Ehemalige RAF-Terroristen Neue Ermittlungen im Mordfall Siegfried Buback

Fast vier Jahrzehnte nach dem Mord an Generalbundesanwalt Buback kommt wieder Bewegung in den Fall. Gegen mehrere Ex-Terroristen der RAF wird Berichten zufolge jetzt ermittelt.

Nach dem Attentat auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback in Karlsruhe am 7. April 1977 (Archivbild): Die Bundesstaatsanwaltschaft untersucht die Rollen von drei Frauen und vier Männern, die der RAF angehörten
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Nach dem Attentat auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback in Karlsruhe am 7. April 1977 (Archivbild): Die Bundesstaatsanwaltschaft untersucht die Rollen von drei Frauen und vier Männern, die der RAF angehörten


Berlin - Die Bundesanwaltschaft hat 37 Jahre nach dem Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback neue Untersuchungsverfahren gegen sieben ehemalige RAF-Terroristen eingeleitet. Wegen des Verdachts der Verabredung oder Beihilfe zum Mord an Buback werde seit dem 13. Oktober gegen drei Frauen und vier Männer ermittelt, berichtete die "Bild"-Zeitung am Samstag und berief sich dabei auf Berliner Sicherheitskreise. Auch nach dpa-Informationen sind neue Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Buback, sein Fahrer und ein Justizbeamter waren 1977 in Karlsruhe von einem Motorrad aus erschossen worden. Wer die beiden Attentäter waren, konnte das Oberlandesgericht Stuttgart nicht klären. Die frühere RAF-Terroristin Verena Becker war wegen Beihilfe zum Mord 2012 zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Zweieinhalb Jahre davon wurden ihr wegen einer früheren Verurteilung als bereits verbüßt angerechnet.

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Mammut-Prozess: Schuldspruch für Ex-RAF-Terroristin Becker
Becker hatte trotz der moderaten Strafe Rechtsmittel eingelegt. Der Bundesgerichtshof wies die Revision allerdings als unbegründet ab, das Urteil war damit rechtskräftig.

Zu den Informationen über neue Ermittlungsverfahren teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Samstag lediglich mit, der Generalbundesanwalt gebe grundsätzlich keine Auskunft, ob er ermittele oder nicht.

hei/dpa

insgesamt 21 Beiträge
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NauMax 01.11.2014
1. Finde ich gut,
dass die Justiz die ungeklärten, mutmaßlichen RAF-Morde trotz NSU und Islam-Terrorismus nicht aus den Augen verliert. Mord verjährt nie und sollten die Täter da draußen noch leben, sollten sie zumindest keine ruhige Minute mehr erleben, wenn man ihrer schon nicht habhaft werden kann.
penie 01.11.2014
2. Das riecht nach Rachsucht!
Nach 37 Jahren noch wg. Beihilfe zu ermitteln, gibt es nur bei politisch motivierten Verbrechen. Ich könnte mir eine sinnvollere Verwendung meiner Steuergelder vorstellen.
morgain01 01.11.2014
3. Nach ca. 40 Jahren ....
Warum gräbt man dies nun wieder aus ? Gibt es denn noch neue Erkenntnisse ? Warum nun jetzt wieder neue Ermittlungen ? Will man vielleicht von all den Lügen und Pannen der deutschen Behörden in Bezug auf die NSU ablenken, und nun zeigen, wie man hart durchgreift ? Die deutschen Behörden, BKA, BND und Polizei, waren und sind immer noch auf dem rechten Auge blind. Also kann man es ja nun mal wieder mit der RAF versuchen, um der Bevölkerung zu zeigen, wie man durchgreift ....
Dr. Elmo 01.11.2014
4. Wunderbar!
Da werden einige mittlerweile schon recht alte Damen und Herren wohl nun ein wenig nervös werden. Aber es ist schön zu sehen, daß dieser Staat nicht locker lässt, bis er Gewaltverbrecher dingfest macht. Die Mörder dürfen nicht zur Ruhe kommen!
rwinter77 01.11.2014
5. Aufklärung nötig
Strafrechtlich ist es vielleicht nicht wirklich interessant, für die Aufklärung der RAF-Geschichte aber wichtig!
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