Polizeieinsatz gegen ZDF-Team LKA-Mann aus Sachsen hat offenbar Zugriff auf sensible Daten

Der LKA-Buchprüfer, der auf einer Demo in Dresden Journalisten des ZDF anpöbelte, soll auch Zugriff auf sensible Ermittlungsdaten haben. Das berichtet der MDR.

Maik G.
ZDF

Maik G.


Der sächsische LKA-Mitarbeiter Maik G., der bei einer Pegida-Demonstration in Dresden ein ZDF-Kamerateam verbal angegriffen hat, hat einem Medienbericht zufolge Zugriff auf sensible Ermittlungsdaten. Als Buchprüfer bei Ermittlungen in komplexen und schweren Straftaten und habe er Zugriff auf das polizeiliche Erfassungssystem IVO, in dem alle Straftaten und Ermittlungsvorgänge registriert würden, berichtet der MDR.

Der Sender beruft sich auf Ermittlerkreise. Außerdem habe der Mann Zugriffsrechte für das Zentrale Ausländerregister (ZAR). Das sächsische Innenministerium habe die Informationen mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen weder bestätigen noch dementieren können, berichtete der Sender.

Der LKA-Mitarbeiter war am Donnerstag vergangener Woche während des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Dresden privat auf einer Demonstration von Anhängern der AfD und der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung unterwegs. Dabei griff er ein ZDF-Kamerateam verbal an. Danach wurde das Kamerateam etwa eine Dreiviertelstunde lang von der Polizei festgehalten.

Wie der MDR am Donnerstag weiter berichtete, zeigt ein weiteres Video im Internet, dass der LKA-Mitarbeiter sich nicht nur am Rande der Demonstration gegen den Merkel-Besuch bewegte. Er stand demnach inmitten einer Demonstrantengruppe, die gegen den Konvoi der Kanzlerin mit Rufen wie "Volksverräter" protestiert habe.

Das LKA prüfe überdies mögliche Verbindungen des Mannes zur rechten Szene in Freital, berichtete der MDR weiter. Grund dafür sei, dass der Mann das ZDF-Team bei den Dreharbeiten zu der Demonstration gemeinsam mit dem Anführer der rechtsextremen Gruppe Freital, René S., gestört habe.

als/AFP



insgesamt 170 Beiträge
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Seite 1
Jor_El 24.08.2018
1.
Pegida hat jetztein Gesicht. Ich freue mich schon auf die Beiträge aller Kabarettisten.
beegee 24.08.2018
2. Es wird immer bedenklicher!
Zitat aus unserer Lokalzeitung: "Bei seinem Begleiter, der die Dreharbeiten des Fernsehteams mit einer zweiten Strafanzeige aufhielt, handelt es sich nach ZDF-Informationen wiederum um einen landesweit bekannten Neonazi, den Anführer der rassistischen Gruppe „Freital steht auf“." Wer jetzt noch von einem harmlosen, kleinenen Angestellten spricht, "sicher ein Pförtner oder so", der hat echt den Schuss nicht gehört.
andros0813 24.08.2018
3.
der fisch stinkt vom kopf her..wie kann die polizei in sachsen anders ticken als ihr oberster dienstherr..auch hier sicher der übliche verlauf : es wird ermittelt und geprüft, kurz vor gericht verhandelt, eingestellt, und lustig weitergemacht.. da sind die sachsen sich einig.. schliesslich leben wir in einer demokratie...es gibt aber noch viele andere gründe, warum ich nie nach sachsen fahre..
Dr. Metro 24.08.2018
4. Gebt Maik G. noch mehr Aufmerksamkeit
und es entstehen umso mehr Trittbrettfahrer und Nachahmer. Wer es ins Fernsehen und auf die Titelseiten schaffen will, dem reicht heute lediglich zu Pöbeln und sich daneben zu benehmen. Früher hat man solche Leute das bzw. dem Publikum entzogen, was ich mir heute noch wünschen würde. Ihn dagegen „berühmt“ werden zu lassen, erachte ich als falsch.
chocolatefactory 24.08.2018
5. Treffer
Faszinierend und gruselig zugleich, wie dieser Mann mit seinem Auftreten, seiner Kleidung und seinem Verhalten gleichzeitig sämtliche Negativklischees über Ostdeutsche bedient.
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