Millionenhonorare Rechnungshof kritisiert Regierung für teure Beraterverträge

Auch Politiker lassen sich häufiger von McKinsey und Co. beraten. Dadurch steigt laut Rechnungshof das Risiko der Fremdsteuerung - erst recht, wenn ständig mit denselben teuren Beratern gearbeitet wird.

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Nicht nur private Unternehmen, auch die Bundesregierung nimmt die Dienste von Consulting-Firmen in Anspruch. Dabei fließen schon mal Millionen, wie der Fall von McKinsey zur Abschiebeberatung gezeigt hatte.

Diese Praxis hat der Rechnungshof nun kritisiert. Das unabhängige Organ der Finanzkontrolle hat der Bundesregierung vorgeworfen, zu häufig Beratungsunternehmen zu beauftragen. Zudem würde dann immer mit denselben Firmen gearbeitet, hieß es in einem Bericht der Bundesbehörde, über den die "Bild"-Zeitung berichtet hat.

In dem Ausmaß, in dem die Bundesverwaltung Externe in ihre klassischen Führungsaufgaben einbinde, bestehe eine nicht unerhebliche Gefahr, dass sich die Gestaltungskompetenz des verwaltungseigenen Personals zu sehr auf externe Berater verlagere, bemängeln die Rechnungsprüfer.

Großteil der Honorare für nur sechs Auftragnehmer

Zwei Drittel aller Ausgaben für externe Beratungsleistungen in der Bundesverwaltung würden sich nur auf sechs Auftragnehmer verteilen. Das Risiko der Fremdsteuerung sei aber besonders hoch, "wenn einzelne Beratungsunternehmen ressortübergreifend immer wieder und gleichzeitig von Dienststellen des Bundes beauftragt werden", hieß es weiter.

Erst im August war bekannt geworden, dass McKinsey von der Bundesregierung ein Millionenhonorar bezogen hatte. Dafür hatte das Unternehmen für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) eine Studie zum Thema Abschiebungen erstellt. Für insgesamt 678 Beratertage hatte McKinsey 1,86 Millionen Euro in Rechnung gestellt - das entspricht einem durchschnittlichen Tagessatz in Höhe von gut 2700 Euro.

joe/dpa



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