Staatsbankett mit Queen Essen für Europa

Beim Staatsbankett zu ihren Ehren spricht sich Elizabeth II. für die Einheit Europas aus. Bundespräsident Joachim Gauck macht deutlich: "Die Europäische Union braucht Großbritannien".


Beim fünften Staatsbesuch von Queen Elizabeth II. in Deutschland haben die britische Königin und Bundespräsident Joachim Gauck den Zusammenhalt Europas beschworen. "Wir wissen, dass die Spaltung in Europa gefährlich ist und dass wir uns davor in Acht nehmen müssen", sagte sie beim Staatsbankett zu ihren Ehren im Berliner Schloss Bellevue. "Das bleibt unser gemeinsames Bestreben." Großbritannien habe sich in Europa immer sehr engagiert.

Bundespräsident Joachim Gauck ging direkter als die 89 Jahre alte Monarchin auf Bestrebungen im Vereinigten Königreich ein, die EU zu verlassen. "Die Europäische Union braucht Großbritannien", sagte er beim Bankett. "Ein einiges Europa, eine starke Union stehen für Stabilität, für Frieden und Freiheit - für uns alle", ergänzte er.

Zuvor waren die Königin und ihr Mann Prinz Philip mit militärischen Ehren empfangen worden. Bei einer Bootsfahrt durchs Berliner Regierungsviertel jubelten zahlreiche Schaulustige der Queen zu. Anschließend traf sie Kanzlerin Angela Merkel. Das royale Paar bleibt bis Freitag in Deutschland.

Hintergrund von Gaucks eindringlichem Appell ist, dass das Volk in Großbritannien bis Ende 2017 darüber abstimmen soll, ob das Land in der EU bleiben möchte. Premierminister David Cameron will davor Reformen aushandeln und Großbritannien in der EU halten. In seiner konservativen Partei gibt es aber einen starken EU-kritischen Flügel. Auch Kanzlerin Merkel dürfte das Briten-Referendum bei ihrem Gespräch mit der Queen angesprochen haben.

"Großbritannien zählt sich seit 1945 zu den engsten Freunden Deutschlands in Europa", sagte die Königin am Abend. Die beiden Länder hätten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs viel erreicht, indem sie zusammengearbeitet hätten. "Ich bin voller Zuversicht, dass wir dies auch in den kommenden Jahren tun werden." Die Beziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland seien "eine der unumkehrbaren Veränderungen zum Guten", die sie erlebt habe.

Gauck würdigte den Einsatz der Königin für die europäische Integration. Ein Vierteljahrhundert nach dem Ende der Teilung das Kontinents stehe die EU vor großen Herausforderungen. "Wir wissen auch, dass wir eine handlungsfähige Union brauchen, die auf der stabilen Grundlage gemeinsamer Werte steht. Deshalb ist ein konstruktiver Dialog über die von Großbritannien angestrebten Reformen unerlässlich", sagte er. "Deutschland wird diesen Dialog als guter Partner unterstützen. Denn Großbritannien ist Teil Europas."

Am Vormittag waren die royalen Gäste vom Bundespräsidenten und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt empfangen worden. Die beiden Besucher trugen sich ins Gästebuch des Bundespräsidialamtes ein und tauschten Geschenke mit dem deutschen Staatsoberhaupt aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel führte die Queen danach durchs Kanzleramt.

brk/dpa

insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
eckawol 24.06.2015
1. Volksbefragung in UK über EU-Mitgliedschaft?
Das dürfte sich für Cameron jetzt erledigt haben...
Undead 24.06.2015
2. Adelsfragen..
Entspricht es denn der königlichen Etikette, wenn der Bundespräsident beim Empfang der Queen von seiner Mätresse begleitet wird?
Kater Karlo 24.06.2015
3. Packt der Herr Bundespräsident
die Queen an der Gurgel? Hat die SPIEGEL-Bildredaktion kein besseres Bild gefunden?
fritz65 24.06.2015
4.
Die Queen ist eine bemerkenswerte Frau, die sich über die positive Entwicklung der deutsch-englischen Beziehungen freut. Und "unumkehrbar" soll wohl meinen, dass dies so bleiben möge. Dem Wunsche schließe ich mich an- allerdings gibt es schwierige Themen, die das Verhältnis einstmals trüben könnten. Solche durch und durch angenehmen symbolischen Gesten tragen sicher dazu bei, dass die jeweils verantwortlich Handelnden sich größte Mühe geben werden auch in Zukunft Lösungen zu finden!
Hilfskraft 24.06.2015
5. Lol
Zitat von UndeadEntspricht es denn der königlichen Etikette, wenn der Bundespräsident beim Empfang der Queen von seiner Mätresse begleitet wird?
Mätressen sind längst im engl. Königshaus integriert. Siehe Camilla Parker Bowles.
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