Reaktionen zu Möllemanns Parteiaustritt "Längst überfälliger Schritt"

Durch die FDP scheint nach dem Austritt des ehemaligen Parteivizes Jürgen Möllemann ein tiefes Aufatmen zu gehen. Nach ersten Reaktionen zeigen sich die Liberalen erleichtert über die Entscheidung des 59-jährigen Münsteraners.


Möllemanns Abgang aus der FDP ist nun endgültig
AP

Möllemanns Abgang aus der FDP ist nun endgültig

Düsseldorf - Parteichef Guido Westerwelle sagte, Möllemann sei mit seinem Austritt lediglich seinem Ausschluss aus der Partei zuvorgekommen. Möllemann habe wohl erkannt, "dass die von ihm heute vertretenen Positionen sowie sein regelwidriger Umgang mit Parteifinanzen nicht mit einer Mitgliedschaft in der liberalen Rechtsstaatspartei FDP in Übereinstimmung gebracht werden können", sagte Westerwelle.

Der FDP-Vize Walter Döring bezeichnete den Austritt Möllemanns als "längst überfälligen Schritt". Die Zeit der internen Auseinandersetzung mit ihm sei nun "zum Glück" vorbei. "Jetzt kann sich die FDP endlich wieder um die wirklich wichtigen Dinge kümmern", so Döring.

Otto Graf Lambsdorff, früherer FDP-Chef und Ex-Bundeswirtschaftsminister, begrüßte den Schritt des einstigen FDP-Stars ebenfalls. "Das ist das beste, was Herr Möllemann tun konnte", sagte er. Lambsdorff hatte sich gemeinsam mit Hans-Dietrich Genscher nach dem umstrittenen Israel-Flugblatt im September 2001 von Möllemann abgewandt.

Ähnlich äußerte sich Andreas Pinkwart, Möllemanns Nachfolger an der Spitze der FDP in Nordrhein-Westfalen. "Die Trennung war unumgänglich, um weiteren Schaden von der FDP abzuwenden", erklärte er. "Herr Möllemann ist an sich selbst gescheitert." Der Parteiaustritt sei eine "logische Konsequenz aus seinen Verfehlungen", so Pinkwart. Die Gründe für seinen Austritt sind nach Ansicht Pinkwarts eine Fortführung seiner "durch nichts belegbaren Verschwörungstheorien, die ihn in der Opferrolle darstellen sollen".



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