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Reform der Bundeswehr Die Wehrpflicht-Lüge

Nuller Jahre

Wehrpflichtige bei Dienstantritt in der Berliner Julius-Leber-KaserneZur Großansicht
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Wehrpflichtige bei Dienstantritt in der Berliner Julius-Leber-Kaserne

Falko B., Jahrgang 1982, Unternehmensberater

Im Winter 2002 habe ich meinen neunmonatigen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr angetreten. Bei einer Luftwaffeneinheit nahe Nürnberg. Für mich war klar, dass ich nach dem Abitur zum Bund gehe. Schließlich steht im Grundgesetz Wehrpflicht und nicht Wehrwollen. Ich bin Patriot. Es kam für mich nicht in Frage, zu verweigern.

Es war eben eine selbstverständliche Pflicht, der ich nachgekommen bin. Staatsbürger in Uniform? Das ist mir hingegen zu viel Idealismus.

Nach der dreimonatigen Grundausbildung habe ich in meiner weiteren Verwendung selbst neue Rekruten ausgebildet - und einen zehnten Monat drangehängt, um an einer Wehrübung teilnehmen zu können. Erst in dieser Zeit habe ich langsam das Gefühl bekommen, im Ernstfall tatsächlich mein Land verteidigen zu können. Nie hätten meine ersten drei Monate bei der Armee dafür ausgereicht. Ich wäre lediglich Kanonenfutter gewesen.

Ich bin für eine Berufsarmee und befürworte die aktuelle Debatte, da nur eine Professionalisierung die Bundeswehr zu einer für die heutigen Zwecke der asymetrischen Bedrohung einsatzfähigen Armee machen würde.

Ich empfinde es als ein Klischee, dass man beim Bund lernt, literweise Schnaps zu trinken. Unsinn. Überall, wo junge Menschen zusammen sind, gibt es das Phänomen - als Student habe ich das noch viel öfter und exzessiver erlebt.

Gleichwohl haben sich die Rekruten stark unterschieden: da gab es Abiturienten, Realschüler, Auszubildende und die sogenannten "MMM": Metzger, Maurer, Mörder - wie inoffiziell die Hauptschüler und diejenigen ohne Abschluss hießen.

Jedoch gab es in jeder dieser Gruppen teils sogar vorbestrafte, junge Männer - einige von ihnen an der Waffe auszubilden hat bei mir ein mulmiges Gefühl hinterlassen.

Erschreckend war auch die Bürokratie. Eigentlich wollte ich Reserveoffizier werden, von meinen Vorgesetzten wurde ich dabei unterstützt und auch empfohlen - wegen einer Katzenallergie aber nach einer langwierigen Prozedur von den Bundeswehrbeamten abgelehnt. Lächerlich.


Wehrpflicht - Erfahrungen aus sechs Jahrzehnten:

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insgesamt 826 Beiträge
gloton7 11.06.2010
Wird Guttenberg im vorauseilendem Gehorsam die quadratur des Kreises versuchen oder die Unmöglichkeit und ausgesprochene Aufforderung zur Schizophrenie der Kanzlerin offenbaren? Immer offensichtlicher wird, wie der Stuss der [...]
Zitat von sysopRückendeckung von ganz oben für Verteidigungsminister Guttenberg: Auch die Kanzlerin zeigt sich offen für eine Aussetzung der Wehrpflicht. Eine richtige Idee? Wie soll die Bundeswehr der Zukunft aussehen?
Wird Guttenberg im vorauseilendem Gehorsam die quadratur des Kreises versuchen oder die Unmöglichkeit und ausgesprochene Aufforderung zur Schizophrenie der Kanzlerin offenbaren? Immer offensichtlicher wird, wie der Stuss der Minister zustande kommt: durch das Chaos im Kopf von Angela Murksel. Wie könnte diese Quadratur aussehen: A) Deutschland behält die Wehrpflicht und schickt die auszubildenden Soldaten in Partnerländer der UNO. Es gibt eine Ausschreibung und das Land, welches am billigsten unsere Soldaten ausbildet, erhält den Zuschlag. B) Der virtuelle Soldat bildet sich über das Internet selbst aus und weist seine Fähigkeiten im Waffenzerlegen, Taktik und Strategie in jährlichen LAN-Parties und bestandenen Zirkeltrainings im Fitnesszentrum nach. Mentale und körperliche Fitness wird dadurch zur Bürgerpflicht. Wie man es auch dreht und wendet, es löst nicht die unausgesprochenen Anforderungen an das Gesetz: 1. Wie bekommen wir kostengünstig junge Männer für die Pflege? 2. Wie formen wir einen gehorsamen Soldaten, wenn wir den jungen Männern den Willen nicht mehr in Kasernen brechen können? Diese Ziele zu offenbaren, hieße einen Offenbarungseid ablegen: Wir wollen keine Demokratie, wir wollen nur so tun als ob. Deswegen kann Guttenberg nur scheitern. Er darf nicht wollen, was anständig, logisch und demokratisch ist.
nachthai 11.06.2010
Wenn schon ein so intensiver Eingriff in die Idee der Bundesrepublik diskutiert wird, sollte man auch nicht davor zurückschrecken, weitere Punkte zu diskutieren: - Direktwahl des Bundespräsidenten, - Neuverteilung der Aufgaben [...]
Zitat von sysopRückendeckung von ganz oben für Verteidigungsminister Guttenberg: Auch die Kanzlerin zeigt sich offen für eine Aussetzung der Wehrpflicht. Eine richtige Idee? Wie soll die Bundeswehr der Zukunft aussehen?
Wenn schon ein so intensiver Eingriff in die Idee der Bundesrepublik diskutiert wird, sollte man auch nicht davor zurückschrecken, weitere Punkte zu diskutieren: - Direktwahl des Bundespräsidenten, - Neuverteilung der Aufgaben zwischen den drei höchsten Ämtern im Staaat, - Etablieren eines effizienten Wahlkalenders für "alle Wahlen" in Deutschland, - den Schwellwert, ab dem der Ausstieg aus dem Euro realisiert wird.
grauer kater 11.06.2010
Die Wehrpflicht ist ein Anachronismus und gehört abgeschafft! Für die Verteidigung der Bundesrepublik reicht eine Kerntruppe aus hochqualifizierten Berufsoffizieren im Verbund mit einer europäischen Sicherheitsarchitektur und [...]
Zitat von sysopRückendeckung von ganz oben für Verteidigungsminister Guttenberg: Auch die Kanzlerin zeigt sich offen für eine Aussetzung der Wehrpflicht. Eine richtige Idee? Wie soll die Bundeswehr der Zukunft aussehen?
Die Wehrpflicht ist ein Anachronismus und gehört abgeschafft! Für die Verteidigung der Bundesrepublik reicht eine Kerntruppe aus hochqualifizierten Berufsoffizieren im Verbund mit einer europäischen Sicherheitsarchitektur und Bürgerarmeen, die sich am Schweizer Beispiel orientieren. Grundausbildung in Verbindung mit der Berufsausbildung bzw. Studium und jedes Jahr einen ca. vierwöchigen Trainingskurs für alle im arbeitsfähigen Alter mit entsprechender Fitness.
Morotti 11.06.2010
Was hat das mit der BW zu tun?
Zitat von nachthaiWenn schon ein so intensiver Eingriff in die Idee der Bundesrepublik diskutiert wird, sollte man auch nicht davor zurückschrecken, weitere Punkte zu diskutieren: - Direktwahl des Bundespräsidenten, - Neuverteilung der Aufgaben zwischen den drei höchsten Ämtern im Staaat, - Etablieren eines effizienten Wahlkalenders für "alle Wahlen" in Deutschland, - den Schwellwert, ab dem der Ausstieg aus dem Euro realisiert wird.
Was hat das mit der BW zu tun?
grauer kater 11.06.2010
Alles richtig, bis auf den Ausstieg aus dem Euro! Wir müssen die Währung wieder auf den Goldstandard zurückführen, dann dürften sich die Probleme des Vertrauens in den Euro schnell von selbst erübrigen, der Euro würde [...]
Zitat von nachthaiWenn schon ein so intensiver Eingriff in die Idee der Bundesrepublik diskutiert wird, sollte man auch nicht davor zurückschrecken, weitere Punkte zu diskutieren: - Direktwahl des Bundespräsidenten,......
Alles richtig, bis auf den Ausstieg aus dem Euro! Wir müssen die Währung wieder auf den Goldstandard zurückführen, dann dürften sich die Probleme des Vertrauens in den Euro schnell von selbst erübrigen, der Euro würde Weltwährung und international den US Dollar als Reservewährung ablösen sowie auf den realen wert zurückstutzen.
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Leseraufruf

Verteidigungsminister Guttenberg will die Wehrpflicht aussetzen, seine Kritiker preisen sie als demokratisches Gut. Die Realität ist und war immer eine andere: Trinkgelage, Schikanen, Langeweile.

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Zivildienst in Deutschland
DPA
Der Zivildienst ist eng mit dem Wehrdienst verknüpft und wurde 1961 für Wehrpflichtige eingeführt, die aus Gewissensgründen den Kriegsdienst verweigern. Wie alle Wehrpflichtigen müssen künftige Zivis zunächst an einer Musterung teilnehmen und können erst danach ihre Verweigerung schriftlich beim Kreiswehrersatzamt einreichen. Junge Männer dürfen also nicht einfach zwischen Wehr- und Zivildienst wählen - ihre Gewissensgründe (etwa Erziehung zur Gewaltfreiheit und religiöse Ansichten) müssen offiziell anerkannt werden. Darüber entscheidet das Bundesamt für Zivildienst.




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