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25. November 2012, 13:02 Uhr

Familienförderung

Union und FDP planen Gutscheine für Haushaltshilfen

Die Regierung hat sich viel vorgenommen. Sie will Frauen entlohnen, die ihre Kinder zu Hause betreuen - mit der Herdprämie. Gleichzeitig ringt sie um Ideen, wie man Frauen dazu bringen kann, nach der Geburt möglichst schnell wieder arbeiten zu gehen. Die neueste Idee: Gutscheine für Haushaltshilfen.

Berlin - Die Botschaften sind, nun ja, widersprüchlich. Die Regierung hat eine Prämie für Frauen eingeführt, die ihre Kinder in den ersten Jahren zu Hause betreuen. Das Modell basiert auf einer simplen Annahme: Die Frau bleibt nach der Geburt daheim, die Kinder auch. Für die Mutter gibt es keinen Job, für die Mädchen und Jungen keinen Kita-Besuch. Und der Staat zahlt. 2013 immerhin 100 Euro, ab August 2014 dann 150 Euro pro Monat. Frau am Herd ist Goldes wert.

Nun aber kann die Besinnung auf die Familie nicht das alleinige Glück bedeuten. Denn in Deutschland herrscht Fachkräftemangel: Die Wirtschaft braucht die Frauen, die vom Staat gesponsert zu Hause sitzen und Windeln wechseln. Und zwar dringend.

Um dieser Tatsache Rechnung zu tragen, haben sich Union und FDP etwas neues überlegt. Dabei ist das Betreuungsgeld quasi noch warm, so kurz erst liegt die Abstimmung im Bundestag zurück.

"Wir schaffen Zeit für Familien und gleichzeitig Arbeitsplätze"

Sie wollen junge Mütter mit Gutscheinen unterstützen. Die sollen die Frauen kriegen, um eine Haushaltshilfe zu engagieren, die ihnen den Rücken frei hält - und es ihnen so ermöglicht, rasch nach der Geburt wieder arbeiten zu gehen.

Laut einem Bericht des "Focus" steht das Bonus-Modell schon. Sein Kern: Frauen, die in den Job zurückkehren wollen, sollen bis zu anderthalb Jahre lang finanzielle Unterstützung für eine Haushaltshilfe bekommen, bis zu 15 Arbeitsstunden pro Monat sollen mit je sechs Euro subventioniert werden.

Ingrid Fischbach, stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, sagte dem "Focus", man wolle den Frauen so helfen, Haushalt und Beruf wieder unter einen Hut zu bringen. Das Modell haben Familienpolitiker der Union erarbeitet.

Pro Monat bekämen die Frauen also maximal 90 Euro, wenn sie eine Hilfe engagierten und Arbeiten gingen. Den Rest des Honorars der Haushaltshilfe müssen die Familien freilich selbst berappen.

Durch die Gutscheine sollen sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen gefördert werden - Geringqualifizierten soll so eine Perspektive jenseits der Schwarzarbeit geboten werden. "Wenn wir diese Dienstleistungen fördern, dann schaffen wir Zeit für Familien und schaffen gleichzeitig Arbeitsplätze", erklärte Ministerin Ursula von der Leyen (CDU).

han/dapd

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