Trotz Einigung über Regeln Rösler und Altmaier streiten weiter über Fracking

Peter Altmaier und Philipp Rösler konnten sich zwar auf Regeln für das risikoreiche Fracking einigen. Doch in der Beurteilung der Gasfördermethode bleiben Umwelt- und Wirtschaftsminister unterschiedlicher Meinung.

Erdgas-Bohrstelle: Suche nach Quellen
dapd

Erdgas-Bohrstelle: Suche nach Quellen


Berlin/Ludwigshafen - Der Chemiekonzern BASF hat den Regierungsentwurf zur umstrittenen Gas- und Ölförderung aus tiefen Gesteinsschichten begrüßt. "Das ist wichtig für unsere Branche", sagte Konzernchef Kurt Bock bei der Jahrespressekonferenz in Ludwigshafen. Die BASF habe wiederholt gesagt, dass sie testen wolle, was mit der sogenannten Fracking-Technik möglich sei. "Ich hoffe, das führt zu einer Versachlichung der Diskussion", sagte Bock. Fracking dürfe kein Angstthema werden. Dafür bestehe kein Anlass.

Umweltminister Peter Altmaier und Wirtschaftsminister Philipp Rösler hatten sich auf einen Verordnungsentwurf geeinigt. Er sieht ein generelles Verbot für Wasserschutzgebiete und Umweltverträglichkeitsprüfungen vor. Bei der neuen Fördertechnik wird mit hohem Druck unter Einsatz von Wasser, Sand und Chemikalien das Gestein so aufgebrochen, dass das Gas entweichen kann.

Doch wie es mit dem Fracking weitergeht, ist nach wie vor unklar. Altmaier sieht in Deutschland vorerst keine Möglichkeiten, Gasvorkommen mit der Fracking-Technologie auszubeuten. Er sehe nirgendwo in Deutschland auf absehbare Zeit die Möglichkeit, dass Fracking stattfinde, weil noch viele Fragen geklärt werden müssten, sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur Reuters. "Das werden wir Schritt für Schritt in Angriff nehmen."

Altmaier bestätigte, dass er sich mit Rösler auf Regeln für die Fördermethode geeinigt habe: "Wir haben auf der Grundlage von Gutachten des Bundesumweltamtes und Forschungsergebnissen entschieden, dass wir Fracking erschweren und einschränken." In Trinkwasserschutzgebieten werde es verboten. Auch sonst würden hohe Hürden für Fracking gestellt: "Wir werden eine strenge Umweltverträglichkeitsprüfung vorschreiben."

Doch Rösler sieht trotz des Regierungsentwurfs für strenge Auflagen große Möglichkeiten. "Fracking bietet erhebliche Chancen, wir müssen aber immer mögliche Auswirkungen auf die Umwelt im Auge haben. Das setzen wir jetzt um", sagte der FDP-Chef. "Die Industrie hat angekündigt, umweltfreundliche Methoden zu entwickeln." Das biete eine gute Zukunftsperspektive. Zunächst gelte es aber, die tatsächlichen Fortschritte abzuwarten, betonte Rösler.

als/Reuters/dpa

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burghard42 26.02.2013
1. Das
Zitat von sysopdapdPeter Altmaier und Philipp Rösler konnten sich zwar auf Regeln für das risikoreiche Fracking einigen. Doch in der Beurteilung der Gasfördermethode bleiben Umwelt- und Wirtschaftsminister unterschiedlicher Meinung. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/roesler-und-altmaier-streiten-weiter-ueber-fracking-a-885605.html
ist augenblicklich sowieso das falsche Thema. Das sollte man noch ruhen lassen bis ein Energieministerium gegründet und vernünftige und umsetzbare Strategien für die Energiewende vorlegen kann.
helmut.alt 26.02.2013
2. optional
Die Politiker haben offenbar keine Ahnung von der Technik und dem wissenschaftlichen Hintergrund. Sie agieren populistisch und lassen es lieber zu, dass Unmengen an Kohle in Kraftwerken verfeuert werden, wobei man davon ausgeht, dass sich das Wahlvolk bereits an die schädlichen Nebeneffekte schon gewöhnt hat.
Morrison 26.02.2013
3. Ganz schön blöd gelaufen für
unsere Hals-über-Kopf-ohne-Sinn-und-Verstand-Energiewende-Politiker! Da zaubern doch die Amis (vielgescholten und als führungsnation abgeschrieben) justament ein energiegewinnungsverfahren aus dem Hut, bei gleichzeitig in Deutschland explodierenden energiekosten. Damit werden die Spritkosten (lt. Spiegel) langfristig im Zaum gehalten. Was machen denn nun die deutschen Huch-ein-Tsunami-in-Japan Politiker mit ihren ganzen maßlos überteuerten Wind und Solar Parks?? Und damit keiner auf die Idee kommt, das fracking auch hierzulande anzuwenden und für bezahlbare Energie zu sorgen muss man es halt vorsorglich ganz einfach verbieten! So einfach ist das. Und die alt-Hippie und studiumabbrecher Partei hat vorsorglich darauf hingewiesen dass man hier mit Chemikalien arbeitet (Chemikalien = pfui!)
baconneck 26.02.2013
4. Man spricht immer ....
.... über Chemikalien, die in die Erde gepumpt werden. Weis jemand um was es sich da handelt?
BiffBoffo 26.02.2013
5. Unverantwortbar!
In unserem kleinen Land Fracking zu Starten zeigt schon die Verzweiflung aus irgendwas irgendwie wieder Geld zu machen. Wer übernimmt die Verantwortung für die Wasser Versorgung der Bürger ? Irgendwelche Privat Firmen dann ? Wer die FDP noch wählt kann echt nicht ganz gebacken sein!
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