Schleswig-Holstein SPD-Funktionäre wollen Stegner nicht mehr

SPD-Vize Ralf Stegner gerät nach der verlorenen Wahl in Schleswig-Holstein weiter unter Druck: In einem offenen Brief drängen ihn Parteifunktionäre zum Rücktritt.

Ralf Stegner
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Ralf Stegner


SPD-Funktionäre aus dem Herzogtum Lauenburg haben Schleswig-Holsteins Parteichef Ralf Stegner in einem offenen Brief den Rücktritt nahegelegt. Stegner solle sich ein Beispiel nehmen an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in NRW und Regierungschef Torsten Albig in Kiel, die nach den SPD-Wahlniederlagen Verantwortung übernommen und ihren Rücktritt erklärt hätten.

Die SPD hatte bei der Landtagswahl im nördlichsten Bundesland rund drei Prozentpunkte eingebüßt und war nur auf 27,2 Prozent der Stimmen gekommen. Klarer Wahlsieger war die CDU um Spitzenkandidat Daniel Günther mit 32 Prozent.

"Wir bedauern, dass der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion und unser Landesvorsitzender Ralf Stegner dieses Verantwortungsbewusstsein als maßgeblich Verantwortlicher für die Kampagne und das Programm vermissen lässt", heißt es in dem Brief. "Ein unbeirrtes Festklammern an Posten bei gleichzeitiger Aufnahme von Koalitionsverhandlungen ist für uns ohne interne Erneuerung nur schwer nachvollziehbar."

Zugleich erneuerte der frühere SPD-Landesvize und Ex-Innenminister Andreas Breitner seine Rücktrittsforderung. In den "Kieler Nachrichten" nannte er gleich sechs potenzielle Nachfolger für Stegner als SPD-Landeschef.

Dieser hält trotz der SPD-Wahlniederlage am Plan einer Koalition von SPD, Grünen und FDP fest - dabei haben die Liberalen ein solches Bündnis bereits definitiv ausgeschlossen. Am Montag will die SPD dennoch ein Sondierungsgespräch mit den Grünen führen. Dabei zeichnen sich Koalitionsverhandlungen für ein "Jamaika"-Bündnis von CDU, Grünen und FDP ab. Die Entscheidung darüber fällt am Dienstag.

als/dpa



insgesamt 135 Beiträge
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gnarze 18.05.2017
1. So sieht es aus
Wer gestern sah, mit welcher Selbstgefälligkeit und Arroganz Stegner bei Maischberger das Thema zu Seite wischte, der ahnt, warum an der Förde so gewählt wurde wie gewählt wurde.
velence 18.05.2017
2. Stegner sollte auch seinen Platz räumen!
Ich mag die koddrige Art dieses Mannes. Ein Linker,der sagt, was los ist. Nur, der gemeine Bürger sieht das anders und die wollen politische Harmonie. Stegner irrt, wenn er meint, er müsste auf Biegen und Brechen eine CDU-geführte Koalition verhindern. Den Wahlsieger CDU auszubremsen, kommt nicht gut an. Und entspricht nicht dem Wählerwillen. Etwas Demut käme da schon besser an.
yoda56 18.05.2017
3. Für mich...
...würde es schon reichen, wenn Herr Stegner sich ein Auftrittsverbot für Talk-Shows auferlegen würde. Ich vermute, dass er die SPD pro Sendung mindestens 5.000 Wählerstimmen kostet!
mitra09 18.05.2017
4. Stegner ist ein Prachtexemplar eines Möchtegern-Moralmonopolisten
Die Wahrnehmung vieler Bürger war und ist: es geht nicht um Demokratie, es geht nicht um die Bürger – es geht darum, gegen die Interessen und den Willen der Mehrheiten, die eigenen Positionen durch Umdefinition und Missbrauch von Attributen wie „gerecht“, „sozial“, „ökologisch“ aufzuwerten und kraft eines vermeintlichen Monopols auf Moral und Intelligenz alle politisch Andersdenkenden zu reaktionären „Wutbürgern“ abzuwerten. Der Erfolg dieser Masche hat aber, nicht nur bei uns, die gesellschaftliche Spaltung herbeigeführt, unter der die Welt heute leidet und die der reaktionären Rechten ihren Aufstieg zur heutigen Bedeutung erst ermöglichte.
lungu_t_m 18.05.2017
5. Aber Ralf Stegner,
ist doch so sympathisch. Wenn ich ihn sehe und höre ist mir schon klar, welche Partei ich nicht wähle. Dazu noch der Sympathieträger Martin Schulz, was kann der SPD besseres passieren.
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