Linke Sammlungsbewegung Wagenknecht verwirft "#fairLand" als Titel

Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht lehnt den Namen #fairLand für ihr Projekt ab. "Die Sammlungsbewegung wird anders heißen", sagte sie dem SPIEGEL.

Sahra Wagenknecht
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Sahra Wagenknecht


Die Vorsitzende der Linksfraktion, Sahra Wagenknecht, spricht sich gegen den Namen #fairLand für eine linke Sammlungsbewegung aus. In der vergangenen Woche hatte der SPIEGEL exklusiv über das Papier berichtet, das unter diesem Titel kursiert. Aus dem Umfeld der Bewegung hieß es da noch, es handele sich um einen von mehreren Texten, an denen gefeilt werde. Wagenknecht sagte dem SPIEGEL nun: "#fairLand war nur eine von vielen Ideen für einen Namen und nicht mein Favorit. Die Sammlungsbewegung wird anders heißen." (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Bei dem Papier habe es sich um einen vorläufigen Entwurf gehandelt. Auch die viel kritisierten Positionen zu "Tradition und Identität" seien schon anders formuliert gewesen, als der alte Text durchgestochen wurde, sagte die Fraktionschefin. Die Sammlungsbewegung soll im September an den Start gehen - auch als digitales Netzwerk.

Wagenknecht und ihr Ehemann, der Ex-Parteivorsitzende Lafontaine, hatten nach der Bundestagswahl die Idee einer neuen linken Sammlungsbewegung vorangetrieben. Sie begründeten dies damit, dass die klassischen linken Parteien in Deutschland keine Mehrheit mehr hätten. Der Vorstoß sorgt innerhalb der Linken für heftige Kritik.

Als erster prominenter SPD-Politiker erklärte Rudolf Dreßler seine Unterstützung für die Sammlungsbewegung. "Eine andere, linke Politik in diesem Land ist allein mit meiner Partei nicht mehr möglich", sagte Dreßler dem SPIEGEL. Der Status quo reiche ihm nicht, deshalb schließe er sich Wagenknecht und Lafontaine an.

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insgesamt 48 Beiträge
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Seite 1
Art. 5 26.05.2018
1. Fairyland
Der Titel fairland ist ja auch sprachlich ein Hybrid aus Deutsch und Englisch. Wäre er richtiges Englisch müsste es "fair country" heißen, richtig deutsch "faires Land". Fairland ähnelt eher dem englischen fairyland = Märchenwelt oder Fantasiewelt, was etwas problemtisch wäre, da ja den Linken oft vorgeworfen wird, sie lebten gedanklich und programmatisch in so einer Welt.
gerhard_walter_kell 26.05.2018
2. Gute Entscheidung
von Wagenknecht / Lafontaine. Eine neue linke Bewegung braucht alles andere als einen Anglizismus, den können sie ruhig der FDP überlassen. Nach "german Mut" noch ein "Innovation Nation" nachzuschieben ist lächerlich und zeugt nicht von Glauben an Fortschritt.
Rubikon_2016 26.05.2018
3. Es ist zwar traurig,
scheint allerdings die einzige Option zu sein. Die SPD ist nicht reformfähig oder - willig, wie sich aktuell zeigt. Die machen genauso weiter, wie vor dem Mitgliederentscheid zur GroKo. Also entweder rocken Sahra und Oskar die Parteienlandschaft oder ich wandere besser aus.
kumi-ori 26.05.2018
4.
Mit "Epunkton" und "Verpunktdi" hat alles begonnen. Der provokante Bruch der Satzzeichenregeln als Blickfänger war Anfangs sicher eine Erfolgsgarantie. Durch inflationären Gebrauch verflacht dieser Effekt allerdings bald. Man erinnere sich nur an den pseudoamerikanisierenden Deppenapostroph der Nuller Jahre, der es seiner Zeit bis zur Aufnahme in den Duden geschafft hatte. Unabhängig von der politischen Ausrichtung dieser Sammlungsbewegung: wenn "DoppelkreuzkleinfairgroßLand in einem Wort" originell sein soll, dann hat diese Partei bei mir schon versch..., bevor ich die erste Zeile ihres Wahlprogramms gelesen habe. Manchmal hat Sahra Wagenknecht einfach Recht.
n.strohm 26.05.2018
5. Bin gespannt
wie sich das weiterentwickelt. Wäre meines Erachtens nach der endgültige Todesstoß für die SPD als Volkspartei... deren Mitglieder sich dann dorthin oder in Richtung CDU bewegen. Der Name fairLand wäre für mich erstmal ein Unding, hört sich viel zu sehr anglizistisch an; aber andererseits, es sei denn, man will das auf europäische Beine stellen und einen Landesübergreifenden Parteiverbund gründen, also in allen EU Ländern eine solche Partei gleichen Namens gründen - mit gleichen Grundsätzen/Handlungszielen. Man müßte dies nur managen können und klein-karierte nationale Denkensweisen aufgeben. Hierfür sehe ich aber keine realistische Chance.
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