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Staub, Klette und Garweg: Dieses RAF-Trio soll Geldtransporter überfallen haben

Gesuchtes RAF-Trio (Fahndungsfoto): Staub, Klette und Garweg Zur Großansicht
AP/BKA, ddp images/dapd/BKA

Gesuchtes RAF-Trio (Fahndungsfoto): Staub, Klette und Garweg

An einem Überfall auf einen Geldtransporter im Juni sollen drei RAF-Terroristen beteiligt gewesen sein: Ernst Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette. Sie stehen seit Jahrzehnten auf Fahndungslisten.

Vor rund 18 Jahren löste sich die Rote Armee Fraktion (RAF) auf. Doch offenbar sind drei Mitglieder der einst berüchtigten Terrororganisation noch immer aktiv: Sie sollen am 6. Juni 2015 an einem spektakulären Raubüberfall auf dem Gelände eines Supermarkts in Stuhr (Niedersachsen) beteiligt gewesen sein. Das berichtete der NDR unter Berufung auf Behördenkreise.

An den Tatfahrzeugen wurden demnach DNA-Spuren gefunden, die zu dem RAF-Trio führten. Bei den Verdächtigen soll es sich um die seit Jahrzehnten auf Fahndungslisten stehenden Daniela Klette (heute 57 Jahre alt), Volker Staub (58) und Burkhard Garweg (Alter unbekannt) handeln. Zuletzt soll das Trio 1999 in Duisburg einen Geldtransporter überfallen haben.

Die Staatsanwaltschaft in Verden teilte am Dienstag mit, keine weiteren Angaben machen zu wollen. Die Ermittler kündigten an, dass es im Laufe der Woche weitere Informationen geben werde. Eine Sprecherin des Bundeskriminalamts (BKA) wollte ebenfalls nicht bestätigen, dass die DNA-Spuren zu den drei RAF-Mitgliedern gehören. Allerdings dementierte die Sprecherin dies auch nicht.

Staub, Klette und Garweg gehören zur sogenannten dritten Generation der RAF. Die Morde an Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen, an Siemens-Manager Karl Heinz Beckurts und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder gehen alle auf das Konto dieser letzten RAF-Generation vor der erklärten Selbstauflösung im Jahr 1998.

Die drei Terroristen sollen dem NDR-Bericht zufolge unter anderem 1993 auch an dem Sprengstoffanschlag auf die Justizvollzugsanstalt in Weiterstadt in Hessen beteiligt gewesen sein. Auch damals seien ihre DNA-Spuren gefunden worden.

Die genetischen Fingerabdrücke waren nach dem Überfall auf einen Geldtransporter gesichert worden. Drei Maskierte sollen auf einen gepanzerten Geldtransporter geschossen haben. Verletzt wurde niemand, die Kugeln blieben in einem Reifen und im Blech stecken. Die Täter flüchteten ohne Beute, es gelang ihnen nicht, die Türen des Geldtransporters zu öffnen.

Bei der zuständigen Polizeiinspektion in Diepholz bearbeitet eine Sonderkommission namens "Soko Real" den Fall. Mehrfach wurde die Öffentlichkeit in die Fahndung eingeschaltet. Der Raubversuch war auch schon Thema in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" - an diesem Mittwoch auch wieder. Doch nie gab es eine heiße Spur - bis jetzt.

als/dpa

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