Rechte in Sachsenhausen Gäste von AfD-Fraktionschefin Weidel hetzen in KZ-Gedenkstätte

Sie haben KZ-Verbrechen verharmlost und Gaskammern angezweifelt. Eine Gruppe aus dem Wahlkreis von AfD-Spitzenfrau Alice Weidel hat die Gedenkstätte Sachsenhausen besucht und dabei den Abbruch einer Führung provoziert.

KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen
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KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen


Eine AfD-Gruppe aus dem Wahlkreis von Fraktionschefin Alice Weidel hat bei einem Besuch der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen mit rechter Hetze derart provoziert, dass ihre Führung abgebrochen wurde. Der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten zufolge befanden sich unter den 17 Teilnehmern fünf bis sechs Personen, die die Führung "permanent unterbrachen und störten".

Dabei seien die Verbrechen im KZ Sachsenhausen von einigen der AfD-Besucher durch Vergleiche mit angeblichen Verbrechen der Alliierten relativiert worden, wie Gedenkstätten-Sprecher Horst Seferens dem "Tagesspiegel" sagte.

Die Existenz von Gaskammern sei in Zweifel gezogen worden, mehrere AfD-Besucher hätten die KZ-Verbrechen verharmlost und relativiert und dem Gedenkstätten-Mitarbeiter mangelnde Kompetenz und Manipulation unterstellt, hieß es.

Dem Bericht zufolge wurde die Fahrt vom Bundespresseamt finanziert. Eine Regierungssprecherin konnte demnach "antisemitische und historisch unhaltbare Äußerungen" bestätigen, diese allerdings nur einer Person der Gruppe zuordnen. Dass der Referent der Gedenkstätte den Vortrag für die AfD-Gruppe abbrach, gehe allerdings aus der Darstellung beider Seiten hervor.

Laut "Tagesspiegel" wurde der Vorfall, der sich bereits am 10. Juli ereignete, bisher nicht bei der Polizei angezeigt. Weder das Bundespresseamt noch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten machten die Sache zunächst von sich aus bekannt. Auch die brandenburgische Regierung habe von dem Fall gewusst.

Alice Weidel selbst war bei dem Besuch der Gedenkstätte offenbar nicht dabei. Ihr Sprecher Daniel Tapp habe sich von den Vorwürfen "ziemlich überrascht" gezeigt. "Das Presseamt hätte uns informieren müssen", sagte er der Zeitung.

lie



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