Rechtsextremismus: Lieberknecht und Albig drängen auf NPD-Verbot

Immer mehr Bundesländer fordern ein neues NPD-Verbotsverfahren: Nach Bayern und Mecklenburg-Vorpommern drängen auch die Regierungen von Thüringen und Schleswig-Holstein auf einen neuen Anlauf im Kampf gegen die rechtsextreme Partei - notfalls ohne die Unterstützung des Bundes.

NPD-Anhänger bei Kundgebung in Plauen im Mai 2012: Mehrere Politiker streben Verbot anZur Großansicht
DPA

NPD-Anhänger bei Kundgebung in Plauen im Mai 2012: Mehrere Politiker streben Verbot an

Berlin - Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) und der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) haben sich für ein NDP-Verbotsverfahren ausgesprochen. "Ich trete ganz entschieden für ein Verbot der NPD ein", sagte Lieberknecht der "Welt". "Ihre Ideologie ist der geistige Nährboden für die Mörder der NSU-Terrorzelle." Es sei schwer erträglich, dass diese Organisation durch Steuermittel unterstützt werde, sagte die CDU-Politikerin.

Ähnlich wie Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und der Regierungschef Mecklenburg-Vorpommerns, Erwin Sellering (SPD), schließt Lieberknecht einen Alleingang der Länder ohne Bundesregierung und Bundestag nicht aus.

Schleswig-Holsteins Regierungschef Albig sagte der Zeitung: "Die NPD ist eine antidemokratische Partei." Sie verachte die Werte, auf der unsere Gesellschaft aufbaue. "Wir müssen deutlich machen, dass wir keinen Zentimeter unserer demokratischen Ordnung aufgeben", so Albig. Eine wehrhafte Demokratie müsse alles tun, um ihre Feinde in die Schranken zu verweisen. "Die NPD gehört verboten."

CSU-Chef Seehofer hatte am Wochenende betont: "Ich werde alles in die Waagschale werfen, damit ein neues Verfahren zustande kommt - mit gutem Material und guter Begründung." Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich und Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (beide CDU) hatten dagegen vor einem übereilten Vorgehen gewarnt.

Ein erster Anlauf zu einem NPD-Verbot war 2003 gescheitert, weil die Rolle von V-Leuten des Verfassungsschutzes in den Führungsgremien der rechtsextremen Partei unklar war. Die Innenminister wollen bis Herbst neue Beweise gegen die NPD auswerten. Die Entscheidung für oder gegen einen Verbotsantrag in Karlsruhe soll im Dezember fallen.

anr/AFP/dpa

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insgesamt 13 Beiträge
gzsz 13.08.2012
Jedem denkenden Menschen ist doch klar, dass nach einem Verbot eine neue rechte Partei gegründet wird. Also ist es einfacher die jetzige NPD unter Kontrolle zu halten. Aber eine Frage habe ich doch mal. Ich bin jetzt 59 [...]
Zitat von sysopImmer mehr Bundesländer fordern ein neues NPD-Verbotsverfahren: Nach Bayern und Mecklenburg-Vorpommern drängen auch die Regierungen von Thüringen und Schleswig-Holstein auf einen neuen Anlauf im Kampf gegen die rechtsextreme Partei - notfalls ohne die Unterstützung des Bundes. Rechtsextremismus: Lieberknecht und Albig drängen auf NPD-Verbot - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,849679,00.html)
Jedem denkenden Menschen ist doch klar, dass nach einem Verbot eine neue rechte Partei gegründet wird. Also ist es einfacher die jetzige NPD unter Kontrolle zu halten. Aber eine Frage habe ich doch mal. Ich bin jetzt 59 Jahre und in all den Jahren habe ich noch nie einen Gesetzesentwurf, ein offizielles Statement oder eine Aktion der Partei gesehen, die dem Grundgesetz widerspricht. Ein Putsch oder Ähnliches ist in Deutschland sowieso ausgeschlossen. Warum also die Aufregung?
review 13.08.2012
Können Sie, wenn es soweit kommen sollte, in der Urteilsbegründung des BVerfG lesen.
Zitat von ClausCarstenFinnEinverstanden! Soll ja in einer Demokratie vorkommen. Aber wer kann mir das Warum erklären?
Können Sie, wenn es soweit kommen sollte, in der Urteilsbegründung des BVerfG lesen.
Gallandor 13.08.2012
Ein Verbot so einer Partei ist nur mal wieder Symptombekämpfung. Die Gründe, warum so eine Partei mit solchen Zuläufen überhaupt existiert, liegen zu 100% in der Unfähigkeit der Politik. Oder einfacher ausgedrückt: Je weniger [...]
Ein Verbot so einer Partei ist nur mal wieder Symptombekämpfung. Die Gründe, warum so eine Partei mit solchen Zuläufen überhaupt existiert, liegen zu 100% in der Unfähigkeit der Politik. Oder einfacher ausgedrückt: Je weniger (Wahl-)Möglichkeiten ein Bürger hat, desto extremer werden seine Gedanken. Die Politik sollte vielleicht einfach mal damit anfangen Politik zu machen, die solchen Rattenfängern nicht die Menschen in die Arme treibt. Aber das wäre wohl zuviel verlangt ...
KV491 13.08.2012
Abgesehen davon, dass Sie das nicht ernst meinen oder NPD-Mitglied sind: Die NPD macht keine Gesetzentwürfe und gibt keine "offiziellen Statements" ab. Sie pöbelt, beleidigt das Ansehen Verstorbener, organisiert [...]
Zitat von gzszIch bin jetzt 59 Jahre und in all den Jahren habe ich noch nie einen Gesetzesentwurf, ein offizielles Statement oder eine Aktion der Partei gesehen, die dem Grundgesetz widerspricht. Ein Putsch oder Ähnliches ist in Deutschland sowieso ausgeschlossen. Warum also die Aufregung?
Abgesehen davon, dass Sie das nicht ernst meinen oder NPD-Mitglied sind: Die NPD macht keine Gesetzentwürfe und gibt keine "offiziellen Statements" ab. Sie pöbelt, beleidigt das Ansehen Verstorbener, organisiert Aufmärsche von Schlägertypen, nötigt, erpresst etc.pp. Siehe die einschlägigen Vorstrafen. Kein Wunder also, dass Ihnen keine Gesetzentwürfe zu Ohren gekommen sind.
review 13.08.2012
Wen Sie es wissen wollten, könnten Sie es wissen, so bleibt Ihnen nur im nachhinein die rechtliche Bewertung der allgemein bekannten Fakten durch das Gericht zu lesen.
Zitat von ClausCarstenFinnIch gehöre zu den merkwürdigen Demokraten, die VORHER etwas wissen wollen und nicht mit dem fertigen Ergebnis überrascht werden .....
Wen Sie es wissen wollten, könnten Sie es wissen, so bleibt Ihnen nur im nachhinein die rechtliche Bewertung der allgemein bekannten Fakten durch das Gericht zu lesen.
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  • Montag, 13.08.2012 – 08:52 Uhr
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NPD - Partei der Schläger
dapd

Das Bekanntwerden der Morde der Zwickauer Terrorzelle hat die Debatte über ein NPD-Verbot neu belebt. Die Rechtsextremisten dementieren zwar vehement jeden Kontakt zu dem Trio und distanzieren sich öffentlich von Gewalt. Doch unter den Funktionären sind verurteilte Hetzer und Schläger.






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