Reichen-Abgabe Grönemeyer und Müller-Westernhagen wollen mehr Steuern zahlen

Immer mehr Prominente fordern Gerechtigkeit - und appellieren an die Bundesregierung, die Reichen stärker zu belasten. Im SPIEGEL fordern nun Herbert Grönemeyer und Marius Müller-Westernhagen höhere Steuern. Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung wissen sie dabei hinter sich.

Musiker Grönemeyer: "Ich unterstütze Steuererhöhungen für Wohlverdiener"
ddp

Musiker Grönemeyer: "Ich unterstütze Steuererhöhungen für Wohlverdiener"


Hamburg - Bewegung in der Debatte um eine Steuererhöhung für Vermögende. Nach SAP-Mitbegründer und Fußballmäzen Dietmar Hopp fordern nun auch deutsche Musiker eine höhere Spitzensteuer. "Es kann nicht sein, dass eine so reiche Gesellschaft wie die deutsche nicht in der Lage ist, ein ausbalanciertes Einkommensniveau zu erreichen", sagt der Sänger Herbert Grönemeyer dem SPIEGEL.

"Wenn man Gemeinschaft möchte, müssen diejenigen, die leichter viel Geld verdienen, auch leichter mehr Geld abgeben", so Grönemeyer. "Ich unterstütze Steuererhöhungen für Wohlverdiener."

Auch sein Kollege Marius Müller-Westernhagen plädiert für eine höhere Abgabe für Wohlhabende - wenn auch mit Einschränkungen. "Mit einer sogenannten Vermögensteuer Geld zu versteuern, welches bereits versteuert ist, ist unlogisch", sagt Westernhagen. "Mit einer Anhebung des Spitzensteuersatzes hingegen auch die Spitzenverdiener angesichts der Finanzkrise in die Pflicht zu nehmen, ist nachvollziehbar und gerecht."

Angestoßen hatte die Debatte der Präsident des CDU-Wirtschaftsrates, Kurt Lauk. Er plädiert dafür, die ermäßigte Mehrwertsteuer auf einen einheitlichen Satz anzuheben, mittlere Einkommensbezieher im Gegenzug zu entlasten und dafür den Spitzensteuersatz um zwei bis maximal vier Prozentpunkte zu erhöhen. Die ersten Komplimente für diesen Vorschlag erntete Lauk von SAP-Mitgründer Hopp. Der sagte, es bliebe "ja keine andere Wahl". Die Forderung nach einem höheren Spitzensteuersatz erscheine ihm "gerechtfertigt, weil man nicht nur die Sozialleistungen kürzen darf".

Die deutsche Bevölkerung - und sogar die Mehrheit der FDP-Wähler - sieht das genauso. Nach einer Umfrage der TNS Forschung im Auftrag des SPIEGEL sollten die Reichen in Deutschland stärker als bisher zur Sanierung der Staatsfinanzen herangezogen werden. 86 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Besserverdienende und Vermögende stärker an der Bewältigung der Wirtschaftskrise beteiligt werden sollten. Unter den Anhängern der FDP befürworten immerhin noch 60 Prozent ein solches Vorgehen.

sef



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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sosonaja 19.06.2010
1. Steuersatz
Liegen die Einkommensteuersätze für Künstler immer noch bei diesen putzigen 25%? Na, dann gibt es noch etwas Luft nach oben. Ach, und diese Wohltäter wollen sogar noch etwas geben. Ist ja toll!
unterländer 19.06.2010
2. Ach ja, der Titel
Zitat von sysopImmer mehr Prominente fordern Gerechtigkeit - und appellieren an die Bundesregierung, die Reichen stärker zu besteuern. Im SPIEGEL fordern nun Herbert Grönemeyer und Marius-Müller Westernhagen höhere Steuern. Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung wissen sie dabei hinter sich. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,701682,00.html
Grönemeyer! GRÖNEMEYER? Lebt der nicht in London?
semper fi, 19.06.2010
3. -
Zitat von sysopImmer mehr Prominente fordern Gerechtigkeit - und appellieren an die Bundesregierung, die Reichen stärker zu besteuern. Im SPIEGEL fordern nun Herbert Grönemeyer und Marius-Müller Westernhagen höhere Steuern. Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung wissen sie dabei hinter sich. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,701682,00.html
Das ist in Ordnung. Dann sollen die beiden mehr Steuern bezahlen. Ich will es nicht. Frage nebenbei: Wohnt der Grönemeyer nicht in England?
karmamarga 19.06.2010
4. Das ist der falsche Weg
Zitat von sysopImmer mehr Prominente fordern Gerechtigkeit - und appellieren an die Bundesregierung, die Reichen stärker zu besteuern. Im SPIEGEL fordern nun Herbert Grönemeyer und Marius-Müller Westernhagen höhere Steuern. Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung wissen sie dabei hinter sich. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,701682,00.html
Genau so gut könnte man das Geld in den Wind streuen oder auf der Strasse verteilen. Wer diesem Staat gibt, macht sich mitschuldig, an dem was hier läuft in Verwaltung und Politik. Stiftung gründen oder einen e.V. und gezielt etwas ganz direkt ohne Geldverluste tun und ohne dabei eine undurchsichtige Halbwelt zu finanzieren. Vielleicht wir´d gelesen.
Horst_Horstmann 19.06.2010
5. Die die sowieso nichts haben noch mehr belasten?
Zitat von sysopImmer mehr Prominente fordern Gerechtigkeit - und appellieren an die Bundesregierung, die Reichen stärker zu besteuern. Im SPIEGEL fordern nun Herbert Grönemeyer und Marius-Müller Westernhagen höhere Steuern. Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung wissen sie dabei hinter sich. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,701682,00.html
Na super. Das Ergebnis wird sein, dass diejenigen, die jetzt am Monatsende nicht mehr wissen, wo das Geld für Essen herkommen soll in Zukunft schon 12% früher nicht wissen, was sie essen sollen. Güter des alltäglichen Grundbedarfs sollen teurer werden und im Ausgleich will man Menschen, denen es ohnehin schon ganz gut geht die Steuern senken? Das ist doch schon wieder absurd. Es gibt hier eine große Menge an Menschen, die man einfach nur als "arm" bezeichnen kann - und die richtige Reaktion auf dieses Problem soll sein, dass man Grundnahrungsmittel verteuert? Sorry, aber das kann nur schiefgehen. Der erhöhte Spitzensteuersatz ist ja an sich nicht verkehrt, hilft aber denen, die am untersten Rand des Einkommenspektrums stehen überhaupt nichts. Vermutlich ist das nur der Ausgleich für das Gerechtigkeitsgefühl. Den Armen geht es zwar schlechter, dafür müssen die Reichen aber auch blechen. Dass es den Armen davon auch nicht besser geht, ist ja egal. Horst
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