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Sachsen-Anhalt: Angreifer schlagen rechte Demonstranten krankenhausreif

Zwei Dutzend Männer haben in Oschersleben in Sachsen-Anhalt mit Eisenstangen und Baseballschlägern auf Teilnehmer einer rechtsextremen Demo eingeprügelt. Die Polizei vermutet Linksautonome hinter der Attacke.

Eine Gruppe von rechten Demonstranten ist in Sachsen-Anhalt gezielt mit Eisenstangen, Baseballschlägern und Holzlatten angegriffen worden. Der Vorfall ereignete sich am Samstag in Oschersleben, südwestlich von Magdeburg. Dabei wurden laut Polizei vier der Angegriffenen zum Teil schwer verletzt.

Ein 34-jähriger Mann musste wegen lebensbedrohlicher Kopfverletzungen notoperiert werden. Außer ihm liegt eine weitere Person schwer verletzt im Krankenhaus. Zwei weitere wurden ambulant behandelt. Sechs der Angegriffenen konnten unverletzt fliehen.

Die Gruppe hatte nach einem MDR-Bericht an einer Demonstration von Rechtsextremisten in Magdeburg teilgenommen. Diese fand anlässlich des 71. Jahrestags der Bombardierung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg statt. Die Männer fuhren mit dem Zug zurück nach Oschersleben. Als sie am Bahnhof ausstiegen, wurden sie angegriffen.

Die Polizei schließt nach ersten Ermittlungen auf Täter aus der linksextremistischen Szene. Augenzeugen hatten die Tat und das Erscheinungsbild der Angreifer beschrieben. Den Zeugen zufolge hatten sich die Täter hinter einem Gebäude am Bahnhof in Oschersleben versteckt. Nach Abfahrt des Zuges prügelten sie auf die Rechten ein und flohen dann.

Der innenpolitische Sprecher der Grünen, Sebastian Striegel, rief auf Twitter zur Gewaltlosigkeit auf:

Zudem postete er einen Tweet: "Nazis, die behaupten, Nazis würden niemals mit Eisenstangen zuschlagen, wollen offenbar die letzten 25 Jahre #rechteGewalt nicht wahrhaben." Rechtsextremisten haben für Sonntag zu einer Solidaritätskundgebung am Dresdner Hauptbahnhof aufgerufen.

Bei einer Demonstration von Anhängern der linken Szene war es am Freitagabend im Magdeburger Stadtteil Stadtfeld zu Ausschreitungen gekommen. Aus der Gruppe von rund 250 teils vermummten Teilnehmern wurden Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten geschleudert. Vier Beamte erlitten leichte Verletzungen, zwei davon mussten ihren Dienst beenden.

Am Jahrestag der Bombardierung von Magdeburg war es in der Vergangenheit immer wieder zu Zusammenstößen zwischen links- und rechtsextremistischen Gruppen gekommen. Die rechtsextreme Szene versucht seit Jahren, die Opfer der Bombardements für ihre Propaganda zu instrumentalisieren.

Der angebliche Tote in Neumünster

Nach einer Demonstration der rechten Szene in Neumünster am Samstag hatte es am späten Abend Meldungen auf Facebook-Seiten von Rechtsextremisten gegeben, denen zufolge die Antifa einen Teilnehmer so schwer verletzt habe, dass er gestorben sei. Diese Nachricht, die für entsprechende Empörung im Netz sorgte, war aber falsch, wie die Rechtsextremisten selber später zugaben. Auch die Polizei bestätigte dies:

+++ Gerücht bei Facebook ++Das hier mehrfach benannte Gerücht über den angeblichen Tod eines Demonstrationsteilnehmers...

Posted by Polizei Neumünster und Rendsburg-Eckernförde on&  Samstag, 16. Januar 2016

heb/dpa

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