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Gaucks Rede im Wortlaut: "Es ist möglich, den Mut zu wählen"

Es war die erste Grundsatzrede des neuen Bundespräsidenten: Im Plenarsaal des Bundestags hat Joachim Gauck die Schwerpunkte seiner Amtszeit skizziert. Eins der Hauptthemen: die Freiheit.

AFP

"Herr Bundestagspräsident, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Wie soll es nun aussehen, dieses Land, zu dem unsere Kinder und Enkel 'Unser Land' sagen sollen?

Vereinzeln wir immer weiter? Geht die Schere zwischen arm und reich immer mehr auseinander? Verschlingt uns die Globalisierung? Werden Menschen, die sich als Verlierer fühlen, an den gesellschaftlichen Rand gedrängt? Schaffen ethnische oder religiöse Minderheiten in gewollter oder beklagter Isolation Gegenkulturen? Hat die europäische Idee Bestand? Droht im Nahen Osten ein neuer Krieg? Kann ein verbrecherischer Fanatismus in Deutschland wie in anderen Teilen der Welt weiter friedliche Menschen bedrohen, einschüchtern, ermorden?

Jeder Tag, jede Begegnung mit den Medien bringt neue Ängste und Sorgen hervor. Manche ersinnen Fluchtwege, misstrauen der Zukunft, fürchten die Gegenwart. Viele fragen sich: Was ist das für ein Leben, was ist das für eine Freiheit? Mein Lebensthema 'Freiheit' ist für sie keine Verheißung, kein Versprechen, sondern nur Verunsicherung.

Ich verstehe diese Reaktion zwar, doch will ich ihr keinen Vorschub leisten. Ängste vermindern unseren Mut wie unser Selbstvertrauen manchmal so entscheidend, dass wir beides ganz und gar verlieren können - bis wir gar Feigheit für Tugend halten und Flucht für eine legitime Haltung im politischen Raum.

Stattdessen will ich meine Erinnerung als Kraft nutzen, mich und uns zu lehren und zu motivieren.

Ich wünsche mir eine lebendige Erinnerung auch an das, was in unserem Land nach den Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur und den Gräueln des Krieges gelungen ist. In Deutschlands Westen trug es als erstes den Namen 'Wirtschaftswunder'. Deutschland kam wieder auf die Beine. Die Vertriebenen und Ausgebombten erhielten Wohnraum, nach Jahren der Entbehrung nahm der Durchschnittsbürger teil am wachsenden Wohlstand. Allerdings sind für mich nicht Autos das besonders Wunderbare jenes Jahrzehnts. Ich empfinde mein Land vor allem als das Land eines Demokratiewunders. Anders als die Alliierten fürchteten, wurde der Revanchismus im Nachkriegsdeutschland nie mehrheitsfähig, es gab ein Nachwirken nationalsozialistischer Gedanken, aber daraus wurde keine gestaltende Kraft. Es entstand eine stabile demokratische Ordnung, Deutschland West wurde Teil der freien westlichen Welt.

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte allerdings blieb defizitär. Die Verdrängung eigener Schuld, die fehlende Empathie mit den Opfern des Nazi-Regimes prägte den damaligen Zeitgeist. Erst die 68er-Generation hat das nachhaltig geändert.

Damals war meine Generation konfrontiert mit dem tiefschwarzen Loch der deutschen Geschichte, als die Generation unserer Eltern sich mit Hybris, Mord und Krieg gegen unsere Nachbarn im Inneren und im Äußeren vergingen.

Es bleibt das Verdienst dieser Generation: Es war ein mühsam errungener Segen. Trotz aller Irrwege, die sich mit dem Aufbegehren der 68er verbanden, hat sie die historische Schuld ins kollektive Bewusstsein gerückt. Die auf Fakten basierende und an Werten orientierte Aufarbeitung der Vergangenheit wurde nicht nur richtungsweisend für uns nach 1989 in Ostdeutschland. Sie wird auch als beispielhaft von vielen Gesellschaften empfunden, die ein totalitäres Joch abgeschüttelt haben und nicht wissen, wie sie mit der Last der Vergangenheit umgehen sollen.

Das entschlossene Ja der Westdeutschen zu Europa ist ein weiteres kostbares Gut der deutschen Nachkriegsgeschichte. Konrad Adenauer, Kanzler des Landes, das eben noch geprägt und dann ruiniert war vom Nationalismus, wird zu einem der Gründungsväter einer zukunftsgerichteten europäischen Integration. Dankbarkeit und Freude!

So wie später - 1989. Da waren die Ostdeutschen zu einer friedlichen Revolution imstande. Wir wurden das Volk und wir wurden ein Volk. Und auf unblutige Weise wurde der jahrzehntelange Ost-West-Gegensatz aus den Zeiten des Kalten Krieges, auch die aus ihr erwachsene Kriegsgefahr überwunden.

Ich möchte heute also nicht nur über die Schattenseiten, über Schuld und Versagen sprechen. Auch jener Teil unserer Geschichte darf nicht vergessen sein, der die Neugründung einer politischen Kultur der Freiheit, die gelebte Verantwortung, die Friedensfähigkeit und die Solidarität unseres Volkes umfasst.

Das ist kein Paradigmenwechsel in der Erinnerungskultur - das ist eine Paradigmenergänzung, die uns ermutigt: Das, was mehrfach in der Vergangenheit gelungen ist, die Herausforderungen der Zeit anzunehmen und sie nach besten Kräften - wenn auch nicht gleich ideal - zu lösen, ist eine große Ermutigung auch für die Zukunft.

Wie also soll es nun aussehen, dieses Land, zu dem unsere Kinder und Enkel 'Unser Land' sagen sollen?

Es soll 'unser Land' sein, weil 'unser Land' soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und Aufstiegschancen verbindet. Der Weg dazu ist nicht der einer paternalistischen Fürsorgepolitik, sondern ein Sozialstaat, der vorsorgt und ermächtigt.

Wir dürfen nicht dulden, dass Kinder ihre Talente nicht entfalten können, weil keine Chancengleichheit existiert. Wir dürfen nicht dulden, dass Menschen den Eindruck haben, Leistung lohne sich für sie nicht mehr, und der Aufstieg sei ihnen selbst dann verwehrt, wenn sie sich nach Kräften bemühen. Wir dürfen nicht dulden, dass Menschen den Eindruck haben, sie seien nicht Teil unserer Gesellschaft, weil sie arm, alt oder behindert sind. Freiheit ist eine notwendige Bedingung von Gerechtigkeit. Denn was Gerechtigkeit - auch soziale Gerechtigkeit - bedeutet, und was wir tun müssen, um ihr näher zu kommen, lässt sich nicht paternalistisch anordnen, nur in intensiver, demokratischer Diskussion klären. Umgekehrt ist das Bemühen um Gerechtigkeit unerlässlich für die Bewahrung der Freiheit. Wenn die Zahl der Menschen wächst, die den Eindruck haben, ihr Staat meine es mit dem Bekenntnis zu einer gerechten Ordnung der Gesellschaft nicht ernst, sinkt das Vertrauen in die Demokratie. 'Unser Land' muss also ein Land sein, das beides verbindet: Freiheit als Bedingung von Gerechtigkeit - und Gerechtigkeit als Bedingung dafür, Freiheit und Selbstverwirklichung erlebbar zu machen.

In 'unserem Land' sollen auch alle zu Hause sein können, die hier leben. Wir leben inzwischen in einem Staat, in dem neben die ganz selbstverständliche deutschsprachige und christliche Tradition Religionen wie der Islam getreten, auch andere Sprachen, andere Traditionen. In dem der Staat sich immer weniger durch die nationale Zugehörigkeit seiner Bürger definieren lässt, sondern durch ihre Zugehörigkeit zu einer politischen und ethischen Wertegemeinschaft. In dem nicht ausschließlich die über lange Zeit entstandene Schicksalsgemeinschaft das Gemeinwesen bestimmt, sondern zunehmend das Streben von Unterschiedlichen nach dem Gemeinsamen: diesem unseren Staat in Europa, in dem wir in Freiheit, Frieden und in Solidarität miteinander leben wollen.

Wir wären allerdings schlecht beraten, wenn wir aus Ignoranz oder falsch verstandener Korrektheit vor realen Problemen die Augen verschließen würden. Hierauf hat Bundespräsident Johannes Rau bereits vor zwölf Jahren in seiner Berliner Rede deutlich hingewiesen. Aber in den Fragen des Zusammenlebens dürfen wir uns nicht von Ängsten, Ressentiments und negativen Projektionen leiten lassen.

Für eine einladende, offene Gesellschaft hat Bundespräsident Christian Wulff in seiner Amtszeit nachhaltige Impulse gegeben. Herr Bundespräsident Wulff, dieses - Ihr - Anliegen wird auch mir in meiner Amtszeit am Herzen liegen.

Unsere Verfassung spricht allen Menschen dieselbe Würde zu, ungeachtet dessen, woher sie kommen, woran sie glauben und welche Sprache sie sprechen. Sie tut dies nicht als Belohnung für gelungene Integration, sie versagt dies aber auch nicht als Sanktion für verweigerte Integration. Unsere Verfassung wie unser Menschsein tragen uns auf, im Anderen geschwisterlich uns selbst zu sehen: begabt und berechtigt zur Teilhabe wie wir.

Der Philosoph Hans-Georg Gadamer war der Ansicht, nach den Erschütterungen der Geschichte erwarte speziell uns in Europa eine 'wahre Schule' des Miteinanderlebens auf engstem Raum. 'Mit dem anderen leben, als der andere des anderen leben.' - Darin sah er die ethische und politische Aufgabe Europas.

Dieses Ja zu Europa gilt es zu bewahren. Gerade in Krisenzeiten ist die Neigung, sich auf die Ebene des Nationalstaats zu flüchten, besonders ausgeprägt. Das europäische Miteinander aber ist ohne den Lebensatem der Solidarität nicht gestaltbar. Gerade in der Krise heißt es deshalb: Wir wollen mehr Europa wagen. Mit Freude sehe ich, dass die Mehrheit der Deutschen diesem europäischen Gedanken wieder und weiter Zukunft gibt.

Europa war für meine Generation Verheißung - aufbauend auf der abendländischen Tradition, dem antiken Erbe, einer gemeinsamen Rechtsordnung, dem christlichen und dem jüdischen Erbe. Für meine Enkel ist Europa längst aktuelle Lebenswirklichkeit - mit grenzüberschreitender Freiheit und den Chancen und Sorgen einer offenen Gesellschaft. Nicht nur für meine Enkel ist diese Lebenswirklichkeit ein wunderbarer Gewinn.

Wie kann es noch aussehen, dieses Land, zu dem unsere Kinder und Enkel 'Unser Land' sagen sollen?

Nicht nur bei uns, sondern auch in Europa und darüber hinaus ist die repräsentative Demokratie das einzig geeignete System, Gruppeninteressen und Gemeinwohlinteressen auszugleichen.

Es handelt sich um ein lernfähiges System. Neben den Parteien und anderen demokratischen Institutionen existiert eine aktive Bürgergesellschaft. Bürgerinitiativen, Ad-hoc-Bewegungen und Teile der digitalen Netzgemeinde ergänzen mit ihrem Engagement, aber auch mit ihrem Protest die parlamentarische Demokratie und gleichen Mängel aus.

Anders als die Demokratie von Weimar verfügt unser Land über genügend Demokraten, die dem Ungeist von Fanatikern, Terroristen und Mordgesellen wehren. Sie alle bezeugen mit unterschiedlichen politischen oder religiösen Gründen: Wir lassen uns unsere Demokratie nicht wegnehmen, wir stehen zu diesem Land, nicht weil es so vollkommen ist, sondern weil wir nie zuvor ein besseres gesehen haben. Und speziell zu den rechtsextremen Verächtern unserer Demokratie sagen wir in aller Deutlichkeit: Euer Hass ist unser Ansporn. Wir lassen unser Land nicht im Stich. Wir schenken euch auch nicht unsere Angst. Ihr werdet Vergangenheit sein und unsere Demokratie wird leben.

Die Extremisten anderer politischen Richtungen werden unserer Entschlossenheit in gleicher Weise begegnen. Und auch denjenigen, die unter dem Deckmantel der Religion Fanatismus und Terror ins Land tragen, und die hinter die europäische Aufklärung zurückfallen, werden wir Einhalt gebieten. Ihnen sagen wir: Die Völker ziehen in die Richtung der Freiheit. Ihr werdet ihren Zug vielleicht behindern, aber endgültig aufhalten könnt ihr ihn nicht.

Mir macht allerdings auch die Distanz vieler Bürgerinnen und Bürger zu den demokratischen Institutionen Angst, die geringe Wahlbeteiligung, auch die Geringschätzung oder gar Verachtung von politischem Engagement, von Politik und Politikern. Meine Bitte an Regierende wie Regierte: Findet euch nicht ab mit dieser zunehmenden Distanz.

Für die politisch Handelnden heißt dies: Redet offen und klar, dann kann verloren gegangenes Vertrauen zurückgewonnen werden. Den Regierten muten wir zu: Ihr seid nicht nur Konsumenten. Ihr seid Bürger, das heißt Gestalter, Mitgestalter. Wem Teilhabe möglich ist und wer ohne Not auf sie verzichtet, der vergibt eine der schönsten und größten Möglichkeiten des menschlichen Daseins - Verantwortung zu leben.

Zum Schluss erlaube ich mir, Sie alle um ein Geschenk zu bitten: um Vertrauen. Zuletzt bitte ich Sie um Vertrauen in meine Person. Davor aber bitte ich Sie um Vertrauen zu denen, die in unserem Land Verantwortung tragen, wie ich diese um Vertrauen zu all den Bewohnern dieses wieder vereinigten und erwachsen gewordenen Landes bitte. Und davor wiederum bitte ich Sie, mutig und immer wieder damit zu beginnen, Vertrauen in sich selbst zu setzen.

Nach einem Wort Gandhis kann nur ein Mensch mit Selbstvertrauen Fortschritte machen und Erfolge haben. Dies gilt für einen Menschen wie für ein Land. Ob wir den Kindern und Enkeln dieses Landes Geld und Gut vererben werden, das wissen wir nicht. Aber dass es möglich ist, nicht den Ängsten zu folgen, sondern den Mut zu wählen, das haben wir gezeigt.

Gott und den Menschen sei Dank: Dieses Erbe dürfen sie erwarten."

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insgesamt 44 Beiträge
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1. Klingt nach Gauck und.......
curti 23.03.2012
Zitat von sysopDPAEs war die erste Grundsatzrede des neuen Bundespräsidenten: Im Plenarsaal des Bundestags hat Joachim Gauck die Schwerpunkte seiner Amtszeit skizziert. Eins der Hauptthemen: die Freiheit. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,823277,00.html
.....Atlantik-Brücke, hier mal den rechten Weg aufzeigen zu lassen. Nicht Tatsachen sind entscheidend, es genügt der vielfach betonte >>Eindruck
2.
sfb 23.03.2012
Zitat von sysopDPAEs war die erste Grundsatzrede des neuen Bundespräsidenten: Im Plenarsaal des Bundestags hat Joachim Gauck die Schwerpunkte seiner Amtszeit skizziert. Eins der Hauptthemen: die Freiheit. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,823277,00.html
Leider ist er darauf zu wenig eingegangen. "Mehr Europa" und "Vertrauen in die politische Klasse" - das sind hoffentlich Zugeständnisse, ihm abgerungen wurden. Ansonsten ein gelungener Start. Sehr gut auch der dezente Hinweis darauf, dass die "Finanzkrise" keineswegs beendet ist. dass es aber Wichtigeres gibt: "Ob wir den Kindern und Enkeln dieses Landes Geld und Gut vererben werden, das wissen wir nicht. Aber dass es möglich ist, nicht den Ängsten zu folgen, sondern den Mut zu wählen, das haben wir gezeigt."
3. Unglaublich
niepmann 23.03.2012
Zitat von sysopDPAEs war die erste Grundsatzrede des neuen Bundespräsidenten: Im Plenarsaal des Bundestags hat Joachim Gauck die Schwerpunkte seiner Amtszeit skizziert. Eins der Hauptthemen: die Freiheit. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,823277,00.html
Dieser Bundespräsident formuliert die kritische Situation als Fragenkatalog und fordert dann auf, wir (also auch ich) sollen uns nicht beeindrucken lassen und an seine idealisierte Version dieser Gesellschaft glauben. Das ist nur pastorale Rhetorik. Er predigt einem bekennenden Atheisten, er solle an Gott glauben, und alles wird schön.
4. Mit Verlaub....
sagmalwasdazu 23.03.2012
...Herr Gauck , Sie sind ein Gauckler ! Sie suggerieren gradezu, das die von den Ihnen aufgezählten Ereignissen in Nachkriegsdeutschland zu einem Großteil von Ihnen mitgetragen wurden. Oder so etwas : ----------------------------------------------------------------- Deutschland kam wieder auf die Beine. Die Vertriebenen und Ausgebombten erhielten Wohnraum, nach Jahren der Entbehrung nahm der Durchschnittsbürger teil am wachsenden Wohlstand....... ------------------------------------------------------------------ Die Ausgebombten *erhielten* Wohnraum ?? Soso ! Sie schafften und bauten ihn sich selbst ! Aus einem Heer von Frauen, Kindern und Kriegsversehrten. Mal am Rande erwähnt. Es ist möglich, den Mut zu wählen, welchen denn? Den: um auf der Strasse gegen die Macht der Banken zu kämpfen ? Über Occupy lachten Sie! Wo bleibt in Ihrer Antrittsrede ein Statement über die Gegenwart ? Wobleiben die aktuellen problembehafteten Themen ?- Niente ! Sie gehörten doch in der DDR ebenfalls zu einer sehr privilegierten Oberschicht. Wiederliches Geschwätz!
5. Freiheit für alle und nicht nur für wenige
Demokrator2007 23.03.2012
Zitat von sysopDPAEs war die erste Grundsatzrede des neuen Bundespräsidenten: Im Plenarsaal des Bundestags hat Joachim Gauck die Schwerpunkte seiner Amtszeit skizziert. Eins der Hauptthemen: die Freiheit. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,823277,00.html
Die Rede kam (hoffentlich noch) zur richtigen Zeit. Der Begriff Freiheit beginnt sich nämlich immer stärker mit "Unfreiheit" zu füllen. Da ist die arbeitslose Krankenschwester, die zu ihrem H4-Regelsatz noch etwa 600 Euro schwarz dazu verdient und meint ihre Freiheit sei es Rücksichtnahme auf ihr "persönliches Luxusleben" anderen Hausbewohnern überstülpen zu dürfen. Da sind die Stadtplaner die im Bezirk (Nähe Innenministerium) mehrere Parkanlagen roden um freie Sicht auf Drogensüchtige zu haben und damit mehrere Kinderspielplätze abriegeln, da sind die Vermieter die ihre Häuser jahrzehntelang haben verkommen lassen um jetzt bei jeder neu eingebauten Schraube die Miete drastisch zu erhöhen, da sind diejenigen Arbeitgeber die sich freuen das die Jobcenter ihnen billiges Menschenmaterial für "unwürdige Drecksarbeiten zu Dumpinglöhnen" und/oder Ein-Euro-Jobs zuschiebt, die Jobcenter-Mitarbeiter die sich oft wie "kleine Minihitlers" gegenüber ihren "Klienten" aufführen, osteuropäische Bettlerbanden die für ihre "Zuhälter" ganze Straßenzüge per Mitleidsmasche abriegeln, während die Bettler von dem erbettelten oft nicht mal 10% erhalten, Medien die Pressefreiheit mit Auflage-oder Reichweite verwechseln und und und. Auf unseren Bundespräsidenten wartet moralische Aufholarbeit für mind. 2 Amtsperioden und wir Bürger brauchen die neue Hoffnung das Geld nicht alles ist und nicht alles kann. Bei mir ist nämlich die Toleranzschwelle erreicht und ich wehre mich mit noch mehr Egoismus gegen Egoisten beschriebener Qualität. Ciao DerDemokrator
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Der deutsche Bundespräsident
Das Amt
Der Bundespräsident ist das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Das Grundgesetz weist dem obersten Repräsentanten zwar viele Aufgaben zu, aber deutlich weniger politische Befugnisse als etwa in Präsidialdemokratien wie Frankreich oder den USA. Er soll sein Amt unparteiisch führen, ist jedoch nicht auf repräsentative Aufgaben beschränkt.
Die Aufgaben
Das Staatsoberhaupt vertritt den Bund völkerrechtlich und schließt im Namen des Bundes Verträge mit anderen Staaten. Zu den normalen Geschäften zählen Staatsbesuche und Empfänge von Diplomaten. Er kann durch Reden und Reisen politische Akzente setzen.

Zu den Aufgaben und Rechten gehört die Mitwirkung bei der Regierungsbildung. Der Präsident schlägt dem Bundestag einen Bundeskanzler zur Wahl vor und ernennt ihn. Falls der Kandidat keine Mehrheit findet, kann der Präsident das Parlament auflösen. Er ernennt und entlässt auch die Minister, allerdings auf Vorschlag des Kanzlers. Gesetze können erst wirksam werden, wenn der Präsident sie unterschrieben hat. Seine Unterschrift kann er nur aus verfassungsrechtlichen Gründen verweigern.
Das Wahlverfahren
Anders als in Frankreich, Österreich oder Polen wird das deutsche Staatsoberhaupt nicht direkt vom Volk, sondern von einem Wahlgremium (Bundesversammlung) gewählt. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre, eine Wiederwahl ist nur einmal möglich. Der Präsident kann nur durch das Bundesverfassungsgericht und nur bei vorsätzlichen Verstößen gegen das Grundgesetz oder andere Bundesgesetze seines Amtes enthoben werden.

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