2. Teil: Immer seltener werden Migranten kriminell
-
Kriminalität: Als hessischer Ministerpräsident machte Roland Koch (CDU) Anfang 2008 Wahlkampf gegen kriminelle Einwanderer - der Bericht der Bundesregierung zeigt, dass Migranten immer seltener kriminell sind. 1993 lag laut polizeilicher Kriminalstatistik der Anteil der "nichtdeutschen Tatverdächtigen" noch bei 33,6 Prozent, 2009 hingegen nur noch bei etwa 21 Prozent. Der Bericht zeigt eines ganz deutlich: Wer sich in Deutschland nicht willkommen fühlt, wer keinen sicheren Aufenthaltsstatus hat, der wird häufiger straffällig. Einwanderer, die in Deutschland bleiben dürfen, sind nicht krimineller als Einheimische.
-
Illegale Ausländer: Wie viele Menschen illegal in Deutschland leben, kann naturgemäß nur geschätzt werden. Laut des Weltwirtschaftsinstituts in Hamburg waren Ende 2007 zwischen 200.000 und 460.000 Menschen ohne Erlaubnis in Deutschland.
-
Gesundheit: Migranten sind häufiger krank - das ist ein Ergebnis des Papiers. "Allerdings ist es nicht die Migration als solche, die krank macht. Neben gesundheitsriskanten Verhaltensweisen sind es vielmehr Gründe und Umstände der Migration sowie die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen mit Migrationshintergrund, die zu einem schlechteren Gesundheitszustand führen können. Häufig kommen Faktoren, die mit einem niedrigeren sozioökonomischen Status zusammenhängen zum Tragen", heißt es in dem Bericht - also etwa schlechte Ernährung und wenig Bewegung, wenig Möglichkeiten für ein gesundes Leben.
-
Situation von Frauen: Sehr viele Frauen aus der Türkei und der ehemaligen Sowjetunion sind oft Opfer von familiärer Gewalt. Das haben mehrere Studien aus den vergangenen Jahren ergeben, die in dem Regierungsbericht ausgewertet werden. "Bei Gewalt in Paarbeziehungen fällt vor allem die hohe Betroffenheit türkischer Frauen auf, die deutlich über dem Durchschnitt der weiblichen Bevölkerung in Deutschland liegt", heißt es dort.
-
Sport: 2,8 Millionen Migranten sind Mitglieder in Sportvereinen. Das sind 10 Prozent aller Sportvereinsmitglieder - dabei sind 19 Prozent aller Menschen in Deutschland Einwanderer. Ehrenamtlich werden Migranten in Sportvereinen nur sehr selten aktiv. Ein großes Problem, das der Bericht aufzeigt: Sehr wenige Migrantinnen machen in Vereinen Sport.
Was sind die Lehren der Bundesregierung aus den Ergebnisse? Vor allem bei der Bildung und der Sprachförderung sieht Staatsministerin Böhmer Handlungsbedarf: Es müsse an Schulen mehr Sozialarbeiter geben, mehr Lehrer, die selbst aus Einwandererfamilien kommen. Außerdem müsse das letzte Kindergartenjahr verpflichtend werden, damit Migrantenkinder besser Deutsch lernen, forderte die CDU-Politikerin.
Integrationskurse, in denen Einwanderer seit dem Jahr 2007 verpflichtend Deutsch sowie die Grundlagen der deutschen Politik und Gesellschaft lernen, seien ein "großes Erfolgsmodell". Dafür soll es noch mehr Geld geben: Böhmer kündigte zusätzliche 15 Millionen an.
News verfolgen
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten: