Sachsen-Anhalts Regierungschef Karten für Bayern-Spiel bringen Haseloff in Erklärungsnot

Einladung zum Fußball: Sachsen-Anhalts CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff erhielt von den Stadtwerken Zeitz Eintrittskarten für ein Champions-League-Spiel. Nun könnten ihm Ermittlungen drohen.

Reiner Haseloff
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Von Adrian-Basil Müller und Steffen Winter


Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) gerät wegen seiner Leidenschaft für den FC Bayern München in Bedrängnis. Der Regierungschef hatte 2013 zwei Eintrittskarten für das Champions-League-Spiel der Bayern gegen den FC Arsenal von den Stadtwerken Zeitz angenommen und war mit seiner Frau sowie Personenschützern nach München gereist. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Haseloff überwies den Zeitzern dafür 150 Euro und erklärte, damit sei die private Reise auch privat beglichen. Der inzwischen entlassene Geschäftsführer des Unternehmens bestreitet das.

Die Plätze in der Allianz-Arena lagen auf der Südtribüne, Reihe 25, direkt vor einer exklusiven Lounge mit VIP-Service. Die Karten, so erinnert sich der frühere Stadtwerkechef Andreas Huke, hätten rund 500 Euro gekostet - pro Stück. Er versichert an Eides statt, der Ministerpräsident habe auch die Lounge genutzt.

Haseloff sagt dagegen, er habe auf seinem Sitz gesessen. Ihm könnten nun Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsannahme drohen. Nach der Rechtsprechung können solche Einladungen dann kritisch sein, wenn etwa eine "vergangene Dienstausübung" honoriert wurde. Haseloff war als früherer Wirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt unter anderem für die Genehmigung der Stadtwerke-Preise zuständig.


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insgesamt 71 Beiträge
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Seite 1
touri 18.03.2017
1.
Ich begreif das einfach nicht, sollten gerade Politiker es nicht besser wissen als ihre Karriere wegen ein paar Euro zu riskieren?
rooftop 18.03.2017
2. choo choo
Das ist natürlich wahnsinnig schlimm wenn er einer Einladung zum Fußballspiel gefolgt ist. Schöne neue Welt...
Freidenker10 18.03.2017
3.
Nicht schon wieder solche Nichtigkeiten! Mich würde vielmehr die Verzahnung zwischen der Wirtschaft und der Regierung, Beispiel Abgasskandal VW/Niedersachsen/Verkehrsministerium und deren Parteispenden interessieren!
ace.of.spades 18.03.2017
4. Das ist doch absolut lächerlich!
Ein paar hundert Euro Differenz bei zwei Fußball-Eintrittskarten? Dafür lässt sich doch noch nicht einmal ein Currywurst-Verkäufer bestechen - und schon gar kein Politiker! Das Risiko bei einer Vorteilsnahme entspricht doch überhaupt nicht diesem Gegenwert. Da will einer auf Teufel komm raus dem Mann ans Bein pinkeln und spaltet dafür Grashalme. Demnächst bekommt ein Politiker vielleicht schon Schwierigkeiten, weil er von seinem Chauffeur ein angebotenes Zigarillo annimmt. Was soll das denn? Das ist ja wirklich nur noch ein fader Witz, über den man kaum noch lachen kann. Anstatt Erbsen zu zählen, sollten die selbsternannten Aufpasseure mit den zusammengekniffenen Hinterbacken lieber mal einen Blick auf die Machenschaften der Politiker werfen, die z.B. in den Bau des Berliner Flughafens verwickelt waren und sind. Lohnen würden sich auch die Verbindungen des Verkehrsministers mit der Firma Schenker, der Autoindustrie und der Maut-Firma. Und so weiter und so fort. Das wäre wirklich mal ein lohnender Ansatz!
schwebefliege 18.03.2017
5. Liebe Leute,
lasst doch den armen Mann in Ruhe. Er wurde während seiner Amtszeit derartig miserabel bezahlt so dass er dankbar war, diese Apothekerpreise für Fussballtickets nichgt voll bezahlen zu müssen.
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