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Räumung in Stuttgart: S21-Gegner beklagen Polizeieinsatz

Mehrere tausend Sicherheitskräfte haben den Stuttgarter Schlossgarten in einer nächtlichen Aktion beinahe komplett geräumt. Die Polizei ist zufrieden mit dem Einsatz - die Gegner des Bahnprojekts S21 kritisieren das Vorgehen als "aggressiv und provozierend".

Stuttgart - Der Stuttgarter Schlossgarten ist am Mittwochmorgen zur Vorbereitung der Abholzung von Dutzenden Bäumen für das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 laut Polizei weitgehend geräumt worden. Der Einsatz der rund 2500 Beamten sei "im Großen und Ganzen sehr friedlich" verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Demnach ist die Polizei derzeit noch damit beschäftigt, mit einer Hebebühne Aktivisten von Bäumen zu holen, die dort in Holzverschlägen und unter Planen vermutet werden. Zudem hätten sich zwei Männer an einem Protestzelt festgemacht.

Die Aktivisten warfen der Polizei dagegen vor, "aggressiv und provozierend" aufzutreten. Die Beamten hätten direkt beim Betreten des Schlossgartens "grundlos" Schlagstöcke eingesetzt und Umstehende geschubst, kritisierten die sogenannten Parkschützer. Die Räumung der Sitzblockade verlief demnach "ruppig und grob". Der friedliche Ablauf in der Nacht sei allein Verdienst der ruhig und besonnen agierenden Demonstranten, hieß es von den Parkschützern.

Fast alle der anfangs rund tausend S21-Gegner hatten im Laufe der Nacht den Park verlassen. Polizisten mussten etwa 50 Menschen wegtragen. Regierung und Polizei hatten eine Eskalation wie bei den Baumfällarbeiten am 30. September 2010 vermeiden wollen. Damals hatte die Polizei Wasserwerfer und Pfefferspray eingesetzt; mehr als hundert Menschen, darunter viele Schüler und Senioren, wurden verletzt.

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Räumung des Schlossgartens: Nachteinsatz in Stuttgart
Auf dem rund 40.000 Quadratmeter großen Gelände will die Bahn in den kommenden Tagen mehr als 170 Bäume fällen oder verpflanzen lassen, damit der Trog für den heftig umstrittenen Tiefbahnhof ausgehoben werden kann. Die Fällarbeiten könnten den Plänen zufolge noch am Mittwoch beginnen. Die Baumarbeiten kosten die Bahn eigenen Angaben zufolge zwei Millionen Euro.

Das Projekt Stuttgart 21 umfasst eine unterirdische Durchgangsstation und die Anbindung an die geplante Schnellbahnstrecke nach Ulm. Die Bahn schätzt die Kosten auf rund 4,1 Milliarden Euro. Die Grünen und andere Projektgegner halten den Bahnhofsumbau für unnötig und rechnen mit einer Kostenexplosion. Seit der Volksabstimmung Ende November 2011, bei der sich die Befürworter auch gegen Baden-Württembergs grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann durchsetzten, hat sich die Debatte etwas beruhigt.

ffr/dapd/AFP/dpa

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1. .
frubi 15.02.2012
Zitat von sysopDPAMehrere tausend Sicherheitskräfte haben den Stuttgarter Schlossgarten in einer nächtlichen Aktion beinahe komplett geräumt. Die Polizei ist zufrieden mit dem Einsatz - die Gegner des Bahnprojekts S21 kritisieren das Vorgehen als "aggressiv und provozierend". Räumung in Stuttgart: S21-Gegner beklagen Polizeieinsatz - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,815353,00.html)
Ich bin wahrlich kein Freund von unnützen Großprojekten wie S21 und vor allem bin ich ein Gegner von übertriebener Polizeigewalt aber auch die Demonstranten sollten so langsam mal einsehen, dass die Bürger eine Entscheidung getroffen haben und nun alle diese Entscheidung mittragen müssen. Als überzeugter Demokrat muss man auch mal eine Niederlage eingestehen und sich zurückziehen.
2. Polizei aggressiv und provozierend?
wago 15.02.2012
Wenn ein Polizist der Herrn von Herrmann anlächelt, dann ist das provozierend und wenn er ihm sagt, er soll den Park verlassen, dann ist das aggressiv. So kennt man das seit Jahren. Dahinter steht nichts anderes als die Kommunikationsstrategie der sogenannten Parkschützer. Das aggressive Verhalten mancher Hassbürger im Park gegenüber der Polizei und Andersdenkenden wird dagegen als absolut friedfertig bezeichnet. Es war schon richtig, dass die Polizei bei ihrem Einsatz mit vielen Kräften vorging. Nur so mussten auch die letzten Gewaltbereiten erkennen, dass sie unterlegen sind.
3. dumm und dreist
earl grey 15.02.2012
Zitat von sysopDPAMehrere tausend Sicherheitskräfte haben den Stuttgarter Schlossgarten in einer nächtlichen Aktion beinahe komplett geräumt. Die Polizei ist zufrieden mit dem Einsatz - die Gegner des Bahnprojekts S21 kritisieren das Vorgehen als "aggressiv und provozierend". Räumung in Stuttgart: S21-Gegner beklagen Polizeieinsatz - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,815353,00.html)
Und was bitteschön ist das Verhalten der S21 Gegner? Diese Leute hatten 15 Jahre Zeit Einsprüche geltend zu machen, sie haben eine Volksabstimmung verloren - irgendwann sollten sich auch diese Menschen einmal daran gewöhnen, das wir in einer Demokratie leben, wo sich Minderheiten der Meinung der Mehrheit zu fügen haben. Ich betrachte das Verhalten der S21 Gegner mehr als "aggressiv und provozierend" - es ist einfach nur noch dumm und dreist.
4.
altehupe 15.02.2012
Zitat von sysopDPAMehrere tausend Sicherheitskräfte haben den Stuttgarter Schlossgarten in einer nächtlichen Aktion beinahe komplett geräumt. Die Polizei ist zufrieden mit dem Einsatz - die Gegner des Bahnprojekts S21 kritisieren das Vorgehen als "aggressiv und provozierend". Räumung in Stuttgart: S21-Gegner beklagen Polizeieinsatz - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,815353,00.html)
Aggressives ruppiges Vorgehen?? Was denken diese "Parkschützer" denn bitte? Reden hat ja wohl nicht geholfen, denn es ist doch bereits festgelegt, dass Stuttgart 21 gebaut wird. Dann kettet sich dieses Gesindel fest und mosert dann noch rum, wenn sie ein wenig Geschubst werden? Sie müssten sich doch einfach nur an die bestehenden Absprachen halten und niemand würde zu Schaden kommen.
5. Eine Diktatur der Minderheit
vaudh. 15.02.2012
das ist es offensichtlich, was die Ewig-Protestler in Stuttgart einführen wollen. Mehrheitsentscheidungen ihrer "Mitbürger" interessieren sie nicht, billigen sie nicht.
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