Reaktorsicherheit Biblis nicht gegen Flugzeugabsturz geschützt

Das älteste, noch Strom produzierende deutsche Kernkraftwerk Biblis A wäre nach Angaben der Bundesregierung beim Absturz eines Militärflugzeuges nicht sicher. Der Betreiber fordert eine Verlängerung der Laufzeit.


Berlin - Nachdem Russland seine Öl-Lieferungen nach Deutschland zwischenzeitlich gedrosselt hatte, diskutiert die Politik über den Ausstieg aus dem Atomausstieg. Die Sicherheit des Atomkraftwerks Biblis A hat allerdings Mängel, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen hervor geht: Danach ist das AKW bei einem Flugzeugabsturz nicht sicher.

AKW Biblis: ältestes deutsches Kernkraftwerk
AP

AKW Biblis: ältestes deutsches Kernkraftwerk

Der Energieversorger RWE hatte Ende September beantragt, Biblis A statt bis 2008 bis 2011 weiter betreiben zu dürfen. Dazu sollten Reststrommengen des nie dauerhaft ans Netz gegangenen Kraftwerks Mülheim-Kärlich auf Biblis A übertragen werden.

Zur Übertragung der Reststrommengen auf ein moderneres Kraftwerk äußerte sich die Bundesregierung zurückhaltend. Sie verwies darauf, dass eine solche Übertragung im Atomgesetz und einer weiteren Vereinbarung aus dem Jahr 2002 ermöglicht worden sei, erklärte der Bundestag. Der Antrag von RWE zur Reststrommengen-Übertragung werde geprüft. Wann diese Prüfung abgeschlossen sei, sei derzeit noch offen.

Im Dezember hatte auch der Energiekonzern EnBW eine Laufzeitverlängerung für sein Kraftwerk Neckarwestheim I beantragt. EnBW will den Atommeiler bis 2017 laufen lassen und nicht wie geplant bereits 2009 vom Netz nehmen.

jaf/rtr



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