Raubüberfall Einer der mutmaßlichen RAF-Terroristen trug keine Maske

Zweimal verübten mutmaßliche Ex-RAF-Mitglieder misslungene Raubüberfälle, zweimal entkamen sie anschließend. Einer der drei Verdächtigen war offenbar nicht maskiert. Die Polizei hat jetzt ein Phantombild veröffentlicht.

Phantomskizze der Polizei Wolfsburg: Beide Verdächtige kommen laut Polizei als Abgebildete infrage
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Phantomskizze der Polizei Wolfsburg: Beide Verdächtige kommen laut Polizei als Abgebildete infrage


Beim Überfall auf einen Geldtransporter in Wolfsburg, den drei mutmaßliche frühere RAF-Terroristen verübt haben sollen, hat einer der Täter keine Maske getragen. Das sagte Polizeihauptkommissar Jürgen Hage von der Kripo Diepholz am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst". In der Livesendung wurde ein neues Phantombild gezeigt, das nach Zeugenangaben erstellt wurde.

An dem Überfall am 28. Dezember 2015 im Wolfsburger Ortsteil Nordsteimke waren nach Ergebnissen von DNA-Proben die mutmaßlichen Ex-RAF-Mitglieder Daniela Klette, Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg beteiligt. Auch die Polizei Wolfsburg bestätigte am Mittwochabend, dass einer der Täter keine Maske trug.

Das neue Phantombild zeigt einen etwa 50 Jahre alten Mann mit "fransigen schwarz-grauen" Haaren und Schnauzbart. Er soll schlank und 1,80 bis 1,90 Meter groß sein. Ob es sich bei dem Phantombild um Garweg oder Staub handeln könnte, ist unklar. "Es könnte jeder von den beiden gewesen sein", sagte Polizeihauptkommissar Hage.

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Überfall auf Geldtransporter: RAF-Mitglieder wieder aktiv?

Das Trio wird auch verdächtigt, im Juni 2015 einen Überfall auf einen Geldtransporter in der Nähe von Bremen verübt zu haben. In beiden Fällen machten die Täter keine Beute. Die Ermittler sehen keine Hinweise auf ein terroristisches Motiv.

"Ich gehe davon aus, dass Garweg, Staub und Klette irgendwo unauffällig leben, möglicherweise auch in Norddeutschland. Vielleicht leben sie auch zusammen, vielleicht auch mit Hund", sagte Hage. In einem der Täterfahrzeuge seien Hundehaare gefunden worden.

Bei der Polizei in Diepholz liefen schon während der ZDF-Sendung die Telefone heiß, berichtete Hage. Insgesamt gingen rund hundert Hinweise in Diepholz und der Anrufzentrale der Sendung ein. Es gab auch konkrete Hinweise, bei denen Anrufer glaubten, die drei gesuchten Personen erkannt zu haben.

Bei dem Überfall in Wolfsburg hatte einer der Täter den Beifahrer des Geldtransporters mit einer Waffe bedroht, als dieser sich außerhalb des Fahrzeugs befand. Zwei weitere Täter, davon mutmaßlich eine Frau, hielten den Fahrer in seinem Fahrzeug in Schach. Dieser nutzte einen unbeobachteten Augenblick und flüchtete mit dem Geldtransporter, wie die Polizei Wolfsburg und die Staatsanwaltschaft Braunschweig am Mittwochabend mitteilten.

Die Täter mussten daraufhin von ihrem Vorhaben ablassen. Sie flüchteten mit einem dunkelblauen Ford Focus Kombi. Ein anderes Fahrzeug der Täter, ein grüner VW Golf Variant, konnte am Tatort sichergestellt werden. Der Ford Focus wurde am 29. Dezember in einem Waldgebiet gefunden.

sun/dpa

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