Aussagen zur Flüchtlingspolitik Wut der Linken auf Wagenknecht wächst

Bei der Linken haben Wagenknecht-Kritiker mehr als hundert Unterschriften gegen die Fraktionschefin gesammelt. Die verteidigt sich im SPIEGEL: Es sei "nicht links, Probleme zu verschweigen".

Sahra Wagenknecht
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Sahra Wagenknecht


In der Linkspartei hält der Ärger wegen Sahra Wagenknechts umstrittener Äußerung zu Flüchtlingen an. Bis zum Freitagmittag haben mehr als hundert Kritiker der Linksfraktionschefin einen Aufruf mit dem Titel "Sahra, es reicht" unterzeichnet. "Eine Linke, die rechts blinkt, ist nicht mehr auf dem richtigen Kurs", heißt es darin. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehört der Linken-Bundestagsabgeordnete Harald Petzold, der sich wie viele andere in der Partei seit Monaten für Flüchtlinge engagiert. Er wirft Wagenknecht vor, Ängste zu bedienen, um Protestwähler zurückzugewinnen. "Ich will nicht, dass wir zu einer linken AfD werden", sagte Petzold dem SPIEGEL.

Wagenknecht hatte Anfang der Woche in einer Pressemitteilung den Anschlag von Ansbach in Verbindung mit Angela Merkels Flüchtlingspolitik gebracht. "Die Ereignisse der letzten Tage zeigen, dass die Aufnahme und Integration einer großen Zahl von Flüchtlingen und Zuwanderern mit erheblichen Problemen verbunden und schwieriger ist, als Merkels leichtfertiges 'Wir schaffen das' uns im letzten Herbst einreden wollte", schrieb sie. Man müsse nun die "Gefahrenpotenziale" aufspüren, damit "sich die Menschen in unserem Land wieder sicher fühlen können".

Wagenknecht war für ihre Äußerungen über die Parteiflügel hinweg heftig kritisiert worden. Auch Co-Fraktionschef Dietmar Bartsch ging auf Distanz. Er soll Wagenknecht "die dunkelgelbe Karte" gezeigt haben, heißt es in seinem Umfeld. Wagenknecht sprach auf Facebook später von Missverständnissen und stellte klar, dass sie Flüchtlinge nicht unter Generalverdacht stellen wollte.

"In meine Presseerklärung wurden Dinge reininterpretiert, die ich weder gesagt noch gemeint habe", sagte Wagenknecht dem SPIEGEL. Sie hätte allerdings "für mich Selbstverständliches noch mal ausdrücklich sagen sollen, um Fehlinterpretationen auszuschließen". Gleichzeitig verteidigte sie ihre Positionen: "Aber es ist auch nicht links, Probleme zu verschweigen."

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silenced 29.07.2016
1.
Frau Wagenknecht hat doch vollkommen Recht mit ihrer Aussage. Man darf auch als Linke Politiker nicht mit der Rosaroten Brille durch die Welt gehen und alles Schönreden wie es die Grünen gern machen. Kommt mal alle wieder in der Realität an, damit wäre schon SEHR viel geholfen. Probleme Ansprechen, nicht Totschweigen!
sag-geschwind 29.07.2016
2. Unterschrift dafür
Meine Unterschrift für Wagenknecht. Und mein Vorschlag, sich von den Pseudolinken Karrieristen zu trennen.
paulvernica 29.07.2016
3. wir sind nicht in der DDR
offensichtlich hat die Linke immer noch Probleme mit abweichenden Meinungen auszukommen. Es liegt ja nicht an Wagenknecht, dass die Linke die Problematik in Deutschland nicht verstehen will.
reiner-hohn 29.07.2016
4. 100 Kritiker....
da ist ja richtig Aufstand in der Partei.
kittiwake 29.07.2016
5.
Richtig so, Frau Wagenknecht!! Wenn es eine Direktwahl gäbe, meine stimme hätten Sie!
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