Annäherung an die AfD Ministerpräsident Haseloff warnt Union vor "politischem Selbstmord"

Sollte sich die Union der AfD annähern, um sie zu bekämpfen? Reiner Haseloff hält das für einen schweren Fehler. Der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts fordert CDU und CSU auf, "klare Kante" zu zeigen.

Reiner Haseloff
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Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat die Union eindringlich vor einer Annäherung an die AfD gewarnt. "Wer aus machtpolitischen Aspekten seine Grundsätze verlässt, der begeht politischen Selbstmord", sagte Haseloff dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

"Bei der letzten Wahl in Sachsen-Anhalt betrug unser Abstand zur AfD vier Prozent, jetzt sind es rund zehn", sagte der CDU-Politiker. Es lohne sich also, "klare Kante" zu zeigen. Die AfD sei keine konservative, demokratische Partei. "Die sind im Tross mit den Nazis auf der Straße", sagte Haseloff.

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Jahr 2016 hatte die AfD die zweitmeisten Stimmen erhalten und kam insgesamt auf 24,3 Prozent. Das Ergebnis reihte sich ein in eine Serie von Erfolgen der rechtspopulistischen Partei - bis hin zu hohen Werten bei der Bundestagswahl. Im Parlament stellt die AfD derzeit die größte Fraktion der Opposition.

Für Unruhe in der Union hatte am Mittwoch vergangener Woche der neue Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen, Christian Hartmann, gesorgt, als er eine Koalition mit der AfD nach der Landtagswahl 2019 nicht ausschließen wollte. Anschließend sagte auch der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland, er könne sich mittelfristig eine Koalition mit der CDU vorstellen.

Bisher hatte Gauland stets vor einer zu raschen Regierungsbeteiligung seiner Partei gewarnt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere führende Politiker von CDU und CSU haben eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen.



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claus7447 04.10.2018
1. Ob das Sachsen hört
Die CDU steht dort mit dem Rücken zur Wand ... ich sehe schon Gauland als den neuen Führer in Sachsen - dann gute Nacht!
rolf.scheid.bonn 04.10.2018
2. Haseloff...
… verschweigt, dass er mit seiner Dreierkoalition einer der besten Gründe ist, AfD zu wählen, wenn man eine grundsätzlich andere Politik will. Die AfD wird nicht gewählt, weil ihr Personal so sympathisch ist, sondern weil man von den anderen Parteien enttäuscht ist, die hemmungslos miteinander koalieren, nur um die AFD von der Macht fern zu halten und die eigene zu sichern. Haseloff ist doch das beste Beispiel dafür. Außerdem hat sich der AfD-Landesverband mit der Causa Poggenburg selbst sehr geschadet, und dass die CDU nun wieder deutlicher vor der AfD liegt, ist wohl kaum sein Verdienst.
cato. 04.10.2018
3.
"Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat die Union eindringlich vor einer Annäherung an die AfD gewarnt." Also übersetzt Haseloff warnt im wesentlichen vor Positionen die die Union um 2000 noch inne hatte, die die Union zu einer Partei machte, der eine Mehrheit der Wähler vertrauten und Rund 40% sogar ihre Stimme für die Partei abgaben. Möglicherweise steht die DDR CDU und ihre Funktionäre ja den linken Parteien nach wie vor näher, als der Partei von Helmut Kohl.
nach-mir-die-springflut 04.10.2018
4. Der Ratgeber, ihm nach, er kennt den Weg
Als die C-Unionen nach links rückten, blieben ein paar Leute rechts stehen. Aus denen wurde die AfD. Nicht betrat eine neue Weltanschauung die Bühne, sondern die alte hatte die Bühne nie verlassen. Haseloff sagt, dass die C-Unionen links bleiben sollen. Das können sie machen, sie laufen aber doppelt Gefahr: 1. Dass sich immer mehr der nationalen-konservativen Ecke anschließen, die C-Unionen also noch mehr Wähler wie Macher verlieren; 2. dass sie sich bei einer Kehrtwende in die wieder Richtung national-konservativ erst recht zerlegen, weil sie als Unstete, die ihre Positionen den gemachten Trends anpassten, als quasi Fahnenflüchtige, energielos geworden sind. Haseloff geht um nicht um Inhalte, sondern um eine küpnstliche Form. Damit läuft er Gefahr, sich durch seine Instinktlosigkeit selbst abzuschaffen.
jozu2 04.10.2018
5. politischer Selbstmord ist doch schon geschehen
Die CDU hat ihrrn politischen Selbstmord doch schon lange vollzogen: Sie hat sich unter Merkel irgendwo zwischen SPD und Grüne eingeordnet und insb. die SPD sehr geschickt verdrängt. Vor allem dadurch hat die AfD ja überhaupt eine Lücke im Parteien-/Wähler-Spektrum gefunden. Mit der AfD sollten sich CDU/CSU mal sachlich/inhaltlich auseinandersetzen. Diese Nazi-Diffamierungen sind abgedroschen. In jungen Parteien sind immer ein paar Spinner - bei der AfD rechte wie Höcke. Die SPD wird ja auch nicht allein nach Sarrazins Pseudowissenschaft beurteilt.
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