Rösler unter Druck: Brüderle fordert rasche Neuwahl des FDP-Chefs

Brüderle, Rösler: "Über ungelegte Eier diskutiere ich nicht"Zur Großansicht
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Brüderle, Rösler: "Über ungelegte Eier diskutiere ich nicht"

Der Druck auf FDP-Chef Philipp Rösler aus der eigenen Partei wird immer größer: Fraktionschef Rainer Brüderle spricht sich für einen vorgezogenen Parteitag mit Neuwahlen des Parteivorsitzenden aus - unabhängig vom Ausgang der Landtagswahl in Niedersachsen.

Düsseldorf/Hamburg/Berlin - Das politische Schicksal von FDP-Chef Philipp Röslers könnte sich schneller entscheiden als erwartet. Bundestags-Fraktionschef Rainer Brüderle hat eine baldige Neuwahl des Parteivorsitzenden gefordert - unabhängig vom Ausgang der Niedersachsen-Wahl am Sonntag. Er könne sich vorstellen, dass es einen vorgezogenen Parteitag gibt, sagte Brüderle im ARD-"Morgenmagazin". Es mache keinen Sinn, "dass man das zu lange rausschiebt". Geplant ist der Parteitag bislang für Mai.

Brüderle insistierte in dem Interview, es spreche "einiges dafür, die Wahlentscheidung vorzuziehen". Auch einen Terminkorridor für einen rascheren Parteitag nannte er: "Es wäre möglich etwa Anfang März oder Ende Februar."

Gleichzeitig beteuerte Brüderle seine Loyalität zum Parteivorsitzenden: "Ich stehe hinter Philipp Rösler." Der FDP-Fraktionschef fügte hinzu, er halte es nicht "für sehr wahrscheinlich", dass Rösler nach der Wahl am Sonntag von sich aus zurücktrete. Er erwarte zudem, die FDP-Präsidiumssitzung am Morgen nach der Wahl werde "weniger spektakulär sein, als viele erwarten". Allerdings wich er der Frage aus, ob er gegebenenfalls als Parteichef zur Verfügung stehe. "Über ungelegte Eier diskutiere ich nicht", sagte Brüderle.

Rösler selbst hat wenige Tage vor der Landtagswahl in Niedersachsen Fehler eingeräumt. "Natürlich habe ich in den ersten Monaten als Vorsitzender auch meinen Kurs gesucht, die eine oder andere Entscheidung hätte ich anders treffen sollen", sagte Rösler der "Rheinischen Post". "Die Ausrichtung einer Partei lässt sich nicht per Knopfdruck ändern", fügte Rösler hinzu. Mit den Themen Wachstum, Schuldenabbau, Bildungspolitik und Bürgerrechten sei die FDP aber jetzt auf dem richtigen Kurs. Die Kritik der vergangenen Wochen und Monate an seiner Person nehme er nicht persönlich, sagte Rösler der Zeitung. "Ich bin für meine Gelassenheit bekannt", ergänzte er.

Mehrheit der Bürger will Rücktritt Röslers

Über Brüderle äußerte sich Rösler lobend. Brüderle sei ein großartiger Fraktionsvorsitzender und werde als "starke Stimme der Liberalen im Bundestagswahlkampf gebraucht". Die unterschiedlich intonierten Auftritte von ihm und Brüderle beim Dreikönigstreffen in Stuttgart bezeichnete er als vorbildlich. "Die Arbeitsteilung in Stuttgart hat gezeigt: Wir ergänzen uns gut", sagte Rösler. Brüderle hatte beim Dreikönigstreffen eine mitreißende Rede gehalten und Rösler, dessen Auftritt als schwach bewertet wurde, die Show gestohlen.

Die Wahl in Niedersachsen an diesem Sonntag gilt als entscheidend für die Zukunft Röslers. Falls die FDP dort schlecht abschneiden oder gar den Wiedereinzug in den Landtag verpassen sollte, wird seine Ablösung vom Parteivorsitz erwartet.

fdi/dpa/AFP/dapd/Reuters

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insgesamt 162 Beiträge
steuerzahler24 18.01.2013
"Aktiven Königsmord" hätte ich Brüderle nicht zugetraut. Seinen jüngsten Auftritten kann man aber entnehmen, dass er selbst zu alt ist für Parteichef.
"Aktiven Königsmord" hätte ich Brüderle nicht zugetraut. Seinen jüngsten Auftritten kann man aber entnehmen, dass er selbst zu alt ist für Parteichef.
rielaug 18.01.2013
Deutschland ist ein reiches Land - zu reich! Ein Ex-Bundespräsident mit Ehrensold, eine Partei, die keiner braucht, deren Vorsitzender vielleicht als Vorsitzender im Elternbeirat einer Dorfschule aufgehoben wäe, arrogante Bänker [...]
Deutschland ist ein reiches Land - zu reich! Ein Ex-Bundespräsident mit Ehrensold, eine Partei, die keiner braucht, deren Vorsitzender vielleicht als Vorsitzender im Elternbeirat einer Dorfschule aufgehoben wäe, arrogante Bänker und Politiker... unglaublich, was ein Volk alles aushält!
peeka 18.01.2013
Meine These: Die FDP hat Egoismus gepredigt und wurde von 14% der Egoisten mit dem Ziel gewählt, für sie persönlich mehr herauszuholen durch Steuergeschenke etc. Das hat sie allerdings nur im geringen Rahmen geschafft, weshalb [...]
Meine These: Die FDP hat Egoismus gepredigt und wurde von 14% der Egoisten mit dem Ziel gewählt, für sie persönlich mehr herauszuholen durch Steuergeschenke etc. Das hat sie allerdings nur im geringen Rahmen geschafft, weshalb sie so hoffnungslos abgestürzt ist. Mit der Ideologie des totalen Egoismus lässt sich aber keine Partei erfolgreich auf die Beine stellen, weil schließlich auch hier jeder nur auf seinen persönlichen Vorteil bedacht ist. Brüderle steht also wohl hinter Rösler - vermutlich mit dem Messer in der Hand...
luxus64 18.01.2013
Als Wirtschaftsminister im Bund gleich mit.
Als Wirtschaftsminister im Bund gleich mit.
luxus64 18.01.2013
Als Wirtschaftsminister im Bund gleich mit.
Als Wirtschaftsminister im Bund gleich mit.
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  • Freitag, 18.01.2013 – 08:37 Uhr
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Das Wahljahr 2013
Die Niedersachsen haben entschieden - allerdings sehr knapp. Ein hauchdünner Vorsprung von einem Mandat für eine rot-grüne Koalition ermöglicht es dem SPD-Herausforderer Stephan Weil, den erst seit 2010 amtierenden David McAllister (CDU) als Regierungschef abzulösen. Nach dem anstehenden Machtwechsel zu Rot-Grün wird Schwarz-Gelb nur noch über 15 der 69 Stimmen im Bundesrat verfügen. Die schwächelnde FDP erreichte mit 9,9 Prozent der Stimmen ein sehr starkes Ergebnis - profitierte dabei aber von vielen strategisch wählenden CDU-Anhängern. Dennoch: Durch den Erfolg bleibt Philipp Rösler vorerst Parteichef, Fraktionschef Rainer Brüderle übernimmt lediglich die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl.




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