Von Sebastian Fischer, Dominik Peters, Anna Reimann, Friederike Schröter und Hendrik Ternieden
Falko B., Jahrgang 1982, Unternehmensberater
Im Winter 2002 habe ich meinen neunmonatigen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr angetreten. Bei einer Luftwaffeneinheit nahe Nürnberg. Für mich war klar, dass ich nach dem Abitur zum Bund gehe. Schließlich steht im Grundgesetz Wehrpflicht und nicht Wehrwollen. Ich bin Patriot. Es kam für mich nicht in Frage, zu verweigern.
Es war eben eine selbstverständliche Pflicht, der ich nachgekommen bin. Staatsbürger in Uniform? Das ist mir hingegen zu viel Idealismus.
Nach der dreimonatigen Grundausbildung habe ich in meiner weiteren Verwendung selbst neue Rekruten ausgebildet - und einen zehnten Monat drangehängt, um an einer Wehrübung teilnehmen zu können. Erst in dieser Zeit habe ich langsam das Gefühl bekommen, im Ernstfall tatsächlich mein Land verteidigen zu können. Nie hätten meine ersten drei Monate bei der Armee dafür ausgereicht. Ich wäre lediglich Kanonenfutter gewesen.
Ich bin für eine Berufsarmee und befürworte die aktuelle Debatte, da nur eine Professionalisierung die Bundeswehr zu einer für die heutigen Zwecke der asymetrischen Bedrohung einsatzfähigen Armee machen würde.
Ich empfinde es als ein Klischee, dass man beim Bund lernt, literweise Schnaps zu trinken. Unsinn. Überall, wo junge Menschen zusammen sind, gibt es das Phänomen - als Student habe ich das noch viel öfter und exzessiver erlebt.
Gleichwohl haben sich die Rekruten stark unterschieden: da gab es Abiturienten, Realschüler, Auszubildende und die sogenannten "MMM": Metzger, Maurer, Mörder - wie inoffiziell die Hauptschüler und diejenigen ohne Abschluss hießen.
Jedoch gab es in jeder dieser Gruppen teils sogar vorbestrafte, junge Männer - einige von ihnen an der Waffe auszubilden hat bei mir ein mulmiges Gefühl hinterlassen.
Erschreckend war auch die Bürokratie. Eigentlich wollte ich Reserveoffizier werden, von meinen Vorgesetzten wurde ich dabei unterstützt und auch empfohlen - wegen einer Katzenallergie aber nach einer langwierigen Prozedur von den Bundeswehrbeamten abgelehnt. Lächerlich.
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