Travemünde - Die zwei für den Einsatz in der Türkei vorgesehenen deutschen "Patriot"-Raketenabwehrstaffeln werden voraussichtlich am 8. Januar von Travemünde aus verschifft. Am Vortag sollen die Raketen, Abschussrampen und Radargeräte aus den Kasernen in Sanitz und Bad Sülze bei Rostock in mehreren Fahrzeugkolonnen zum Hafen gebracht werden.
Dies sagte ein Sprecher des Flugabwehrraketengeschwaders 2 am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Die meisten der 170 Soldaten des Geschwaders sollen erst später in die Türkei fliegen. Anfang Februar wird die Einheit einsatzbereit sein.
Die "Patriots" sollen den Nato-Partner Türkei vor möglichen Angriffen aus Syrien schützen. Ankara betont aber den reinen Verteidigungscharakter der geplanten "Patriot"-Raketenabwehr. Die deutschen Staffeln werden in Kahramanmaras stationiert, etwa hundert Kilometer von der türkisch-syrischen Grenze entfernt. Im Grenzgebiet gehen Soldaten von Präsident Baschar al-Assad gegen Rebellen vor.
Auf der türkischen Seite der rund 900 Kilometer langen Grenze sind bereits mehrfach Granaten eingeschlagen. Besondere Sorge bereiten der Türkei die Chemiewaffen im Besitz der syrischen Armee. Auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte gewarnt, man wisse nicht, wozu das um seine Existenz kämpfende Regime fähig sei.
Mitte Dezember hatte der deutsche Bundestag die Verlegung der Waffensysteme beschlossen. Der Einsatz ist bis zum 31. Januar 2014 befristet. Außerdem genehmigte US-Verteidigungsminister Leon Panetta die Verlegung von zwei "Patriot"-Einheiten in die Türkei. Wie der US-Sender CBS News meldete, sollen 400 US-Soldaten die Raketenabwehrsysteme bedienen.
Auch die Niederlande beteiligen sich an dem Einsatz. Die USA, die Niederlande und Deutschland verfügen als einzige Nato-Staaten über die moderne "Patriot"-Version Pac-3.
jok/dpa
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