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Reformpaket: Bundeswehr will auch Ausländer aufnehmen

Die Bundeswehr feilt an ihrer Attraktivität als Arbeitgeber: Nach Angaben des Verteidigungsministeriums soll die Truppe familienfreundlicher werden und in Deutschland lebende Ausländer für den Dienst gewinnen.

Bundeswehrsoldat in Afghanistan: Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen Zur Großansicht
REUTERS

Bundeswehrsoldat in Afghanistan: Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen

München - Die Bundeswehr ist dabei, sich neu auszurichten und will nach der Aussetzung der Wehrpflicht offenbar ihr Image als Arbeitgeber verbessern: Das Verteidigungsministerium wolle auch in Deutschland lebende Ausländer für die Bundeswehr gewinnen, berichtet das Magazin "Focus".

In einem 73-seitigen "Maßnahmenpaket zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr" heißt es: "Bestehende Regelungen sind so zu erweitern, dass Inländer bei entsprechender Eignung, Befähigung und Leistung auch ohne deutsche Staatsbürgerschaft regelmäßig in die Streitkräfte eingestellt werden können."

Schon angesichts der demografischen Entwicklung sei die "Erschließung neuer Potentiale" für das Bundeswehrpersonal notwendig, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Samstag. Angesichts der Aussetzung der Wehrpflicht muss der Dienst in den Streitkräften nach Ansicht von Experten deutlich attraktiver werden als derzeit, um genügend gut ausgebildete Freiwillige anzulocken.

Ein weiteres Ziel sei daher mehr Familienfreundlichkeit bei der Bundeswehr: So sollen teilweise Eltern-Kind-Arbeitszimmer finanziert und Kosten für Ferienbetreuung der Kinder übernommen werden. An "ausgewählten Standorten" soll es demnach auch Betriebskindergärten geben. Auch der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus (FDP), hatte bereits unter anderem eine bessere Kinderbetreuung gefordert. Ebenfalls sollen persönliche Auszeiten (sogenannte Sabbaticals) den Plänen zufolge möglich werden und wer in die Privatwirtschaft wechselt, soll Pensionsansprüche mitnehmen dürfen.

Noch sei aber offen, ob das nötige Geld für das Programm bereitgestellt wird. Philipp Mißfelder (CDU), Chef der Jungen Union und außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, forderte die Regierungskoalition auf, ihren Sparkurs zu korrigieren und auf Kürzungen bei der Bundeswehr zu verzichten. "Die geplante Bundeswehrreform kann nur gelingen, wenn Verteidigungsminister (Karl-Theodor zu) Guttenberg von den Sparzwängen in Höhe von über acht Milliarden Euro befreit wird", sagte Mißfelder dem "Hamburger Abendblatt".

lgr/dpa/AFP

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insgesamt 73 Beiträge
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    Seite 1    
1. AT hat Erfahrung damit
kundennummer 12.02.2011
Die Ergebnisse sind, gelinde gesagt, "suboptimal".
2. Wohl keine gute Idee
stanis laus 12.02.2011
Schon Rom ist an seinen germanischen Söldnern gescheitert. Als die die Macht im Lande übernahmen. Schafft die BW ab. Das wäre eine gute Idee. Deutschland ist von Freunden umzingelt und braucht keine Verteidigung. Was es braucht sind gut ausgebildete Polizeibeamte zur Sicherung nach Innen und Grenzschutztruppen.
3. genau
vox veritas 12.02.2011
Genau, wir lassen uns von den Polen schützen. Die sind ohnehin viel günstigere Arbeitskräfte ... vielleicht sollten auch mal einen Blick nach China werfen. Die haben ungefähr 120 Millionen arbeitslose Wanderarbeiter. Ein paar davon könnten wir dann zur Bundeswehr holen. Jetzt mal ehrlich ... was rauchen die BMVg eigentlich für'n Zeug?
4. Eun wirklich guter Gedanke!
Axel1 12.02.2011
So kann der illegale Waffenhandel eingedämmt werden!
5. .
meta_morfos 12.02.2011
Wow, das ist ja genial! Ganz legal Söldner aus aller Welt verpflichten, ein deutscher Wohnort ist ja kein Problem. Ein Berufsarmee, die nicht mal mehr national ausgerichtet ist! Die hat ja dann sicher auch kein Problem, im Ernstfall gegen die deutsche Bevölkerung vorzugehen.
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