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Reaktionen: "Zeichen von Ratlosigkeit"

Als Zeichen von "Ratlosigkeit" haben die Grünen die Rücktrittsankündigung von CSU-Chef Erwin Huber bezeichnet. Zugleich kritisierten sie den möglichen Nachfolger Horst Seehofer. Die CDU äußerte dagegen Respekt vor der Entscheidung.

Berlin - Die Grünen sehen den Wechsel an der Parteispitze als Zeichen von Schwäche der CSU. Die Übernahme der Führung durch Horst Seehofer sei ein Zeichen der "Ratlosigkeit" bei den Christsozialen.

"Bei den Bauern hat die CSU am stärksten von allen Gruppen verloren, als Konsequenz ernennt sie den Landwirtschaftsminister Seehofer zum Parteichef", sagte Fraktionsvize Jürgen Trittin. Dies sei "nur noch landsmannschaftlich zu erklären". Der Oberbayer Seehofer müsse "das Gegengewicht zum fremden Franken Günther Beckstein bilden".

Grünen-Chefin Claudia Roth warf Seehofer vor, als Minister gescheitert zu sein, unter anderem mit "seinem unglaubwürdigen Herumgeeiere bei der Gentechnik". Dass er nun Parteichef werde, sei "kein Neubeginn, sondern nur eine neue Runde im Intrigantenstadel CSU".

Angesichts ihrer dramatischen Verluste solle die CSU nun "den Weg für einen wirklichen Neuanfang in Bayern frei machen - und die demokratische Rolle als Opposition annehmen".

Die Bundes-CDU sieht trotz des Führungswechsels bei der CSU die Stabilität der Union nicht gefährdet. Zugleich bekundete Generalsekretär Ronald Pofalla am Dienstag nach der Rücktrittserklärung von Huber seinen "großen Respekt" vor dieser Entscheidung. "Ich habe mit ihm und Generalsekretärin Christine Haderthauer sehr konstruktiv und freundschaftlich zusammengearbeitet", erklärte Pofalla. Die CSU stehe seit Jahrzehnten für Stabilität. "Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern." Pofalla zeigte sich überzeugt, "dass in Bayern sehr schnell eine stabile bürgerliche Regierung unter Führung der CSU stehen wird".

Die Wahlverluste vom Sonntag "waren und sind bitter", fügte Pofalla hinzu. "Das gilt für die gesamte Union. Wir als CDU stehen, auch in diesen Zeiten, fest an der Seite unserer Schwesterpartei CSU."

als/AFP

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