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24. Februar 2013, 11:37 Uhr

Teure Leerflüge

Regierungsmaschinen starteten 465-mal ohne Passagiere

Jets der Flugbereitschaft pendeln regelmäßig zwischen Bonn und Berlin - ohne Passagiere an Bord. Nach einem Zeitungsbericht gab es im vergangenen Jahr 465 dieser Leerflüge. Kosten allein für die Flugstunden: 3,5 Millionen Euro.

Berlin - Noch immer, im Jahr 22 nach der Wiedervereinigung, ist die Flugbereitschaft des Bundesverteidigungsministeriums am Militärflughafen in Köln-Wahn beheimatet. Deshalb müssen die Regierungsmaschinen, je zwei Airbus A340 und A319 sowie vier Global 5000, immer wieder zwischen Köln und Berlin hin- und herfliegen - und das ohne Passagiere an Bord.

Im vergangenen Jahr gab es 465 dieser Leerflüge, berichtet die "Bild am Sonntag" mit Verweis auf eine Statistik des Bundesverteidigungsministeriums. Fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel oder einer ihrer Minister einen Flieger an, kommt der leer nach Berlin, um den Politiker zu transportieren. Nach Ende der Reise fliegt die Maschine wieder zurück nach Köln - wieder ohne Passagier.

Bei besonders wichtigen Terminen starten sogar zwei Regierungsmaschinen nach Berlin, eine als Ersatz. Wird diese nicht benötigt, kehrt sie ungenutzt zum Militärflughafen zurück. Die Zahl dieser Flüge stieg im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 25 Prozent auf 76 Einsätze, wie die Zeitung weiter berichtet.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr durch die Leerflüge nach Angaben des Blattes 1604 Tonnen Kerosin verbraucht. Die Maschinen legten 2012 etwa 223.000 Kilometer ohne Passagiere zurück. Die Kosten für die Flugstunden betrugen demnach rund 3,5 Millionen Euro.

Die teure Dauerpendelei der Regierungsflieger wird sich noch einige Jahre fortsetzen: Die Flugbereitschaft kann frühestens Mitte 2016 am Berliner Pannenflughafen Berlin Brandenburg stationiert werden.

heb

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