfahrens gegen Zahlung einer hohen Geldsumme. Nun müssen die Richter entscheiden.

Ex-Sprecher Glaeseker: Seit Dezember vor Gericht
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Ex-Sprecher Glaeseker: Seit Dezember vor Gericht


Hannover - Seit Dezember steht Olaf Glaeseker vor Gericht. In Kürze könnte das Verfahren wegen Korruption eingestellt werden. Der frühere Sprecher von Ex-Bundespräsident Christian Wulff soll im Gegenzug dafür eine hohe Geldauflage bekommen. Das gaben Staatsanwaltschaft und Verteidigung am Montag bekannt. Demnach verständigten sie sich darauf, dass Olaf Glaeseker und der mitangeklagte Partymanager Manfred Schmidt jeweils 25.000 Euro für die Einstellung des Verfahrens an die Landeskasse zahlen sollten. Schmidt soll zudem 5000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung überweisen.

Beide Angeklagten betonten, dass sie trotz ihrer Bereitschaft zur Zahlung der Geldauflagen nach wie vor von ihrer Unschuld überzeugt seien. Sie könnten es aber nachvollziehen, dass die Staatsanwaltschaft ihr besonderes Verhältnis einer genauen Überprüfung unterzogen habe.

Das Gericht muss dem Vorhaben aber noch zustimmen. Richterin Renata Bürgel will am Dienstag ihre Entscheidung bekanntgeben.

Sponsorensuche bei der Promi-Party

Glaeseker soll Schmidt zwischen 2007 und 2009 bei der Sponsorensuche für die Promi-Party Nord-Süd-Dialog geholfen haben. Im Gegenzug soll Schmidt Glaeseker zu Gratisflügen und Urlauben eingeladen haben. Beide Männer bestreiten dies und erklären die Reisen mit ihrer langjährigen Freundschaft.

Der 52-jährige Glaeseker war von 1999 bis Dezember 2011 Sprecher, Ratgeber und engster Vertrauter des CDU-Politikers Wulff. Acht Wochen vor seinem Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten feuerte Wulff den früheren Journalisten Glaeseker, nachdem die Korruptionsvorwürfe aufgekommen waren.

ler/dpa



insgesamt 15 Beiträge
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grommeck 10.03.2014
1. Aber klar doch....was sonst!
Alle unschuldig - die Zeit heilt alle Wunden und ... beweisen wird immer schwieriger...logisch. Schmierlappen unter sich....
ihawk 10.03.2014
2. Hohe Geldsumme?
€25.000 bzw. €30.000 sind doch Taschengeld in diesen Kreisen. Das Finanzamt wird aufpassen müssen, was in der nächsten Steuererklärung unter "Betriebsausgaben" auftaucht.
j.vantast 10.03.2014
3. Komisch
Wulff als auch Glaeseker kommen mit den gleichen Argumenten aber Glaeseker wird verurteilt und Wulff wird freigesprochen. Mal abgesehen davon das eine langjährige Freundschaft kein Grund für Vorteilsannahme ist. Für Politiker oder Staatsbediensteter gelten eben andere Regeln.
kahabe 10.03.2014
4. Nun,
Zitat von grommeckAlle unschuldig - die Zeit heilt alle Wunden und ... beweisen wird immer schwieriger...logisch. Schmierlappen unter sich....
Glaeseker und sein Freund räumen ihre Schuld ein, durch Zahlung der Geldauflage; falls das Gericht zustimmt. Sie sind dann vorbestraft. Das ist der kleine, aber feine Unterschied zum gewesenen niedersächsischen MiniPräs Wulf und dessen Kumpane.
steinbock8 10.03.2014
5. Handel
Die Händel muss man in einem Größeren Zusammenhang sehen alle sind in einem übergeordnetem Sachverhalt involviert und einer nach dem anderen kommt aus der Sache glimpflich raus unsere Justiz ist absolut unabhängig
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