Linkspartei Wagenknecht tritt nicht mehr für Fraktionsvorsitz an

Sahra Wagenknecht wird im Herbst nicht mehr für das Amt der Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag kandidieren. "Stress und Überlastung" hätten ihr Grenzen aufgezeigt, die sie in Zukunft nicht mehr überschreiten wolle.

Sahra Wagenknecht
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Sahra Wagenknecht


Sahra Wagenknecht will bei der Neuwahl der Fraktionsspitze der Linkspartei im Bundestag nach SPIEGEL-Informationen nicht mehr kandidieren. Zuerst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland darüber berichtet.

Das Redaktionsnetzwerk RND berichtet, Wagenknecht habe gesundheitliche Gründe für ihren Verzicht angegeben. In einem Statement, das dem SPIEGEL vorliegt, erklärt Wagenknecht, "die lange Krankheit, deren Auslöser in erster Linie Stress und Überlastung waren", hätten ihr Grenzen aufgezeigt, die sie in Zukunft nicht mehr überschreiten wolle. Inzwischen sei sie, nach zweimonatiger krankheitsbedingter Pause, aber wieder gesund.

Ein Sprecher der Linkenfraktion sagte, Wagenknecht sei krank gewesen, nun gehe es ihr aber wieder gut. Hintergrund des Verzichts sei vielmehr, dass "sie sich das nicht mehr antut", so der Sprecher.

In der Linkspartei tobt seit Längerem ein Machtkampf von Wagenknecht mit der Parteispitze um Katja Kipping. Große Teile der Fraktion sind gegen Wagenknecht. In den vergangenen Monaten war sogar von einem Putsch gegen die Fraktionschefin die Rede. Dafür bekamen ihre Gegner keine Mehrheit, aber der Druck auf Wagenknecht hatte sich deutlich erhöht.

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Erst am Wochenende hatte Wagenknecht ihren Rückzug aus der von ihr initiierten linken Sammelbewegung "Aufstehen" erklärt. "Wir brauchen eine Neuaufstellung an der Spitze von 'Aufstehen'", hatte Wagenknecht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) gegenüber den Schritt begründet.

Bemerkenswertes Detail am Rande: Auf den Tag genau vor 20 Jahren trat Wagenknechts heutiger Ehemann Oskar Lafontaine von allen Ämtern zurück. Der damalige Finanzminister und SPD-Vorsitzende wurde fortan zu einem der führenden Kritiker der rot-grünen Bundesregierung und wechselte 2005 zur WASG, aus der später im Bündnis mit der PDS die Linkspartei entstand.

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