Sachsen-Wahl Wahlbeteiligung liegt bis zum Mittag bei nur 14,9 Prozent

Desaströse Zwischenwerte bei der Landtagswahl in Sachsen: Bis 12 Uhr hatten erst knapp 15 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben. Damit ist die Wahlbeteiligung bisher deutlich geringer als 2009.


Dresden - Letzter Ferientag, Regenwetter und kühle Temperaturen - anscheinend keine guten Vorzeichen für eine lebhafte Beteiligung an der Landtagswahl in Sachsen. Um 12 Uhr waren 14,9 Prozent der Wähler zur Stimmabgabe gegangen, wie die Landeswahlleitung mitteilte. 2009 waren es um die gleiche Zeit 19,4 Prozent gewesen - die Wahlbeteiligung hatte vor fünf Jahren bei insgesamt 52,2 Prozent gelegen.

Die Wahllokale schließen um 18 Uhr. Da der Wahltag auf dem letzten Ferientag liegt, war eine schlechtere Wahlbeteiligung schon vorher befürchtet worden.

In der Region Chemnitz hatten bis zum Mittag 15,2 Prozent der Wahlberechtigten gewählt, in der Region Dresden waren es 16 Prozent, in Leipzig nur 12,5 Prozent. Es wird mit einem Anteil von Briefwählern von 9,1 Prozent gerechnet.

3,4 Millionen Stimmberechtigte sind aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Laut Umfragen liegt die CDU mit Werten um 40 Prozent weit vorn. Zweitstärkste Kraft dürfte den Demoskopen zufolge die Linke werden, vor der SPD. In Sachsen könnte erstmals die eurokritische AfD in ein Landesparlament einziehen. Für die Grünen dürfte es nach den jüngsten Umfragen knapp werden. Der Wiedereinzug der rechtsextremen NPD ist ebenfalls nicht sicher.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) gab schon eine halbe Stunde nach Öffnung der Wahllokale zusammen mit seiner Ehefrau in einer Grundschule in Panschwitz-Kuckau seine Stimme ab. FDP-Chef Holger Zastrow appellierte bei seiner Stimmabgabe in Dresden noch einmal an die Wähler: Sie müssten jetzt entscheiden, ob sie eine Regierung mit oder ohne Liberale wollen. Sachsen ist das letzte Bundesland, in dem die FDP noch an der Regierung beteiligt ist. Der bisherige Koalitionspartner der CDU liegt laut Umfragen bei nur etwa 3 Prozent und wäre somit nicht mehr im Dresdner Landesparlament vertreten.

lgr/dpa

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insgesamt 144 Beiträge
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Seite 1
ambergris 31.08.2014
1.
Die AfD wird ein zweistelliges Ergebnis erzielen, wetten? Die Ränder werden bei niedriger Wahlbeteiligung stärker.
sebastian.teichert 31.08.2014
2.
Naja was soll man vom Osten schon erwarten. Vor 20 Jahren heulen, sie haben nichts zu melden und alles ist doof. 20 Jahre später haben sie genug Klopapier und Bananen. Da ist es ihnen dann egal... -.- Fragt man sich schon wofür der Aufriss/Abriss gut war...
ebberat 31.08.2014
3.
Steinigt mich ruhig,aber ich kann die Politikverdrosenheit und die Nichtwähler verstehen. Immer und ewig wird man nach den Wahlen zum Narren gehalten. Das viele Wähler die Schnauze voll haben, ist nur zu verständlich.
bananenrep 31.08.2014
4. Auch Nichtwählen gehört zur Demokratie ...
und wir werden doch von Politik und Lobbyisten veräppelt nach Strich und Faden. Abgaben, Abgaben , Abgaben, Verbote und Gängelung. Was bleibt ? Dieser verlogenen Bande spllte nicht mal 0,1 % der Stimmen gehören. Recht so
Überfünfzig 31.08.2014
5. Demokratie....
.....was ist das? Kann man das essen? Anscheinend haben viele Ex-DDR-Bürger inkl. Nachkommen immer noch nicht so richtig verstanden, das man mit der Wahl für Partei X oder Y eine gewisse politische Ausrichtung bewirken kann, egal ob man nun unterliegt oder man sich politisch bei den Gewinner währt. Ich verstehe ja das man bei der heutigen sozialdemokratischen SPDCDUGRÜNEFDP-Partei nur einen gewissen Einheitsbrei nebst blasser Politschauspieler vorgesetzt bekommt, aber wenn der veränderungswillige Bürger nicht selbst in die Politik geht bzw. beteiligt wird sich dann erst recht nichts ändern, ganz im Sinne des Spruches: "Da kannste wählen wenn Du willst, ändern wird sich eh nichts!". Ne bei Wahlenthaltung, erst recht nicht.
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