Wagenknecht-Projekt "Aufstehen" - linke Sammlungsbewegung formiert sich

Sahra Wagenknechts neue Sammlungsbewegung der politischen Linken nimmt Gestalt an. Nach SPIEGEL-Informationen soll sie den Namen "Aufstehen" tragen.

Sahra Wagenknecht
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Die Sammlungsbewegung der Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hat einen Namen: "Aufstehen". Sie geht an diesem Samstag mit der Website www.aufstehen.de an den Start. Nach SPIEGEL-Informationen sind neben Unterstützern aus dem Kultur- und Wissenschaftsbereich wie dem Theatermacher Bernd Stegemann und dem Politikwissenschaftler Wolfgang Streeck auch erste aktive Politiker mit dabei. (Lesen Sie hier auch ein Interview mit der Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht)

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"Die Idee ist gut. Der Zeitpunkt ist richtig gewählt. Das Bedürfnis nach tief greifender Veränderung ist riesig", schreiben der SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow, die Linken-Abgeordnete Sevim Dagdelen und die Grünen-Politikerin Antje Vollmer in einem Gastbeitrag im SPIEGEL. Eine neue linke Sammlungsbewegung hätte einen "Anlass, ein Momentum, auch einen Erwartungs- und Hoffnungshorizont".

Die Sammlungsbewegung sei keine neue Partei, sondern verstehe sich als außerparlamentarische Bewegung, die neue Themen und Positionen in die öffentliche Debatte bringen solle. "Aufbruch aus dem Elfenbeinturm in die Wirklichkeit! - das ist das Gebot der Stunde", heißt es in dem Beitrag.

Auch der Co-Fraktionschef der Linken, Dietmar Bartsch, der sich zuvor noch skeptisch zu Wagenknechts Idee geäußert hatte, zeigt sich nun deutlich offener: "Es gibt einen Kulturkampf von rechts. Wir sollten jede Idee ernst nehmen, die sich dem entgegenstellt", sagte Bartsch dem SPIEGEL. "Vielleicht gibt es eine Chance, so die politische Linke insgesamt zu stärken und wieder zu anderen parlamentarischen Mehrheiten zu finden."

Linken-Fraktionschefin Wagenknecht, die das Projekt vorangetrieben hat, sagte dem SPIEGEL: "Unser Ziel sind natürlich andere politische Mehrheiten und eine neue Regierung mit sozialer Agenda." Ein Schlüssel dafür sei die SPD. Solange diese ihre Agenda-2010-Politik fortsetze, werde sie weiter schrumpfen.

"Das verringert die Chance auf eine linke Machtoption", sagte Wagenknecht. Sie zeigt sich zuversichtlich: "Wenn der Druck groß genug ist, werden die Parteien, auch im Eigeninteresse, ihre Listen für unsere Ideen und Mitstreiter öffnen."

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abe

insgesamt 257 Beiträge
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Seite 1
ohne_mich 03.08.2018
1. Gut, aber schade.
Hervorragende Besetzung! Wagenknecht, Dagdelen und Bülow. Nur schade, daß es (noch) keine neue Partei ist. Ich würde ihr zutrauen, aus dem Stand die SPD problemlos zu überholen. Hoffentlich kommt das noch.
bigroyaleddi 03.08.2018
2. So hat das Ordnung
Nur durch neue Ideen, welche auch und speziell die politische Linke voranbringen, gehören überparteilich an die Front. Es ist mehr als höchste Zeit, den rechten Populisten etwas wirksames entgegenzusetzen.
julianreichelt 03.08.2018
3. Frau Wagenknecht
soll endlich eine neue Partei aufmachen. Der Kurs der LINKEN unter Kipping ist allmählich nicht mehr tragbar und verplempert wertvolle Zeit. Wieviel davon soll noch verstreichen bis die LINKE aus dem 9 %-Loch kommt und als wirkliche Alternative zu den Atlantik-Brücke-Parteien wahrgenommen wird?!
Käptn Horn 03.08.2018
4. Ich drücke die Daumen
Man kann dieser Bewegung nur wünschen, dass sie eine wird... Allerdings bin ich skeptisch, weil sie die gesamte PR Power sowohl der etablierten Parteienlandschaft, als auch der neoliberalen Denkfabriken, als auch den größten Teil der bürgerlichen Medien gegen sich hat. Und die fürchten nur eines mehr als die AfD: Eine wirklich starke und bürgernahe politische Linke, die ihnen die Deutungshoheit über die politische Landschaft streitig macht.
skeptikerjörg 03.08.2018
5. Aufstehen also
Ich stehe jeden Morgen auf, gehöre ich damit automatisch dazu? Aus den Erklärungen und Begründungen spricht die pure Verzweiflung. Die SPD muss sich von der Agenda lösen und wieder stärker werden, damit linke Mehrheiten möglich sind. Mit anderen Worten, die LINKE ist nur als Anhängsel einer starken SPD regierungsfähig. Eine so klare Bankrotterklärumg von Wagenknecht und Bartsch hatte ich bisher noch nicht gehört! Aber seis drum. Meint Sahra Wagenknecht denn, eine starke SPD würde sich von ihr am Nasenring führen lassen? Dass man dem zunehmenden gefühlten Rechtsruck etwas entgegen setzen muss, ist richtig. Aber eine außerparlamentarische Opposition? Die wird das nicht erreichen. Das ist politische Selbstberäucherung. Fragt doch mal Oskar, wie das mit der WASG war.
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