Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Reaktionen auf Obama-Rede: "Starke und mutige Botschaft"

"Rede eines Weltbürgers", "perfekte Inszenierung", eine "Hommage an Berlin" - deutsche Politiker sind nach der großen Obama-Show an der Siegessäule beeindruckt vom Auftritt des US-Präsidentschaftsbewerbers. "Die transatlantsiche Brücke wird stärker", lobt der CSU-Ehrenvorsitzende Stoiber.

Berlin - Lobende Worte von allen Seiten: Barack Obama hat mit seinem Auftritt an der Berliner Siegessäule die deutschen Politiker begeistert.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) würdigte die Rede des designierten Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten als starke und mutige Botschaft. "Sie ist ein Zeichen dafür, dass es in der US-Politik neue Akzente gibt und eine Hommage an Berlin", sagte Wowereit am Donnerstagabend nach den Worten eines Sprechers.

Obama hatte unter anderem an die Zeit der Luftbrücke vor 60 Jahren erinnert, als Amerikaner und Briten Westberlin während der Blockade durch die Sowjets von außen versorgten. Wowereit sagte, die von der Luftbrücke ausgehende deutsch-amerikanische Freundschaft sei beispielhaft dafür, wie man in der Welt gemeinsam vorankommen könne.

Auch der CSU-Ehrenvorsitzende und ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber zeigte sich angetan. "Der junge Senator verkörpert das, wonach sich viele Menschen sehnen: Charisma und Führung", sagte Stoiber SPIEGEL ONLINE. "Die deutsche Politik wird sich aber auch mit seiner Forderung auseinandersetzen müssen, mehr gemeinsame Verantwortung für globale Probleme in der Welt zu übernehmen. Amerika setzt auf Deutschland und Europa. Die transatlantische Brücke wird stärker."

Außenpolitiker der Koalition lobten den Obama-Auftritt ebenfalls. Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Eckart von Klaeden sprach im Anschluss von einer "beeindruckenden Rede". "Sie war im besten Sinne amerikanisch und bis auf die persönlichen Nuancen hätte sie so oder ähnlich auch von John McCain gehalten werden können", sagte von Klaeden SPIEGEL ONLINE.

Der CDU-Politiker sprach von einer "perfekten Wahlkampfinszenierung" Obamas. Die Kernbotschaft sei, dass die Probleme der Welt in den Griff zu bekommen seien, wenn Europa und die USA zusammenstünden. "Dazu gehört auch, gemeinsam die Lasten zu tragen und Opfer zu bringen."

Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Gert Weisskirchen, sagte SPIEGEL ONLINE: "Das war die Rede eines Weltbürgers, die sich nicht nur an deutsche oder Europäer, sondern auch an die US-Amerikaner gerichtet hat."

Obamas wichtigste Botschaft sei gewesen, "dass Europa und die USA die Probleme und Krisen der Welt - vom Klimawandel bis hin zur Lösung von gewaltsamen Konflikten - nur gemeinsam lösen können" und dass dafür das transatlantische Verhältnis "auf einer Basis der Ideale" erneuert werden müsse.

Der Berliner SPD-Landes- und Fraktionschef Michael Müller zeigte sich beeindruckt, wie Obama die Massen mobilisiert habe. In seiner Rede habe Obama die gemeinsame Verantwortung von Amerikanern und Europäern betont, zum Beispiel für die Globalisierung. Insofern habe die Rede einen "deutlich anderen Zungenschlag" gehabt als diejenigen von anderen US-Politikern.

Ähnlich äußerte sich der Grünen-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, Volker Ratzmann. Er bezeichnete die Rede als "sehr ausgewogen". Er sei sich sicher, dass die Berliner den "zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten" erlebt haben.

Obama hatte seine mit Spannung erwartete, knapp halbstündige Rede am Donnerstagabend vor rund 200.000 Menschen gehalten. Dabei rief er unter anderem zum Kampf für eine atomwaffenfreie Welt, gegen den Terrorismus und für den Schutz des Klimas auf.

phw/dpa/ddp

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Berlin-Besuch: Obama in Deutschland


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: