Rot-Rot-Grün Wagenknecht ist offen für Regierung mit Schulz

Sahra Wagenknecht kann sich vorstellen, mit Martin Schulz zu koalieren. Wenn die SPD es ernst meine mit ihrem Linkskurs, werde es an ihrer Partei "garantiert nicht scheitern", sagte sie dem SPIEGEL.

Sahra Wagenknecht
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Nach der Ankündigung des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, die Agenda 2010 zu korrigieren, zeigt sich Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht ungewöhnlich offen für eine Koalition mit den Sozialdemokraten. "Wenn die SPD ernsthaft eine sozialere Politik verfolgen will, wird es an uns garantiert nicht scheitern", sagte sie im Gespräch mit dem SPIEGEL. "Wenn wir den Sozialstaat wiederherstellen und eine friedliche Außenpolitik erreichen können, beteiligen wir uns gern an einer Regierung. Dann halte ich eine Mitte-Links-Koalition für möglich." (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

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Heft 9/2017
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Viele Menschen wünschten sich einen Wechsel, so Wagenknecht weiter: "Martin Schulz ist zur Projektionsfläche von Hoffnungen geworden. Ob er seine sozialen Versprechen einlöst, wird aber nicht zuletzt davon abhängen, wie stark die Linke wird."

Wagenknecht galt lange als Vertreterin eines fundamental-oppositionellen Kurses. Nun sagte die Linken-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl: Man könne auch in der Opposition etwas bewegen, "aber natürlich kann man mehr gestalten, wenn man regiert." Zu ihrer Rolle in einem möglichen rot-rot-grünen Kabinett sagt Wagenknecht: "Es ist in jeder Partei normal, dass die Spitzenkandidaten sich nach der Wahl nicht aus der Politik zurückziehen."

Wagenknecht verlangt vom SPD-Spitzenkandidaten Schulz, dass er seine Vorschläge für mehr soziale Gerechtigkeit konkretisiert. Bisher seien seine Ankündigungen an vielen Stellen vage, so Wagenknecht. Zudem solle Schulz sagen, welche Koalition er anstrebe.

Ob es nach der Bundestagswahl im September rechnerisch für Rot-Rot-Grün reicht, ist offen. In manchen Umfragen gibt es derzeit eine knappe Mehrheit von SPD, Grünen und Linken, in anderen nicht.

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