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Versuchte Anschläge in Berlin: "Intellektuelle Rechte" unter Brandsatz-Verdacht

Sie zündeten Brandsätze, hinterließen Flugblätter: Hinter versuchten Anschlägen auf den Bundestag und die CDU-Geschäftsstelle sollen "intellektuelle Rechtsextreme" stecken - davon geht nach SPIEGEL-Informationen der Verfassungsschutz aus.

Reichstagsgebäude in Berlin: Flugblätter an Tatorten hinterlassen Zur Großansicht
REUTERS

Reichstagsgebäude in Berlin: Flugblätter an Tatorten hinterlassen

Berlin - Hinter den versuchten Brandanschlägen auf Gebäude des Deutschen Bundestags und der CDU-Bundesgeschäftsstelle vermutet der Verfassungsschutz Täter aus dem Spektrum des "intellektuellen Rechtsextremismus". Das berichtet der SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe.

Der Verdacht geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor. Sie basiert auf einer Analyse von Flugblättern, die eine Gruppe namens "Deutsche Widerstandsbewegung" (DWB) an den Tatorten hinterlassen hatte. Durch den Text werde nach Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz "der Eindruck erweckt, dass es sich beim Verfasser um eine Person handelt, die sich intellektuell mit politischen Themen auseinandersetzt".

Ungewöhnlich sei jedoch, "dass Tat und Tathintergrund nicht kongruent" seien: Die Durchführungsweise der Brandanschläge sei "eher einem aktionistisch ausgerichteten Personenspektrum zuzurechnen".

Zwischen August und November 2014 soll die DWB Brandsätze im Berliner Regierungsviertel gezündet haben, die jeweils geringe Sachschäden anrichteten (SPIEGEL 51/2014). Seit Ende September hat auch der Generalbundesanwalt einen "Beobachtungsvorgang" zur DWB angelegt; gegenwärtig werde geprüft, ob es sich bei der Gruppe um eine terroristische Vereinigung handeln könnte.

Diese Meldung stammt aus dem neuen SPIEGEL, der am Samstag erscheint.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 33 Beiträge
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1. Lach
agua 23.01.2015
Ich muss lachen. Nicht wegen dem, was im Artikel beschrieben wird, sondern wegen der Klassifizierung "intellektuelle Rechte". Wird die Gruppierung nun auch noch aufgespalten?
2.
Waldpinguie 23.01.2015
Das ist mal eine wundersamem Wortschöpfung. Gelten Rechtsextreme nicht als dumm und ganzheitliche Verlierer. Aber Spaß beiseite. Militant-extremistische Tendenzen sind unter Rechtsradikalen nicht zu unterschätzen.
3. oxymoron
Afrojüdischer_Sozi-Sinti 23.01.2015
Es gibt keine "intelektuellen Rechtsextreme". Es gibt einen proletenhaften und einen kleinbürgerlichen Rechtsextremismus. Beide sind Reaktionär und anti-intellektuell. Und dann gibt es noch Teile im Großbürgertum, die immer wieder meinen rechtsextreme und rechtsextremes Gedankengut zur Verteidigung ihrer Interessen instrumentalisieren zu können.
4. Intellektuelle Rechtsextreme?
j.w.pepper 23.01.2015
Das dürfte wohl ein Oxymoron sein. Und so erfreulich es ist, dass es bei "versuchter" Brandstiftung geblieben ist, spricht auch das nicht für besondere geistige Fähigkeiten.
5. Verfassungsschutz
mathiaswagener 23.01.2015
Der Verfassungsschutz soll hier nur weiter genau ermitteln. Namensgebungen halte ich für sehr merkwürdig. Früher wurde doch die Auflösung des VS gefordert. Lang ist das her. Da kann man sehen, wie nötig er nun ist und das nicht nur in einer Richtung.
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