Sächsischer Minister trifft Pegida-Team Auch Kathrin Oertel gehört zu Sachsen

Sachsens Innenminister Ulbig hat sich mit den Pegida-Organisatoren getroffen. Eigentlich hat die Landesregierung bisher immer Gespräche mit Pegida-Organisatoren abgelehnt. Doch Ulbig schielt auf ein neues Amt.

Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel: Doch Gespräche mit Sachsens Regierung
DPA

Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel: Doch Gespräche mit Sachsens Regierung


Dresden - Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) hat sich mit den Organisatoren von Pegida getroffen. Damit ist er vom Kurs der Landesregierung abgewichen, die bisher Gespräche mit den Pegida-Sprechern abgelehnt hat. Grund für die plötzliche Dialogbereitschaft könnten die Wahlen im Juni sein: Ulbig will Oberbürgermeister von Dresden werden.

Sachsens Regierung hatte sich darauf geeinigt, zwar mit Pegida-Anhängern, nicht aber mit den Organisatoren der islamkritischen Bewegung zu sprechen. Nun traf sich Ulbig mit Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel und Vorstandsmitglied Achim Exner in Dresden. Er begründete das Treffen damit, dass die Bürgerschaft wieder aufeinander zubewegt werden müsse: "Der Dialog kann auf der Straße beginnen, kann aber dort nicht als verständiger Austausch von Meinungen und Argumenten geführt werden", sagte der CDU-Politiker.

Linke und Grüne kritisierten das Treffen. "Der heutige öffentlich zelebrierte Schulterschluss des sächsischen Innenministers mit den Pegida-Köpfen ist ein Rechtsrutsch ohnegleichen", sagte Rico Gebhardt, der Chef der Linken-Landtagsfraktion.

Die amtierende Oberbürgermeisterin von Dresden, Helma Orosz (CDU), tritt Ende Februar aus gesundheitlichen Gründen zurück. Ulbig will sich bei den Neuwahlen am 7. Juni aufstellen lassen.

kry/dpa/AFP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.