Sachsen Pegida-Vermittler Frank Richter verlässt CDU

Nach 25 Jahren tritt Frank Richter aus der CDU aus. Der Ex-Chef der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung war in den vergangenen Jahren unter anderem als Pegida-Mediator aufgetreten.

Frank Richter
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Frank Richter


In der Wendezeit vermittelte Frank Richter zwischen DDR-Polizisten und Demonstranten, in letzter Zeit bemühte er sich um einen Dialog mit der Pegida-Bewegung in Dresden. Seine politische Heimat rund 25 Jahre lang: die CDU. Bis jetzt.

Denn wie nun bekannt wurde, ist der Dresdner Bürgerrechtler aus der Partei ausgetreten. Seine Entscheidung begründete der frühere Chef der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung in der "Sächsischen Zeitung" vor allem mit einer fehlenden Streit- und Diskussionskultur in der Union. "Die Demokratie erschöpft sich nicht im Gang an die Wahlurnen", sagte der 57-jährige Theologe.

Richter sagte, es sei eine "persönliche Gewissensentscheidung" gewesen. "Mein Austritt ist ein Zeichen der Herstellung von Klarheit, nicht von Wut", fügte er hinzu. Einer anderen Partei wolle er jedoch vorerst nicht beitreten.

Richter kritisierte unter anderem Versäumnisse in der sächsischen Schulpolitik. Der zusammen mit der SPD regierenden CDU gelinge es immer weniger, dafür die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Sie vernachlässige die Allgemeinbildung, vor allem die politische, kulturelle und ethische Bildung im Freistaat, kritisierte Richter, der seit Februar der Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche ist.

Richter war Anfang der Neunzigerjahre Jahre in die sächsische CDU eingetreten. Er engagierte sich als Mediator und Moderator in vielen kritische Situationen im Freistaat. Weit über Sachsen hinaus bekannt wurde er durch seine Vermittlungsbemühungen angesichts der aufkommenden Proteste des islamfeindlichen Pegida-Bündnisses in Dresden, das mittlerweile fast drei Jahre aktiv ist. Kritik gab es etwa, als Richter 2015 die Räume der Landeszentrale für politische Bildung für eine Pegida-Pressekonferenz zur Verfügung stellte.

kev/AFP

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