Gilets Jaunes in Deutschland Wagenknecht fordert in gelber Weste Proteste vorm Kanzleramt

Tausende protestierten seit Mitte November in Frankreich gegen die Regierung, es kam zu gewalttätigen Ausschreitungen. Sahra Wagenknecht versucht nun ebenfalls, ihre Landsleute zu etwas mehr Widerstand zu animieren.

Sahra Wagenknecht
Twitter/ @aufstehen_de

Sahra Wagenknecht


In Anspielung auf die Demonstrationen in Frankreich hat sich Linke-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht mit einer gelben Warnweste vor das Kanzleramt gestellt und ähnliche Proteste auch in Deutschland gefordert.

In Frankreich hätten jene, die seit vielen Jahren von der Politik nicht mehr gehört würden, ihre Stimme erhoben, sagte Wagenknecht in einem 75-sekündigen Videoclip, der am Wochenende auf der Internetseite der von ihr gegründeten Bewegung "Aufstehen" veröffentlicht wurde. "Sie gehen auf die Straße gegen einen Präsidenten der Reichen und haben ihm immerhin erste Zugeständnisse abgetrotzt. Ich finde, solchen Druck brauchen wir auch in Deutschland."

Auch Deutschland habe eine Regierung der Reichen, das sehe man etwa beim Umgang mit dem Dieselskandal. "Die Autokonzerne machen weiter Profite, und die Dieselfahrer, vor allem die ärmeren, die ältere Wagen haben, müssen die Zeche bezahlen."

Stets werde Politik für Wohlhabende und große Unternehmen gemacht. "Dagegen muss es auch in Deutschland mehr Widerstand geben. Wir brauchen auch hier viele Menschen, die bereit sind, auf die Straße zu gehen."

In Frankreich protestieren Tausende seit Mitte November gegen die Reformpolitik der Regierung - in der Hauptstadt Paris war es wiederholt zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Darauf ging Wagenknecht im Video nicht ein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Linkspartei zuletzt aufgerufen, sich von den Ausschreitungen bei den Gelbwesten-Protesten in Frankreich zu distanzieren. Deren uneingeschränkte Unterstützung sei "skandalös". Die Haltung der Linken zu der Protestbewegung ist allerdings nicht eindeutig. Der Parteivorsitzende Bernd Riexinger bezeichnete die dortige "Verbrüderung" von linker und rechter Gesinnung als besorgniserregend.

Die von Wagenknecht im Sommer gegründete "Aufstehen"-Bewegung hatte eigenen Angaben zufolge zuletzt rund 167.000 Unterstützer.

tin/dpa



insgesamt 256 Beiträge
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Seite 1
n - n 23.12.2018
1. Wenn man zu spät aufsteht ...
... kann man vorangegangenes leider nur nachmachen ! Der Effekt verpufft dann leider ! Schade !
leo.stern 23.12.2018
2. Soli Beamte und Gerechtigkeit
Die Politik wird nicht nur für Reiche sondern sehr merklich für Beamte gemacht. Wie kann es angehen, dass sie die billigere und auch noch bessere Krankenversicherung bekommen? Oder eine deutliche höhere Pension als die unsere Steuerzahler? Das wäre das erste was geändert werden muss. Dass wir in Deutschland eine Steuer auf die Steuer haben, ist ohnehin pervers.
dewäbln 23.12.2018
3. Ekelhaft
..wie diese Frau für ihr eigenes Ego arbeitet. Auf den Zug der Gelbwesten aufzuspringen ist einfach nur armseelig. Früher konnte Frau Wagenknecht argumentativ überzeugen, heute zieht sie sich das Symbol von Krawall und Tod über. Peinlich und schäbig.
huuhbär 23.12.2018
4. Liebe Frau Wagenknecht,
bei aller Liebe für die Linkspartei, aber Gewalt ist keine Lösung! Wo das hinführt kann man am letzten Jahrhundert lernen.
Kanalysiert 23.12.2018
5.
Das Problem bei dieser Aktion wird - wie so oft - sein, dass sich diejenigen, die zurechtkommen, nicht für die Hilfe benötigenden Menschen einsetzen werden. Dazu ist der Michel viel zu bequem und gesättigt. Die krirtische Menge wird daher nicht erreicht werden. Protestkultur in Deutschland gibt es keine mehr.
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