Robert Habeck Grünen-Chef schaltet Accounts bei Twitter und Facebook ab

"Bye, bye Twitter und Facebook": Nach eigenen Fehlern beim Twittern und einem Angriff auf private Daten seiner Familie will Grünen-Chef Robert Habeck seine Accounts bei den Social-Media-Diensten abschalten.

Robert Habeck
DPA

Robert Habeck


Robert Habeck, Co-Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, will seine Seiten auf Facebook und Twitter stilllegen. Das gab der Politiker am Montag auf seinem persönlichen Blog bekannt.

Habeck begründet die Entscheidung mit Fehlern, die er selbst auf den Social-Media-Kanälen gemacht hatte. Außerdem war Habeck einer der Politiker, die von Datendiebstahl und der Veröffentlichung privater Daten durch Hacker im vergangenen Jahr betroffen waren.

Robert Habeck auf Twitter
Twitter/ @RobertHabeck

Robert Habeck auf Twitter

Habeck schrieb, er ärgere sich über persönliche Fehler in der politischen Kommunikation. In einem Wahlkampfvideo zur Bayernwahl hatte Habeck erklärt, mit dem Verlust der absoluten Mehrheit für die CSU ziehe in Bayern die Demokratie wieder ein.

Am Wochenende erschien auf der Seite der Grünen in Thüringen ein Video, in dem Habeck versprach, nach den Wahlen im Oktober 2019 werde man alles machen "damit Thüringen ein offenes, freies, liberales, demokratisches Land" wird. Auch dafür gab es Kritik, das Video wurde gelöscht. Im Gespräch mit dem Radiosender Bayern2 sagte Habeck, er habe die ganze Nacht darüber nachgedacht. Er könne nicht abstreiten, "dass das super bescheuert war, was ich da gesagt habe".

Habeck: "Kann sein, dass das ein politischer Fehler ist"

Er habe den gleichen Fehler zwei Mal gemacht und das müsse Konsequenzen haben. "Und meine ist, dass ich meine Accounts lösche." Weil außerdem "der Datenklau", der persönlichste Gespräche zwischen seiner Familie und ihm "auf alle Rechner der deutschen Tageszeitungen und jede Menge rechter Medien" gebracht habe, lösche er auch seine Facebook-Präsenz. Auch den Twitter-Account werde er "abschalten".

Ende 2018 waren via Twitter die persönlichen Daten und teils private Kommunikation von Hunderten Politikern, Journalisten und Prominenten veröffentlicht worden. Der Datendiebstahl war erst Anfang Januar publik geworden, betroffen waren Politiker fast aller Parteien, nur die rechtspopulistische AfD war offenbar nicht im Visier der illegalen Aktion.

Robert Habeck auf Facebook
Facebook/ @habeckrobert

Robert Habeck auf Facebook

Für einen Politiker ist es ein drastischer Schritt, sich von den Verbreitungskanälen abzuwenden. Habeck selbst schreibt dazu: "Kann sein, dass das ein politischer Fehler ist, weil ich mich der Reichweite und der direkten Kommunikation mit doch ziemlich vielen Menschen beraube."

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, Habeck habe in dem Wahlkampfvideo über Thüringen gesagt, es solle ein "demokratischeres" Land werden. Das war nicht richtig, vielmehr sagte Habeck, man werde alles machen, "damit Thüringen ein offenes, freies, liberales, demokratisches Land" wird.

cht



insgesamt 47 Beiträge
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Ronald Dae 07.01.2019
1. Nanu?
Facebook, das Seniorennetzwerk, braucht man natürlich nicht, aber Twitter scheint mir nicht überflüssig zu sein, besonders im professionellen Bereich.
REGULISSI 07.01.2019
2. Beweis
Damit hat Grünen-Chef Robert Habeck einen Beweis seiner Geisteskraft geliefert. Wer diese Datenkraken jetzt noch füttert, dem ist nicht zu helfen.
chakka 07.01.2019
3. Endlich!
Mich erreicht man mit Programmen und Taten, nicht mit Twitter und Co. Schön, dass Herr Habeck die Notbremse zieht - und dem dämlichen Ami mit Perücke sollte Vergleichbares empfohlen werden.
wahrsager26 07.01.2019
4. Lieber mal eine 'knallige'
Entscheidung tätigen ,anstatt auszusitzen.....so könnte man Habecks Entschluss werten.Ausserdem,wer sagt es denn......vielleicht ist auch weniger mehr und er wird sich überlegen, ob es nötig ist zu allem und jedem sich äußern zu müssen,schlagartig.Es wird sich für ihn zeigen ,ob es wirklich ein 'politischer' Fehler ist sich zurückzuziehen .Danke
BettyB. 07.01.2019
5. Oh je...
Der Philosoph verrät sich durch gedankenloses Twittern. Falls Habeck einen Hut hat, sollte es ihn schamvoll nehmen und gehen...
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