RAF-Terroristin Barbara Meyer stellt sich

Die seit 1985 gesuchte mutmaßliche RAF-Terroristin ist freiwillig nach Deutschland zurückgekehrt und in Untersuchungshaft genommen worden. Meyer, die sich offenbar im Libanon aufhielt, soll 1985 an zwei RAF-Überfällen beteiligt gewesen sein.


Karslruhe - Wie Generalbundesanwalt Kay Nehm am Montag in Karlsruhe mitteilte, hat sich die mit Haftbefehl wegen versuchten Mordes gesuchte 42jährige am vergangenen Samstag am Flughafen in Frankfurt am Main gestellt. Sie wurde dort festgenommen und am Sonntag dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt, der erneut Haftbefehl erließ. Die Beschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft. Meyer, die sich den Angaben zufolge im Libanon aufgehalten hatte, soll an zwei Überfällen der "Rote Armee Fraktion" (RAF) im Jahre 1985 beteiligt gewesen sein. Barbara Meyer wird beschuldigt, am 3. Juni 1985 zusammen mit anderen Mitgliedern der Rote-Armee-Fraktion in Kirchentellinsfurt bei Tübingen den Geldboten eines Supermarktes überfallen zu haben. Der Mann wurde niedergeschossen, die Täter raubten ihm die Geldtasche mit rund 157.000 Mark. Am 28. Juli desselben Jahres soll Meyer an einem mißlungenen Versuch von RAF-Mitgliedern beteiligt gewesen sein, aus einem Steinbruch bei Ottenhöfen im Schwarzwald Sprengstoff zu beschaffen. Der Sprengmeister schöpfte jedoch Verdacht und ließ sich nicht in eine Falle locken. Wer die Mittäter in den beiden Fällen waren, ist den Behörden noch nicht bekannt.



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