Reaktionen auf Roches Sex-Offerte "Ich würde lieber unterschreiben"

Mit ihrem Sex-Angebot an den Bundespräsidenten sorgt Charlotte Roche für Aufsehen. Auch im Forum von SPIEGEL ONLINE wird heftig diskutiert. Während manche ihre Aussage für eine PR-Aktion in eigener Sache halten, gibt es auch Applaus: "Genau solche Menschen sind jetzt gefragt."

dpa

Atomprotest mit einem unmoralischen Angebot: Charlotte Roche hat Bundespräsident Christian Wulff in einem SPIEGEL-Interview Sex angeboten, falls er das Gesetz zur Atomlaufzeitverlängerung nicht unterschreibt. Die Aussage der Buchautorin und Moderatorin sorgt jetzt für Furore - auch im Forum von SPIEGEL ONLINE wird heftig diskutiert.

Manch einer vermutet persönliche Interessen hinter ihren Liebesgrüßen nach Bellevue. "Das ist doch nur ein jämmerlicher Versuch eines abgehalfterten C-Promis, wieder ein paar mal ins Fernsehen zu kommen. Solchen Beistand haben die AKW-Gegner nicht verdient", schreibt der Nutzer "titurel". Auch "hajott59" hält die Aussage für eine PR-Aktion der "Feuchtgebiete"-Autorin in eigener Sache: "Ohje, was für eine bescheuerte Aktion... aber vielleicht hilft's ja ihren Buch-Verkaufszahlen. Solche Selbstdarsteller(innen) hat die Anti-Atom-Bewegung echt noch gebraucht."

Auch der User "volker2007" hält wenig von Roches Sex-Angebot an das Staatsoberhaupt: "Super, jetzt beschädigt sie auch noch das Amt des Bundespräsidenten. In was für einem Operettenstadl leben wird hier eigentlich? Ich hoffe doch sehr, dass bald wieder etwas mehr Niveau nach Deutschland zurückkehrt."

Mehr Humor beweisen einige Forums-Beiträge, die sich mit der Frage beschäftigen, wie groß wohl das Interesse des Präsidenten an einer Liebesnacht mit der Skandalautorin sein könnte. "Ich würde lieber unterschreiben", bekennt "Foul_Breitner", während "j.schiffmann" gar mutmaßt: "Das war sicher eher eine Drohung der Atomlobby!" In der Diskussion äußert "Clawog" gar Sorgen um den Bundespräsidenten: "Nun muss er unterschreiben, sonst wird er verfolgt."

Ein anderer Forums-Besucher schreibt: "Da gibt es bestimmt andere Frauen, die dem [Bundespräsidenten] besser gefallen und die mit ihm Sex haben möchten, ohne politische Bedingungen zu stellen."

"Eine wirklich witzige Aktion"

Doch es gibt auch Lob für die 32-Jährige, die mit ihrem im Februar 2008 erschienenen Bestseller "Feuchtgebiete" für einen Literaturskandal gesorgt hatte. In dem Buch finden sich sehr detaillierte Beschreibungen von Geschlechtskrankheiten und Selbstbefriedigung, viele Kritiker verdammten das Werk als pornographisch.

Mit ihrer Sex-Offerte gelingt es ihr nun, zusätzliche Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass der Bundespräsident die Laufzeitverlängerung zumindest theoretisch stoppen könnte. "Freifrau von Hase" schreibt im Forum: "Jetzt muss ich mal eine Lanze für die Dame brechen: Das ist eine wirklich witzige Aktion gewesen. Dass die nicht ganz ernst gemeint ist (da Wulff da wohl kaum drauf eingehen dürfte) kann auch jeder sofort sehen.[…] Frau Roche, weiter so! Gerade die jungen Leute brauchen Vorbilder wie Sie, die ihren Protest nicht nur damit ausdrücken, indem sie ein Pappschild hochhalten."

Ähnlich sieht das "koshpalmer": "Ich finde die Überzeichnung von Frau Roche Klasse, denn die Argumente gegen eine AKW-Laufzeitverlängerung sind unlängst dargelegt und können eigentlich nur noch satirisch, natürlich populistisch, in die Öffentlichkeit getragen werden."

Auch "schotterer1" hält Roches Provokation für einen gelungenen Beitrag der Debatte um Atomkraftwerke: "Endlich jemand, der sich für einen guten Zweck opfert. Frau Roche zählt sicherlich mit zu den ehrlichsten Mitbürgern unserer Zeit. Dass diese Ehrlichkeit von vielen nicht verstanden wird ist nachvollziehbar, weil sie gegen jegliche Konventionen verstößt. Aber genau solche Menschen sind jetzt gefragt, um eine leicht regierbare, alles hinnehmende Gesellschaft aufzurütteln."

Das könnte auch international funktionieren, mutmaßt "tom_black", der gar die Möglichkeit wittert, mit solchen Mitteln Weltpolitik zu machen. "Wie wäre es, wenn Frau Roche Herrn Obama eine Nacht bietet, wenn er das Kyoto Abkommen endlich ratifiziert?"

sto

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 626 Beiträge
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Seite 1
Brand-Redner 14.11.2010
1. Alles hat seinen Preis
Zitat von sysopCharlotte Roche ist eine Meisterin der Provokation und erklärte Kernkraftgegnerin - nun macht sie Christian Wulff im SPIEGEL ein unmoralisches Angebot: Sex dafür, dass der Bundespräsident den Atomvertrag nicht unterzeichnet. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,729009,00.html
Wenn's hilft?! Offenbar gehört nicht nur der Islam zu Deutschland, sondern die Feuchtgebiete ebenso.
sic tacuisses 14.11.2010
2. Meisterin der Provokation ?
Zitat von sysopCharlotte Roche ist eine Meisterin der Provokation und erklärte Kernkraftgegnerin - nun macht sie Christian Wulff im SPIEGEL ein unmoralisches Angebot: Sex dafür, dass der Bundespräsident den Atomvertrag nicht unterzeichnet. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,729009,00.html
Sehe das eher als einen mislungenen PR-Gag der "Dame" um ihr Büchlein an den Mann zu bringen. Ziemlich albern sowas.
dummermensch 14.11.2010
3. Nuttenhaft.
Zitat von Brand-RednerWenn's hilft?! Offenbar gehört nicht nur der Islam zu Deutschland, sondern die Feuchtgebiete ebenso.
Da gibt es bestimmt andere Frauen, die dem BP besser gefallen und die mit ihm Sex haben möchten, ohne politische Bedingungen zu stellen.
titurel 14.11.2010
4. Jämmerlich
Zitat von sysopCharlotte Roche ist eine Meisterin der Provokation und erklärte Kernkraftgegnerin - nun macht sie Christian Wulff im SPIEGEL ein unmoralisches Angebot: Sex dafür, dass der Bundespräsident den Atomvertrag nicht unterzeichnet. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,729009,00.html
Das ist doch nur ein jämmerlicher Versuch eines abgehalfterten C-Promis, wieder ein paar mal ins Fernsehen zu kommen. Solchen Beistand haben die AKW-Gegner nicht verdient.
brunokoch, 14.11.2010
5. .
Ich dachte Frau Roche als Feministin ist gegen Prostitution? Und nun bietet sie sich selbst an?
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