Trotz gerichtlichen Verbots Ex-Leibwächter von Bin Laden nach Tunesien abgeschoben

Sami A. wurde nach Tunesien abgeschoben - obwohl ein Verwaltungsgericht verboten hatte, den Ex-Leibwächter des getöteten Qaida-Chefs Osama bin Laden auszufliegen. Das entsprechende Fax kam wohl zu spät an.

Flughafen Düsseldorf
DPA

Flughafen Düsseldorf


Sami A. wurde am Freitag um 7 Uhr mit einer Chartermaschine von Düsseldorf aus in sein Heimatland Tunesien gebracht und ist dort festgenommen worden. Der Grund: Der Ex-Leibwächter des getöteten Qaida-Chefs Osama bin Laden war von den Behörden als sogenannter Gefährder eingestuft worden. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Das Bundesinnenministerium hat die Abschiebung bestätigt.

Eigentlich hätte Sami A. aber offenbar gar nicht abgeschoben werden dürfen. Denn das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) am Freitagmorgen über ein Abschiebeverbot für A. informiert. Das Fax mit der Entscheidung vom Donnerstagabend sei um 8.27 Uhr an das Bamf geschickt worden, sagte ein Gerichtssprecher. Es kam damit eine Stunde und 27 Minuten zu spät an.

Rückkehr offenbar denkbar

Wie ein Sprecher des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen am Freitagmittag sagte, habe Sami A. mittlerweile einen Eilantrag eingereicht, der darauf abziele, nach Deutschland zurückgeholt zu werden. Die dafür zuständige Kammer wollte demnach noch im Laufe des Tages über den Antrag entscheiden.

Sami A. lebte seit Jahren mit Frau und Kindern in Bochum. Er war Ende Juni festgenommen und in ein Abschiebegefängnis gebracht worden, nachdem das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) ein Abschiebeverbot aufgehoben hatte. Dagegen wehrte sich Sami A. zuletzt mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht.

Das hatte entschieden, dass A. vorerst nicht abgeschoben werden darf. Es liege keine diplomatisch verbindliche Zusicherung der tunesischen Regierung vor, dass dem Tunesier im Falle der Rückkehr keine Folter drohe.

Video: Wurzeln des Terrors - Portrait Osama Bin Laden

dop/dpa/AFP



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Greg84 02.05.2011
1.
Schlag gegen den Terror? Eher nicht. Ich glaube kaum, dass bin Laden noch an der Spitze der al-Qaida stand, vielleicht hatte er sich auch komplett aus dem "Geschäft" zurück gezogen. Das einzige was der Schlag gegen bin Laden gebracht hat ist die Schaffung eines weiteren Märtyrers. Für Obama hätte der Zeitpunkt allerdings kaum besser sein können. Politisch läuft es für verdienten Träger des Friedensnobellpreises nicht grade perfekt, da hilft so ne positive Nachricht schon unheimlich weiter.
endbenutzer 02.05.2011
2. Mission beendet
Hat George W. Bush eigentlich schon der Familie Bin Laden sein Beileid ausgesprochen? Unter alten (Geschäfts-) Freunden ist das doch so üblich. Oder lebt Bin Laden doch noch und man wollte eigentlich nur die nunmehr fast genau 10-jährige Mission „Krieg gegen Terror“ zum bürgerfreundlichen Abschluss bringen? Merkwürdig: Gerade jetzt, da Obama und die gesamten USA in punkto Staatsverschuldung praktisch mit dem Rücken zur Wand stehen, wird für den amerikanischen Otto Normalverbraucher wieder einmal ein toller Grund geliefert, die Fahne zu schwingen und mit der Hand auf dem Herzen die Nationalhymne zu singen. Super Drehbuch...
G_Schwurbel 02.05.2011
3. weder noch
Zitat von sysopEr war der meistgesuchte Mann der Welt: Osama Bin Laden, der Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida, ist tot. US-Spezialkräfte haben ihn bei einer Kommandoaktion in Pakistan getötet. Wir die weltweite Terrorgefahr nun geringer?
Die Welt wird durch seinen Tod weder sicherer noch unsicherer. Al Quaida ist ein Netzwerk, es würde mich wundern, gäbe es für Bin Laden keinen Nachfolger (seinen Tod hat er schließlich einkalkuliert). Vielleicht hat er auch vorher als Rache für seine Tötung den Auftrag erteilt, direkt danach Attentate zu verüben? Alles denkbar...
Hubatz 02.05.2011
4. Beweise
Dieser Mann ist ein Mysterium. Ich halte nicht viel von Verschwörungstheorien aber Beweisfotos oder besser Videos würden mich erfreuen.
lucario.75 02.05.2011
5. bin laden
Die Fernsehbilder der Freude hunderter Amerikaner, (nachvollziehbar) werder viele radikale Islamisten für ihre Propaganda nutzen um die Angst der Menschen auf der ganzen Welt weiter zu schüren und Terroranschläge zu planen. Ich selber Wohne nur ein paar Strassen weiter wo vor ein paar tagen Terroristen festgenommen worden sind, die konkrete Anschlägen zu Zeitnahen Ereignissen mit erheblichen Menschenaufkommen verübt werden sollte.
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