Kinderbetreuung Reding warnt vor schleppendem Kita-Ausbau in Deutschland

Es fehlen 220.000 Kita-Plätze, dafür wurde das Betreuungsgeld eingeführt. Mit drastischen Worten hat nun EU-Kommissarin Reding den raschen Ausbau der Kindertagesstätten angemahnt. "Deutschland hat erheblichen Nachholbedarf bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie", so Reding.

EU-Politikerin Reding: "Deutschland hat erheblichen Nachholbedarf"
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EU-Politikerin Reding: "Deutschland hat erheblichen Nachholbedarf"


Passau - Deutschland darf nach Auffassung von EU-Justizkommissarin Viviane Reding den Ausbau der Kinderbetreuung nicht vernachlässigen. "Das Betreuungsgeld darf nicht dazu führen, dass die Anstrengungen in diesem Bereich verringert werden", sagte die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission der "Passauer Neuen Presse". "Es ist unbedingt notwendig, dass das Versprechen eingehalten wird, die Kindergärten auszubauen. Deutschland hat erheblichen Nachholbedarf bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie."

Der Bundestag hatte das Betreuungsgeld am vergangenen Freitag gegen den Widerstand der Opposition beschlossen. Es sollen Eltern ab August 2013 erhalten, die ihr Kind im zweiten und dritten Lebensjahr nicht in eine Kita geben oder eine staatlich geförderte Tagesmutter in Anspruch nehmen. Zunächst sind 100 Euro monatlich vorgesehen, ab 2014 dann 150 Euro.

Zuletzt hatten sich Bundesregierung und Länder im Streit über die Kosten für den Ausbau von Kindertagesstätten verständigt. Die Länder werden demnach alle drei Monate einen Bericht über den Ausbaufortschritt und die verwendeten Mittel vorlegen. Im Gegenzug sollen den Ländern für ihre Kommunen bereits im Jahr 2013 zusätzliche Kita-Betriebskostenzuschüsse in Höhe von 18,75 Millionen Euro zugeteilt werden. Familienministerin Kristina Schröder hatte eigentlich eine monatliche Berichtspflicht durchsetzen wollen, womit sie aber bei den Ländern auf Widerstand stieß.

Die insgesamt 580,5 Millionen Euro waren den Ländern im Rahmen der Beratungen zum Fiskalpakt-Gesetz zugesagt worden, das noch im Bundesrat liegt. Mit dem Geld sollen 30.000 zusätzliche Plätze geschaffen werden.

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts fehlten zum 1. März bundesweit noch 220.000 Kita-Plätze für unter Dreijährige, damit die Kommunen zum 1. August 2013 den Rechtsanspruch auf ein Betreuungsangebot einlösen können.

anr/dpa/dapd



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kolokasimebrizoles 12.11.2012
1. Mag ja sein ...
Zitat von sysopDPAEs fehlen 220.000 Kita-Plätze, dafür wurde das Betreuungsgeld eingeführt. Mit drastischen Worten hat nun EU-Kommissarin Reding den raschen Ausbau der Kindertagesstätten angemahnt. "Deutschland hat erheblichen Nachholbedarf bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie". so Reding. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/reding-warnt-vor-vernachlaessigung-des-kita-ausbaus-in-deutschland-a-866598.html
aber was geht das die Reding an ?
kenterziege 12.11.2012
2. EU-Einmischung
Zitat von sysopDPAEs fehlen 220.000 Kita-Plätze, dafür wurde das Betreuungsgeld eingeführt. Mit drastischen Worten hat nun EU-Kommissarin Reding den raschen Ausbau der Kindertagesstätten angemahnt. "Deutschland hat erheblichen Nachholbedarf bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie". so Reding. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/reding-warnt-vor-vernachlaessigung-des-kita-ausbaus-in-deutschland-a-866598.html
O.K. Deutschland verzichtet auf die unendlichen Hilfen für die schwachen und gebrechlichen in der EU und setzt die finanziellen Mittel sofort für das staatliche Kinderaufzuchtsprogramm ein. Luxemburg als max, EU-Profiteur folgt diesem Beispiel. Und Frau Reading wir Ober-Kinder-Garten-Tante! Das ist mein Reflex auf die ständige Einmischung von außen. Erst Junker dann Reading, ein bischen viel für ein Herzogtum (Sorry: Großherzogtum).
romeov 12.11.2012
3. Kita,Kita über alles!
Ist jetzt Winterloch oder was ? Auch Frau EU-Justizkommissarin Viviane Reding muss noch ihren Senf dazu abgeben. Die EU ist eine mittlerweile eine schreckliche Organisation, die irgendwie versucht unser ganzes Leben zu kontrollieren.
leilaoe 12.11.2012
4. Dreistigkeit
Es ist schon sehr dreist, dem größten Einzahler, dem erfolgreichsten Land in der EU Rückständigkeit vorzuwerfen. Was bringen Frankreich und Spanien die vielen arbeitenden Frauen? Wir sind auch mit Teilzeitfrauen bedeutend leistungsstärker. Warum ein Erfolgsmodell ändern? Warum bezahlen wir dafür, uns von einer Reding zurechtstutzen zu lassen? Die hat doch keine Ahnung von unserer Kultur. Warum wirft sie den Schweden nicht deren hohes Betreuungsgeld vor?
papayu 12.11.2012
5. Nachholbedarf fuer die Zukunft ??
Frau Reding, geben Sie den jungen Muettern die Garantie, dass sie nach Ablauf der KITAzeit wieder in ihren Job zurueckkehren koennen. Dann, erst dann koennte es vielleicht klappen. EINMAL DRAUSSEN IMMER DRAUSSEN !! Der Europawahn neigt sich dem Ende und es werden mehr und mehr Nebelkerzen und unsinnige Kommentare seitens der Politiker in den Ring geworfen. Und ferner noch, geben Sie den Kindern von morgen die Garantie, dass sie ein Auskommen haben um Ueberleben zu koennen, garantieren Sie einen Arbeitsplatz fuer die Kinder von uebermorgen!!?? Ich stamme noch aus einer Zeit, wo die Muetter schief angeguckt wurden, wenn sie arbeiten gehen MUSSTEN, weil die Vaeter nicht zurueckgekommen waren. Daher habe ich noch die alte echte Familie im Hinterkopf und nicht diesen Bloedsinn wie 30% Frauen. Damals, ja noch in den 60Jahren hatten die Maedchen einen Beruf ergriffen mit viel Publikumsverkehr, da fanden Sie schneller einen Lebenspartner. Auch ich war die meiste Zeit Alleinverdiener, habe 2 Kinder gross gezogen. Deswegen konnte ich anfangs nur Gebrauchtwagen kaufen und den Urlaub auf Balkonien verbringen. Spaeter verdiente ich besser, aber da reichte es nur zum Campingurlaub. Meine Autos habe ich ohne Bank gekauft und der Urlaub auch. Wir ganz Alten sind von unseren Eltern ebenso erzogen worden. Meine Eltern haben auch nichts auf Pump gekauft und die Wohnungseinrichtung war eine einmalige Anschaffung, die musste ein Eheleben aushalten!! Und vieles Althergebrachtes wurde dem kurzlebigen Konsumrausch geopfert. Kuerzlich hoerte ich von einem Jungen, den ich seit Kleinkindzeit kenne, er haette einen gelernten Job als Grosshandelskaufmann, findet mit 25 keinen Job mehr und wenn, waere es ein Billigangebot 400 Euro!! So sieht die Realitaet aus. Frau Reding!
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