RAF-Morde Generalstaatsanwalt bestreitet Informanten-Rolle von Boock

Der Name des RAF-Informanten, der Einzelheiten zum Mord an Siegfried Buback verraten haben soll, ist weiter unklar. Der Stuttgarter Generalstaatsanwalt bestritt einen Bericht, wonach er als Kontaktperson den Ex-Terroristen Peter-Jürgen Boock genannt habe.


Karlsruhe - "Ich habe die Identität des Informanten nicht bestätigt, und ich werde sie auch weiterhin nicht bestätigen", sagte Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Tageszeitung "taz" hatte behauptet, Pflieger habe Boock als Kontaktperson genannt.

Boock: Doch nicht der Kontaktmann?
DER SPIEGEL

Boock: Doch nicht der Kontaktmann?

Michael Buback, Sohn des 1977 ermordeten Generalbundesanwalts, hatte unter Berufung auf neue Informationen "aus dem Bereich der RAF" geschrieben, der im badischen Bruchsal inhaftierte Ex-Terrorist Christian Klar habe damals wahrscheinlich nicht selbst die tödlichen Schüsse auf seinen Vater abgegeben. Dass Klar anderweitig an der Tat beteiligt war, stellte Buback aber nicht in Abrede. Pflieger hatte eingeräumt, dass er den Kontakt zwischen dem Informanten und Buback hergestellt hatte.

Die Entscheidung des Landgerichts Karlsruhe über den Antrag Klars auf Hafterleichterungen ist bereits gefallen. Sie soll aber erst Anfang nächster Woche veröffentlicht werden. "Die Entscheidung ist jetzt ergangen", sagte ein Gerichtssprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur ddp. Der Beschluss werde umgehend den Verfahrensbeteiligten zugestellt und dann "wahrscheinlich am Montag oder Dienstag veröffentlicht".

Bundespräsident Horst Köhler liegt ein Gnadengesuch des Ex-Terroristen vor. Klars gerichtlich festgesetzte Mindesthaftdauer von 26 Jahren endet erst im Januar 2009.

als/dpa/ddp



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C.Jung 28.03.2007
1. KEINE Plattform zur Selbstdarstellung geben.
Jedenfalls sollte Leuten, die keinerlei selbstkritisches Verhältnis haben zu ihren Morden und dem Leid, das sie anderen zugefügt haben, KEINERLEI Plattform zur Selbstdarstellung und -rechtfertigung gegeben werden!
charcharinus, 28.03.2007
2. Fahndungseinstellung?
Zitat von sysopNach der Freilassung von Brigitte Mohnhaupt wurden sogleich Befürchtungen einer steilen "Medienkarriere" der Ex-Terroristin laut. Ist eine Resozialisierung mit so viel Öffentlichkeit überhaupt möglich? Wie soll mit den ehemaligen RAF-Mitgliedern umgegangen werden?
Da wird diskutiert, ob die Fahndung der bisher noch nicht festgenommenen RAF-Mitglieder der 3. Generation, die vor noch nicht einmal 8 Jahren ihren letzten Überfall begangen haben, eingestellt werden soll! Und jetzt die Resozialisierung der RAF oder deren Mitglieder der 1. und 2. Generation? Das beißt sich doch! Da wird mit zweierlei Recht Maß genommen. Die normalen Mitbürger, die, warum auch immer, einen Menschen totgeschlagen haben, werden zu lebenslänglich verurteilt und je nach dem, ob feminin oder maskulin, früher oder später wieder rausgelassenö Die RAF, also die gegen den Staat und die Kapitalisten und die Kapitalistenknechte (eigentlich jeder Normalo, der Geld verdienen muß um etwas zu knabbern zu haben) gemordet haben; da wird die Abgeltungsdauer für einen Mord mal schnell auf 3 Jahre verkürzt. Ich weiß nicht, irgendwie kommt mir das "spanisch" vor!
Andreas Heil, 28.03.2007
3.
Zitat von sysopNach der Freilassung von Brigitte Mohnhaupt wurden sogleich Befürchtungen einer steilen "Medienkarriere" der Ex-Terroristin laut. Ist eine Resozialisierung mit so viel Öffentlichkeit überhaupt möglich? Wie soll mit den ehemaligen RAF-Mitgliedern umgegangen werden?
Felix Ensslin hat in einem großartigen Artikel in der ZEIT Überlegungen angestellt, die übliche Geplänkel hinausgehen: ... Es ist die Geschichte einer Wiederkehr des Politischen – in der gespenstischen Anwesenheit einer anderen Welt ... ... Nicht Straftaten machen den Terroristen zum Terroristen – und zum Gegenstand rechtsstaatlicher Maßnahmen –, sondern Gedanken, die zur bestehenden Ordnung eine Alternative erträumen ... ... Denn es ist ein Grundgedanke des Konservatismus, dass die Unfähigkeit, die Realität zu akzeptieren, der Anfang allen Übels ist und in letzter Konsequenz also auch der Nährboden für Terrorismus ... ... Vielleicht erklärt das die Aufregung der vergangenen Monate: Unter all den Hülsen und populistischen Einlassungen ist ein Bewusstsein vorhanden, dass es sich bei der Debatte um die Begnadigung eines Terroristen um eine traumatische Wiederkehr des Politischen selbst handelt. Der Akt der Gnade, so er vollzogen würde, verwiese in sich selbst schon darauf, dass die Welt, so wie sie ist, nicht die einzig denkbare – vielleicht sogar nicht die wirklich wünschenswerte – ist. Die doppelte Verdrängung (http://www.zeit.de/2007/13/RAF-Staatsverstaendnis)
LucasF, 28.03.2007
4.
"Wie soll mit den ehemaligen RAF-Mitgliedern umgegangen werden?" Mit äußerster Härte. Wenn man bedenkt, wie die Betroffenen leiden, geht es den ehemaligen Mitgliedern dieser Organisation viel zu gut.
kräuterhexe, 28.03.2007
5. Warum nicht?
Man sollte sie in der Alten-oder Behindertenbetreung oder Strassenkinderbetreuung etc. arbeiten lassen.....Dann können die mir was erzählen über ihre komischen Ansichten über ihren komischen Klassenkampf.an könnte sie nützlich machen.....
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